Der Ausbau von Ganztagsangeboten ist ein wesentlicher Beitrag für ein zukunftsstarkes Bildungssystem. Er ermöglicht nicht nur eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern trägt auch zu mehr Chancengerechtigkeit und individueller Förderung bei.
Auf diesen Unterseiten finden Sie je spezifische Detailinformationen und Downloads zu allen Formen ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote unter Schulaufsicht:
Ganztagsangebote unter Schulaufsicht im Überblick

Ein schöner und prägender Moment ist, wenn ein Kind um 16 Uhr immer noch sagt: „Ist schon vorbei?“ Dann weiß man, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Die besonderen Chancen der Ganztagsschule sind einfach darin, dass geschultes Personal die Kinder über den Tag hinweg begleitet, differenziert und eben auch verschieden motivierend.
Und das Ganze gebündelt bringt dann auch wieder vielleicht eine Form der Bildungsgleichheit her.
Wir haben das gebundene Ganztagssystem in unserer Schule und das Besondere daran ist, wir haben 12 Lehrerstunden mehr.
Das heißt, wir können sehr gut differenzieren, gerade dann auch am Nachmittag.
Und wir können auch sehr schön rhythmisieren, nachdem wir Kooperationspartner mit an Bord haben, die eben von außen mit reinkommen, sei es musisch, künstlerisch oder Sport.
Und diese werden dann eben auch am Vormittag mit eingebunden.
Dann machen wir Mathe und so, Deutsch.
Dann machen wir auch manchmal Englisch.
In Englisch bin ich ganz gut.
Dann gab es Musik, Instrumentenkarussell.
Da habe ich Gitarre gespielt.
Ah, dann gab es Mittagessen.
Ich hatte Kaiserschmarrn.
Der war mega lecker.
Ich finde in der Ganztagsklasse gut, dass man eine große Pause hat.
Und dass man mit seinen Freunden dann in der großen Pause einfach ratschen kann.
Also unsere Aufgabe vom LBV, vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz ist, einmal in der Woche mit den Kindern ein Programm zu machen.
Und da ist es uns eben wichtig, in die Natur hinaus zu gehen, wir bringen manchmal Tiere mit, wir haben verschiedene Spiele mit den Kindern, die wir machen, einfach hauptsächlich die Natur erleben lassen und draußen sein.
Wir haben ein Programm als Instrumentenkarussell.
Das gilt als Orientierungsangebot.
Da durchlaufen die Klassen immer fünf Instrumente.
Und sie finden innerhalb von einem Schuljahr heraus, was ist für sie am besten geeignet, was macht ihnen am besten Spaß.
Die Kooperation mit der Grundschule Cham ist entstanden, dass wir im Sommer ein Schulprojekt hatten, wo wir mit der ersten bis zur vierten Klasse Choreografien erarbeitet haben.
Und weil die Kinder so unglaublich viel Spaß am Tanz hatten, haben wir gesagt, das bauen wir in den Ganztag mit ein.
An einer Ganztagsschule zu arbeiten, da motiviert mich, dass den Kindern ein schönes Freizeitangebot geboten wird, dass sie sonst in ihrem normalen Alltag nicht erreichen würden.
In der offenen Ganztagsschule dagegen ist Vormittag Regelunterricht für alle.
Um 13 Uhr treffen sich die Schüler in der Mensa zum gemeinsamen Mittagessen.
Nach dem Mittagessen gibt es verschiedene Freizeitangebote.
Die Schüler können frei wählen, welches sie möchten.
Und nach dem Freizeitangebot geht es dann in die Hausaufgabenzeit, Lernzeit.
Und dann werden die Schüler auch abgefragt.
Das Besondere ist, dass es eine sehr enge Verknüpfung zwischen dem Personal der offenen Ganztagsschule und den Lehrkräften besteht.
Also ein normaler Schultag sieht bei mir so aus, dass ich in der Früh in die Schule komme, dann ganz normaler Unterricht mit den Pausen.
Und am Nachmittag dann in der OGTS, die Mittagspause, Spiele spielen dann die Arbeitszeit, wo man die Hausaufgaben macht und noch mal alles wiederholt, was man für den nächsten Tag braucht.
Hier in der Schule gibt es Volleyball, Bogenschießen, wir können auch in die Boulderhalle gehen oder zum Fußballspielen in den Soccer-Court.
An der offenen Ganztagsschule finde ich gut, dass man Freunde hat, mit denen man Spaß haben kann, Spiele spielen und lernen.
Und bei den Hausaufgaben, dass Erwachsene da sind, die einem helfen können.
Der Vorteil der Ganztagsbetreuung ist für uns vor allen Dingen, dass die schulischen Dinge wirklich in der Schule erledigt sind.
Die Emma muss zu Hause nur noch ein bisschen Vokabeln lernen, mal was wiederholen.
Und sie hat keine Langeweile am Nachmittag.
Es gibt viele tolle Momente, aber natürlich die Besonderen sind Aktionstage, wo wir alle zusammenkommen, eine Veranstaltung planen, durchführen mit einem riesigen Erfolg, wo das Gemeinschaftsgefühl nochmal gestärkt wird, ein Projekt geschaffen zu haben.
Es gibt schöne Erlebnisse mit Schülern auch, wo man sagt, okay, die erzählen natürlich viel, wenn sie den ganzen Tag da sind.
Die erzählen auch von Problemen, die sie haben.
Und das ist schon ein prägendes Erlebnis.
Man hat manchmal das Gefühl, die fühlen sich so wohl, es ist wie ihr Zuhause.
Das Angebot für die Ganztagsschule hat sich in der Grundschule bewährt.
Die Kinder kennen es, die Eltern kennen es.
Und natürlich kann man das dann am Gymnasium weiterführen.
Und das ist eine gewohnte Sache, die dann eben auch zum Erfolg führt.
Hier in Cham haben wir eine sehr enge Verbindung auch mit der Schulleitung.
Die Kommunikation ist sehr eng.
Und nur wenn man hier zusammenarbeitet, dann wird das auch funktionieren.
Wenn ich die letzten zehn Jahre anschaue, finde ich es immer wieder sehr schön zu sehen, dass die Kinder gerade dann auch am Nachmittag, weil man sie so viel hat, doch sehr familiär zusammenwachsen und man dadurch einfach sehr schöne Momente erleben kann.
Ganz allgemein.
Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote unter Schulaufsicht sind die Offene und die Gebundene Ganztagsschule sowie die Mittagsbetreuung.
Eine Offene Ganztagsschule bzw. Gebundene Ganztagsschule kann an Grundschulen, Mittelschulen, Förderschulen, Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien eingerichtet werden.
Eine Mittagsbetreuung kann in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 an Grund- und Förderschulen eingerichtet werden.
- Schulisches Bildungs- und Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler im Anschluss an den Vormittagsunterricht an mindestens 4 Tagen pro Woche (für Jahrgangsstufe 1 bei Bedarf an 5 Tagen) bis 14.00 Uhr oder 16.00 Uhr; eine Teilnahme muss mindestens an zwei Tagen pro Woche im gesamten Schuljahr erfolgen. Das Angebot ist kostenfrei – mit Ausnahme des Mittagessens.
- Das Angebot setzt sich aus Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung und Fördermaßnahmen sowie Freizeitangeboten (z. B. Sport, Musik oder Kunst) zusammen.
- An der Offenen Ganztagsschule werden die Schülerinnen und Schüler in der Regel von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erziehern, Übungsleiterinnen und Übungsleitern, aber auch von Experten aus der Wirtschaft und engagierten Eltern betreut.
- Das Angebot wird jeweils von der Schule, dem Schulaufwandsträger und möglichen Kooperationspartnern gemeinsam entwickelt. Dabei können beispielsweise Vereine, Verbände sowie andere Institutionen und Akteure eingebunden werden.
- An Gebundenen Ganztagsschulen findet der Unterricht über den Tag hinweg verteilt statt. Die Schülerinnen und Schüler verbringen die Zeit an 4 Tagen von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Klassenverband und werden individuell in ihrer kognitiven Entwicklung und sozialen Fähigkeiten gefördert. Im Schuljahr 2026/2027 wird für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 bei Bedarf am Nachmittag des fünften Wochentags ein freizeitpädagogisch orientiertes Angebot bereitgestellt.
- Das Angebot ist kostenfrei – mit Ausnahme des Mittagessens.
- An Gebundenen Ganztagesschulen unterrichten Lehrkräfte, Fach- und Förderlehrkräfte. Weitere pädagogisch tätige Kräfte sind in der Mittagszeit, für die Freizeitgestaltung, verschiedene Bildungsangebote oder die Berufsorientierung im Einsatz.
- Der Unterricht wechselt sich neben Übungs- und Studierzeiten mit verschiedenen Angeboten aus Bereichen wie Sport, Musik, Kunst oder Freizeit ab.
Die Vorteile: Mehr Unterricht z. B. in Deutsch, Mathematik und Englisch, interkulturelles Lernen und sprachliche Integration, mehr Übung bei Lernschwierigkeiten oder besonderen Begabungen, Hausaufgabenhilfe, Projekte zu Gewaltprävention, Angebote zur Freizeitgestaltung und Berufsorientierung. - Das Angebot wird jeweils von der Schule, dem Schulaufwandsträger und möglichen Kooperationspartnern gemeinsam entwickelt. Dabei können beispielsweise Vereine, Verbände und andere Institutionen eingebunden werden.
- Die Mittagsbetreuung wird in Verantwortung eines Trägers mit dem Personal des Trägers organisiert und durchgeführt. Die Kosten für die Mittagsbetreuung verteilen sich in der Regel auf Staat, Kommunen und Eltern.
- Die Betreuung im Anschluss an den Vormittagsunterricht findet bis 14.00 Uhr, 15.00 Uhr oder 16.00 Uhr statt.
- In Gruppen bis 14.00 Uhr besteht, je nach Konzeption vor Ort, Gelegenheit zum Mittagessen und zur Erledigung von Hausaufgaben. In Gruppen bis 15.00 Uhr bzw. 16.00 Uhr (verlängerte Mittagsbetreuung) werden ein Mittagessen sowie eine verlässliche Hausaufgabenbetreuung angeboten.
- Darüber hinaus werden den Schülerinnen und Schüler verschiedene Möglichkeiten geboten, sich zu entspannen, miteinander zu spielen und kreativ zu sein.
Weitere Ganztagsangebote
Neben den vielfältigen Angeboten einer ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung unter Schulaufsicht gibt es für Schülerinnen und Schüler in Bayern auch Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, wie z. B.
- den Hort
- das Haus für Kinder,
- den altersgeöffneten Kindergarten und
- die Tagespflege.
Bei Fragen rund um Einrichtung und Organisation ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote unter Schulaufsicht stehen die Ganztagskoordinatorinnen und Ganztagskoordinatoren an den Regierungen bzw. den MB-Dienststellen zur Seite.
Weiterführende Informationen
Stand: 30. September 2026