Mittelschulen sollen mehr passgenaue Unterstützung erhalten. Denn starke Lehrkräfte und starke Mittelschulen sind die beste Unterstützung für unsere Schülerinnen und Schüler.
Schulversuch „Evidenzbasierte Schule“
Umsetzungszeitpunkt: seit Schuljahr 2025/2026
Zentrales Anliegen des Schulversuchs „Evidenzbasierte Schule – Lernen, Steuern und Entwickeln mit System“ ist die Schaffung und Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen, um Daten an der Schule sinnstiftend zu nutzen und konkretes Handeln daraus abzuleiten: „Von Daten zu Taten“.
Neben der Schul- und Unterrichtsentwicklung liegt ein besonderer Fokus auf der Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen: Im Sinne von „Testen und Fördern“ wird dabei pädagogische Diagnostik (z. B. Tests) eng mit Förder‑ und Unterstützungsmaßnahmen (z. B. Lernbänder) verknüpft. Ziel ist ein kontinuierliches Monitoring des Lernfortschritts, das passgenaue Förderung und nachhaltigen Kompetenzaufbau ermöglicht.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik. Zudem erprobt der Schulversuch, wie die Schulaufsicht in ihrer unterstützenden Funktion stärker evidenzbasiert agieren kann, um die Unterstützungssysteme noch besser am konkreten Bedarf der Schulen auszurichten.
- Schulentwicklung und die Begleitung der dafür notwendigen Prozesse sollen evidenzbasierter werden. Dazu wird die Qualitätsagentur im Dialog mit Vertretern der Regierungen und der Staatlichen Schulämter ein Datendashboard entwickeln, das vielseitig und aus unterschiedlichen Perspektiven, die der Schule und die der Schulaufsicht, genutzt werden kann. Vorrangig werden hier zunächst die Bedarfe der Mittelschulen im Startchancenprogramm analysiert, die Erkenntnisse lassen sich dann um weitere Auswertungen ergänzen und auf alle Mittelschulen übertragen.
- Durch das Instrument des Dashboards werden Kennwerte und Entwicklungsparameter der schulischen Arbeit für die Schulaufsicht übersichtlich und transparent aufbereitet. Damit kann die Schulaufsicht auf Evidenz fußende Schulentwicklungsprozesse sinnvoll begleiten, ggf. Schulen mit vergleichbaren Entwicklungsaufgaben vernetzen und ein datenbasiertes Qualitätsmanagement etablieren.
- Die Erkenntnisse beider Modelle sollen zusammengeführt und für die Schulen und die Schulaufsicht zur Verfügung gestellt werden.
Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027
Das Themenfeld „Schulleitung im Team“ soll noch stärker als bisher in den Blick nehmen, dass die Leitung und Qualitätsentwicklung einer Schule nur im gemeinschaftlichen Prozess gelingen kann. Dazu müssen Aufgaben auf mehrere Personen übertragen werden können, die die ihnen anvertrauten Themenfelder verantwortlich im Kollegium und mit der Schulfamilie strukturieren und die dafür notwendigen Prozesse am Laufen halten.
Diese Einbindung einer erweiterten Gruppe von Lehrkräften in schulorganisatorische und schulentwicklerische Prozesse soll entsprechend gewürdigt werden. Dafür kommen Bewährungsfelder für dienstjunge und engagierte Kolleginnen und Kollegen ebenso in Betracht wie die Vergabe von der Schulleitung zur Verfügung stehenden Anrechnungsstunden für besonders zeitintensive Aufgaben. Die betreuten Themenfelder können positiv in der dienstlichen Beurteilung gewürdigt werden
Fortbildungen und Unterstützungstools für Lehrkräfte
FiLBY-SEK ist die Erweiterung des bereits in der Grundschule erfolgreichen Programms FiLBY (Fachintegrierte Leseförderung Bayern) für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Ziel des Programms, welches von der Universität Regensburg ausgearbeitet wurde, ist eine auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende, systematische Leseförderung, die die Weiterentwicklung der individuellen Lesekompetenzen evidenzbasiert unterstützt.
FiLBY-SEK bietet eine digitale Lernumgebung für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 mit altersgerechten Aufgaben, es entlastet Lehrkräfte, verbessert die Qualität des Deutschunterrichts und stellt ein wirksames Instrument zur Steigerung der Lesekompetenz bereit. Zudem umfasst es Funktionen, die speziell auf Lernende mit sonderpädagogischem Förderbedarf sowie einem Förderbedarf in Deutsch als Zweitsprache zugeschnitten sind.
Die Pilotierung von FiLBY-SEK erfolgt zu Schuljahresbeginn 2026/2027 und soll im Anschluss allen Mittelschulen zur Verfügung gestellt werden.
Das Ziel der Fortbildungsinitiative „Stark im Miteinander – Umgang mit herausforderndem Verhalten“ ist es, Lehrkräfte in diesem Bereich durch die Vermittlung von Handlungssicherheit, konkreten Strategien, fachlichem Wissen und Resilienz weiter zu professionalisieren sowie wertvolle Impulse für die Schulentwicklung zu geben.
Die Durchführung der Fortbildungsreihe erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP). Ziel ist es, kurzfristig allen Mittelschulen in diesem Bereich ein auf die jeweiligen Bedarfe abgestimmtes Angebot zur Verfügung zu stellen.
Das QuaMath-Programm ist für alle Schularten konzipiert, um die gesamte Bildungskette in der Mathematik vom Elementarbereich bis zum Abitur zu unterstützen. Ziel der Initiative ist es, Schulnetzwerke auf- und auszubauen und Lehrkräfte im Fach Mathematik weiter zu professionalisieren, um darüber die Qualität des Mathematikunterrichts an der jeweiligen Schulart nachhaltig zu stärken. Die Entwicklung der Unterrichtsqualität im Fach Mathematik der teilnehmenden Mittelschulen erfolgt dabei im Rahmen von regionalen Schulnetzwerken, die durch ein Tandem qualifizierter Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) über drei Jahre intensiv begleitet werden. Aktuell nehmen 105 Mittelschulen an QuaMath teil. Ein zügiger Auf- und Ausbau der Schulnetzwerke ist vorgesehen.
Das ISB-Magazin „Berufliche Orientierung an der Mittelschule“ bietet:
- eine übersichtliche Strukturierung und Zusammenstellung aller relevanten Themen rund um die berufliche Orientierung auf Grundlage des Lehrplans;
- konkrete Handlungs- und Unterrichtshilfen für alle Jahrgangsstufen;
- Inspirationen für Projekte im Rahmen der Berufsorientierung;
- Tipps und hilfreiches Wissen.
Die Zielgruppe für dieses Angebot sind Lehrkräfte, die Fächer aus dem Lernfeld Berufsorientierung unterrichten, also „Werken und Gestalten“, „Ernährung und Soziales“, „Technik“, „Wirtschaft und Kommunikation“ sowie „Wirtschaft und Beruf“.
Es unterstützt die konkrete Unterrichtsvorbereitung in einer Jahrgangsstufe, kann aber auch für das Berufsorientierungsteam der Schule und die Schulentwicklung eine wertvolle Ergänzung darstellen.
Innerhalb des Magazins findet sich an geeigneten Stellen auch ein Link auf eine digitale Pinnwand zum Thema „Vom projektorientierten Arbeiten zur Projektprüfung“, mit umfangreichem Unterstützungsmaterial rund um das Thema Projekt.
Ausgehend von der Frage, wie Unterricht lernwirksam gestaltet werden kann, unterstützt dieses Portal Lehrkräfte mit umfassenden Informationen sowie Ideen und Anregungen für eine erfolgreiche Planung und Gestaltung von nachhaltig wirksamem Unterricht. Das Portal lehnt sich dabei strukturell und inhaltlich an das Modul A des Bayerischen Qualitätstableaus an, um Schulen auch bei spezifischen Fragen im Bereich der Schul- und Unterrichtsentwicklung beratend zur Seite zu stehen.
Konkret werden unter Inhalte zu folgenden Themen zur Verfügung gestellt:
- Theoretische Grundlagen zu lernwirksamem Unterricht
- Praktische Anregungen und Ideen zur Umsetzung
- Möglichkeit zum Download sofort einsetzbarer Materialien
- Erläuterung wichtiger Begrifflichkeiten in einem Glossar
Stand: 28. April 2026