Lebensweltbezug, Projektorientierung und Persönlichkeitsbildung sollen größeres Gewicht bekommen. So werden Schülerinnen und Schüler noch fitter für die Berufswelt von morgen.
Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027
Projektorientiertes Arbeiten ist ein wesentliches Merkmal der Arbeits- und Berufswelt. Die Stärkung des projektorientierten Unterrichts in der Stundentafel und die stärkere Einbeziehung der Projektarbeit in die Leistungsbewertung gehen dabei Hand in Hand.
Zum Schuljahr 2026/2027 soll in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 in einem durch die Schule festzulegenden Fach verpflichtend eine benotete Projektarbeit pro Schuljahr durchgeführt werden.
Die rechtliche Verankerung soll perspektivisch über eine Ergänzung eines entsprechenden Passus in der Mittelschulordnung (MSO) erfolgen.
Das ISB wird zu gegebener Zeit entsprechende Anschauungs- und Unterstützungsmaterialien hierzu veröffentlichen. Nähere Informationen zur Umsetzung erfolgen im Rahmen eines gesonderten Schreibens an die Schulen.
Neue Abschlussprüfungsformate in GPG und NT
Umsetzungszeitpunkt: vrsl. Schuljahr 2028/2029
Die schulhausinternen Prüfungen zum Erwerb des qualifizierenden Abschlusses der Mittelschule in den Fächern Geschichte/Politik/Geographie (GPG) und Natur und Technik (NT) werden zukünftig projektorientiert ausgestaltet. Ziel ist es dabei, fachspezifische Arbeitsweisen (z. B. Versuche) auch in Abschlussprüfungen verstärkt abzubilden.
Dabei soll sich die konkrete Umsetzung an dem Format der bereits bestehenden Projektprüfung orientieren.
- Die Umstellung auf die neuen Prüfungsformate soll schrittweise erfolgen. Eine Erprobung ist in den Schuljahren 2026/2027 und 2027/2028 vorgesehen; im Schuljahr 2028/2029 sollen die Prüfungen dann erstmalig nach dem neuen Format durchgeführt werden.
- Ein Prüfungskonzept wird durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) ausgearbeitet. Zudem werden in die Entwicklung der Prüfungsformate die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Schulversuch „proof“, der bereits projektorientierte Prüfungsformate erprobt, einbezogen.
Schulversuch „Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung“
Umsetzungszeitpunkt: ab Schuljahr 2026/2027
Der Modellversuch Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung hat zum Ziel, die Ausbildungsfähigkeit von Mittelschülern zu sichern, deren Berufsorientierung zu intensivieren,funktionale Kompetenzen zu schulen und ferner einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung zu leisten.
Im Rahmen eines Schulversuchs soll deshalb in der Jahrgangsstufe 8 (ggf. auch Jahrgangsstufe 9) eine Organisationsform erprobt werden, die parallel an zwei Wochentagen im Wechsel stattfindet. Dabei besucht die eine Hälfte der Klasse einen Praktikumsbetrieb (Intensivpraktikum), während die andere Hälfte am gleichen Tag an Kompetenztrainingsstunden in der Schule teilnimmt. Die Kompetenztrainingsstunden sollen dazu dienen, mit den Schülerinnen und Schülern an den individuellen Soft-Skills und Fähigkeiten zu arbeiten, die später im Berufsalltag relevant sind.
- Der Durchführungszeitraum umfasst mehrere Tage, die in der Regel über mehrere Schulwochen verteilt sind. Andere Organisationsmodelle sind denkbar, um den Schulen Flexibilität zu ermöglichen. Das Intensivpraktikum ergänzt perspektivisch das verpflichtende Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 8.
- Das Konzept soll ab dem Schuljahr 2026/2027 in einem mehrjährigen, begleiteten Schulversuch erprobt werden.
Berufsentwicklungsgespräche
Umsetzungszeitpunkt: ab Schuljahr 2026/2027
Berufsentwicklungsgespräche (BEGs) sind strukturierte, regelmäßige Gespräche zwischen Lehrkraft, Erziehungsberechtigten sowie Schülerin bzw. Schüler, die ab der 7. Jahrgangsstufe an Nürnberger Mittelschulen durchgeführt werden.
Anders als traditionelle Elterngespräche verstehen sich die BEGs als Coaching am und im Übergang von der Schule in den Beruf. Sie fokussieren nicht schulische Leistungen, sondern berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse und Stärken der Schülerinnen und Schüler sowie die Anliegen der Erziehungsberechtigen ausschließlich im Kontext der Berufsorientierung. Bei Bedarf können weitere Personen, wie z. B. die Berufsberatung oder Berufseinstiegsbegleitung zu den BEGs eingeladen werden.
Der Erfolg der BEGs beruht auf der engen Beziehung der Lehrkraft zu den Schülerinnen, Schülern und Erziehungsberechtigten. Der vertrauensvolle Rahmen sowie die klare inhaltliche Zielsetzung gewährleisten dabei, dass über 90% der Erziehungsberechtigten das Angebot der BEGs wahrnehmen. Die BEGs tragen erfolgreich dazu bei, dass Erziehungsberechtigte und Lehrkraft gemeinsam mit dem bzw. der Jugendlichen den individuellen Übergang ins Berufsleben bestmöglich gestalten.
Stand: 28. April 2026