Für Schülerinnen und Schüler an Förderschulen gelten grundsätzlich die Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die im LehrplanPLUS der entsprechenden allgemeinen Schulen formuliert sind. Erziehung, Unterricht und Förderung orientieren sich dabei jedoch immer an den individuellen Unterstützungs- und Förderbedürfnissen der einzelnen Schülerin oder des einzelnen Schülers.

Je nach Art des sonderpädagogischen Förderbedarfs unterscheiden sich die Förderschwerpunkte und die angestrebten Bildungsziele. Die Vorbereitung auf die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben ist wesentlicher Bestandteil von Erziehung und Unterricht in allen Jahrgangsstufen und Fächern.

In Abhängigkeit vom jeweiligen individuellen Förderschwerpunkt sind unterschiedliche Abschlüsse möglich.

Förderschwerpunkt Lernen:

  • Individueller Abschluss (§ 57 VSO-F)
  • Erfolgreicher Abschluss im Bildungsgang des Förderschwerpunkts Lernen nach Abschlussprüfung ( 57a Abs. 3 VSO-F)
  • Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule nach Abschlussprüfung (§ 57a Abs. 1 VSO-F)

Förderschwerpunkte Sehen, Hören, Sprache, körperliche und motorische Entwicklung , emotionale und soziale Entwicklung:

  • Erfolgreicher Mittelschulabschluss
  • Qualifizierender Mittelschulabschluss
  • Mittlerer Schulabschluss

Förderschwerpunkt geistige Entwicklung:

Das Abschlusszeugnis für Jahrgangsstufe 12 enthält eine allgemeine Würdigung über die individuellen Leistungen und Kompetenzen in den verschiedenen Fächern und Bereichen des LehrplanPLUS für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Die Prüfungskultur in der Förderschule

Leistungserhebungen und Prüfungen berücksichtigen die individuelle Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler und haben zum Ziel, Leistungsfortschritte sichtbar zu machen.

Sie orientieren sich je nach Förderschwerpunkt soweit möglich an Kompetenzen und Inhalten der Lehrpläne der entsprechenden allgemeinen Schulen und sind eingebunden in den Prozess der Lernverlaufsdiagnostik. Auf der Grundlage von regelmäßigen Leistungserhebungen werden individuelle Förderpläne entwickelt. Neben fachbezogenen Kompetenzen ist die schulartspezifische Prüfungskultur in besonderer Weise sowohl auf die Entwicklung emotional-sozialer Fähigkeiten als auch auf den zunehmenden Erwerb von Schlüsselkompetenzen für die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe ausgerichtet.

Was ist neu in der Förderschule?

Vielfältige, auch alternative, den Kommunikationsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprechende Leistungserhebungen (mündlich, schriftlich, mehrdimensional) sind bereits jetzt fester Bestandteil der Prüfungskultur an Förderschulen.

Die ausgewählten Formate lassen Rückschlüsse auf in einer Unterrichtseinheit oder -sequenz erworbene Kompetenzen zu und sind so angelegt, dass sie Hinweise auf die nächsten Entwicklungs- und Lernschritte der Schülerin bzw. des Schülers geben. Leistungserhebungen an den Förderzentren orientieren sich unter Berücksichtigung von individuellen Lernausgangslagen und Lernmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler an Kompetenzen und Inhalten der Lehrpläne der entsprechenden allgemeinen Schulen.

In den Jahrgangsstufen fünf bis sieben rücken realitätsnahe Handlungssituationen in projektorientierten Prüfungsformaten verstärkt in den Vordergrund, die insbesondere die für die spätere Lebens- und Arbeitswelt zentralen Kompetenzen in den Blick nehmen. Für Schülerinnen und Schüler, die den Mittelschulabschluss anstreben, dienen sie darüber hinaus als Vorbereitung auf die in der Mittelschule angestrebte Ausweitung projektorientierter Abschlussprüfungen in den Fächern NT und GPG.

Zur Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen sowie zur Stärkung der persönlichen Resilienz stehen neu entwickelte Praxis-Module für die Grundschule und die Sekundarstufe I zur Verfügung, die je nach Förderschwerpunkt auch an den Förderschulen in verschiedenen Fächern eingesetzt werden können. Schülerinnen und Schüler lernen so, sich effektiv auf Leistungserhebungen vorzubereiten, in der Leistungssituation einen kühlen Kopf zu bewahren und sinnvoll mit Prüfungsergebnissen weiterzuarbeiten.

Auch in den Förderschulen kommt den bereits etablierten Feedbackmaßnahmen im Sinne einer alters- und entwicklungsgemäßen, transparenten und kontinuierlichen Rückmeldung noch größere Bedeutung zu.

Stand: 18. Juni 2026

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