Vier Teenager und eine Lehrerin befinden sich im Klassenzimmer. Die Lehrerin erklärt etwas auf dem Laptop, die Schülerinnen und Schüler lachen und machen sich Notizen
Stark für die Zukunft ©Drazen-stock.adobe.com

Lebensweltbezug, Projektorientierung und Persönlichkeitsbildung sollen größeres Gewicht bekommen. So werden Schülerinnen und Schüler noch fitter für die Berufswelt von morgen.


Verankerung innovativer Lehr- und Lernformen

Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027

Projektorientiertes Arbeiten ist ein wesentliches Merkmal der Arbeits- und Berufswelt. Die Stärkung des projektorientierten Unterrichts in der Stundentafel und die stärkere Einbeziehung der Projektarbeit in die Leistungsbewertung gehen dabei Hand in Hand.

Zum Schuljahr 2026/2027 soll in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 in einem durch die Schule festzulegenden Fach verpflichtend eine benotete Projektarbeit pro Schuljahr durchgeführt werden.

Um die rechtliche Grundlage zu schaffen, wurde § 12 MSO wie folgt geändert:

Nach Abs. 3 wird folgender Abs. 4 eingefügt:

(4) 1In den Jahrgangsstufen 5 bis 7 findet in einem Fach je Schuljahr eine Projektarbeit als Leistungsnachweis statt, die aus mündlichen, schriftlichen und praktischen Teilen besteht. 2Die Wahl des Faches trifft die Klassenkonferenz zu Beginn des Schuljahres.

(s. hierzu auch MSO: § 12 Leistungsnachweise - Bürgerservice)

Das ISB stellt Anschauungs- und Unterstützungsmaterialien für Lehrkräfte zur praktischen Umsetzung bereit. Die Materialien sind unter folgendem Link verfügbar und werden regelmäßig ergänzt und erweitert.


Neue Abschlussprüfungsformate in GPG und NT

Umsetzungszeitpunkt: vrsl. Schuljahr 2028/2029

Die schulhausinternen Prüfungen zum Erwerb des qualifizierenden Abschlusses der Mittelschule in den Fächern Geschichte/Politik/Geographie (GPG) und Natur und Technik (NT) werden zukünftig projektorientiert ausgestaltet. Ziel ist es dabei, fachspezifische Arbeitsweisen (z. B. Versuche) auch in Abschlussprüfungen verstärkt abzubilden.

Dabei soll sich die konkrete Umsetzung an dem Format der bereits bestehenden Projektprüfung orientieren.

  • Die Umstellung auf die neuen Prüfungsformate soll schrittweise erfolgen. Eine Erprobung ist in den Schuljahren 2026/2027 und 2027/2028 vorgesehen; im Schuljahr 2028/2029 sollen die Prüfungen dann erstmalig nach dem neuen Format durchgeführt werden.
  • Ein Prüfungskonzept wird durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) ausgearbeitet. Zudem werden in die Entwicklung der Prüfungsformate die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Schulversuch „proof“, der bereits projektorientierte Prüfungsformate erprobt, einbezogen.
  • Schulversuch „proof“bildungspakt-bayern.de

Schulversuch „Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung“

Umsetzungszeitpunkt: ab Schuljahr 2026/2027

Der Modellversuch Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung hat zum Ziel, die Ausbildungsfähigkeit von Mittelschülern zu sichern, deren Berufsorientierung zu intensivieren, funktionale Kompetenzen zu schulen und ferner einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung zu leisten.

Im Rahmen eines Schulversuchs soll deshalb in der Jahrgangsstufe 8 (ggf. auch Jahrgangsstufe 9) eine Organisationsform erprobt werden, die parallel an zwei Wochentagen im Wechsel stattfindet. Dabei besucht die eine Hälfte der Klasse einen Praktikumsbetrieb (Intensivpraktikum), während die andere Hälfte am gleichen Tag an Kompetenztrainingsstunden in der Schule teilnimmt. Die Kompetenztrainingsstunden sollen dazu dienen, mit den Schülerinnen und Schülern an den individuellen Soft-Skills und Fähigkeiten zu arbeiten, die später im Berufsalltag relevant sind.

  • Der Durchführungszeitraum umfasst mehrere Tage, die in der Regel über mehrere Schulwochen verteilt sind. Andere Organisationsmodelle sind denkbar, um den Schulen Flexibilität zu ermöglichen. Das Intensivpraktikum ergänzt perspektivisch das verpflichtende Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 8.
  • Das Konzept soll ab dem Schuljahr 2026/2027 in einem mehrjährigen, begleiteten Schulversuch erprobt werden.

Berufsentwicklungsgespräche

Umsetzungszeitpunkt: ab Schuljahr 2026/2027

Berufsentwicklungsgespräche (BEGs) sind strukturierte, regelmäßige Gespräche zwischen Lehrkraft, Erziehungsberechtigten sowie Schülerin bzw. Schüler, die ab der 7. Jahrgangsstufe durchgeführt werden. Das Konzept wurde erfolgreich an Nürnberger Mittelschulen erprobt.

Anders als traditionelle Elterngespräche verstehen sich die BEGs als Coaching am und im Übergang von der Schule in den Beruf. Sie fokussieren nicht schulische Leistungen, sondern berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse und Stärken der Schülerinnen und Schüler sowie die Anliegen der Erziehungsberechtigen ausschließlich im Kontext der Berufsorientierung. Bei Bedarf können weitere Personen, wie z. B. die Berufsberatung oder Berufseinstiegsbegleitung zu den BEGs eingeladen werden.

Der Erfolg der BEGs beruht auf der engen Beziehung der Lehrkraft zu den Schülerinnen, Schülern und Erziehungsberechtigten. Der vertrauensvolle Rahmen sowie die klare inhaltliche Zielsetzung haben dazu geführt, dass im Rahmen der Erprobung über 90% der Erziehungsberechtigten das Angebot der BEGs wahrgenommen haben. Die BEGs tragen erfolgreich dazu bei, dass Erziehungsberechtigte und Lehrkraft gemeinsam mit dem bzw. der Jugendlichen den individuellen Übergang ins Berufsleben gestalten.

Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll das Konzept sukzessive an interessierten Mittelschulen bayernweit umgesetzt werden. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit dem Projekt #parentsonboard des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e.V. Die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zum Thema „Coaching“ sowie „Einführung in die Materialien und Umsetzung“ werden im Herbst 2026 über FIBS ausgeschrieben. Ergänzend werden Supervisionsangebote zur Unterstützung bereitgestellt. Die teilnehmenden Schulen erhalten mit Beginn der ersten Fortbildungseinheit Zugang zur digitalen Plattform und den dort bereitgestellten Materialien.

Stand: 13. August 2026

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