Wirtschaftsschule

Die Wirtschaftsschule ist eine berufsvorbereitende Schule, die allgemeine Bildung und eine berufliche Grundbildung vermittelt.

Die Zwei-, Drei- und Vierstufigkeit der Wirtschaftsschule ermöglicht Einstiege in unterschiedlichen Jahrgangsstufen. Sie zählt als Berufsfachschule zu den beruflichen Schulen. Der Schulalltag und die Ausbildung sind daher praxisnah gestaltet und stark an den Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt orientiert. Sie schließt mit dem Mittleren Schulabschluss ab.

Die Prüfungskultur in der Wirtschaftsschule

Die Prüfungskultur an der Wirtschaftsschule ist praxisorientiert und stellt die berufliche Handlungskompetenz in den Mittelpunkt. Leistungserhebungen überprüfen daher nicht nur theoretisches Wissen, sondern insbesondere die Fähigkeit, Aufgaben problemorientiert, anwendungsbezogen und situationsgerecht zu bearbeiten.

Was ist neu in der Wirtschaftsschule?

Im Zuge der Weiterentwicklung der Prüfungskultur an der Wirtschaftsschule werden verstärkt prozessorientierte Prüfungsformate sowie Projektprüfungen etabliert, die sich konsequent an den Anforderungen der modernen Berufs- und Arbeitswelt orientieren.

Dabei rücken komplexe Handlungssituationen, selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit und die Anwendung fachlicher Kompetenzen in realitätsnahen Kontexten in den Vordergrund. Ein besonderer Akzent liegt zudem auf der mündlichen Sprachkompetenz, indem das fachlich korrekte, strukturierte und adressatengerechte Sprechen, das Präsentieren von Arbeitsergebnissen sowie das Argumentieren und Kommunizieren in berufstypischen Gesprächssituationen gezielt in Prüfungsformate integriert werden.

Zur Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen sowie zur Stärkung der persönlichen Resilienz stehen neu entwickelte Praxis-Module für die Sekundarstufe I zur Verfügung, die auf Modulen für die Grundschule aufbauen und als kurze Bausteine in verschiedenen Fächern eingesetzt werden können. Schülerinnen und Schüler lernen so, sich effektiv auf Leistungserhebungen vorzubereiten, in der Leistungssituation einen kühlen Kopf zu bewahren und sinnvoll mit Prüfungsergebnissen weiterzuarbeiten.

Um über den individuellen Lernfortschritt in geeigneter Weise reflektieren zu können, ist die regelmäßige Durchführung von Feedbackmaßnahmen auch an beruflichen Schulen Teil einer zeitgemäßen Prüfungs- und Leistungskultur. Solche Rückmeldungen finden kontinuierlich während des Lernprozesses statt und sind richtungsweisend für das weitere Lernen.

Berufliche Oberschule

Die Berufliche Oberschule umfasst Fachoberschule (FOS) und Berufsoberschule (BOS) . Sie baut in der Regel auf dem mittleren Schulabschluss auf und führt in der 12. Jahrgangsstufe zur Fachhochschulreife sowie in der 13. Jahrgangsstufe zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife.

Für die BOS wird darüber hinaus eine abgeschlossene berufliche Erstausbildung vorausgesetzt. Die Berufliche Oberschule vermittelt Allgemeinbildung, Fachtheorie und fachpraktische Bildung unter Einbeziehung berufspraktischer Erfahrungen. Je nach Begabung und Neigung bzw. beruflicher Vorbildung kann eine von sieben Ausbildungsrichtungen gewählt werden.

Die Prüfungskultur in der Beruflichen Oberschule

Daraus ergibt sich eine Prüfungskultur, die praxisnahe Aufgabenformate mit hohem fachlichem Anspruch verbindet. In den Prüfungen soll sichtbar werden, wie fundiertes Fachwissen angewendet, komplexe Probleme strukturiert bearbeitet und Ergebnisse nachvollziehbar begründet werden.

Insbesondere in den Profilfächern bieten kompetenzorientierte Fragestellungen einen geeigneten Rahmen, um berufliche Anforderungen und Studierfähigkeit gemeinsam zu fördern.

Was ist neu in der Beruflichen Oberschule?

Ein Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung der Prüfungskultur in der Beruflichen Oberschule liegt auf der prozessorientierten Bewertung von Projektarbeiten, zum Beispiel in den neuen Fächern Künstliche Intelligenz, Informatik und Technologie (KIT) sowie Künstliche Intelligenz und Wirtschaftsinformatik (KIWI).

Die Projekte umfassen kreative Ideenfindung, Planung, systematische Umsetzung, Präsentation sowie Reflexion. Als weiterer Schwerpunkt werden mündliche Kompetenzen in Deutsch und den Fremdsprachen weiter ausgebaut. Schriftliche Leistungsnachweise sollen zum Teil ersetzt werden durch mündliche Prüfungsformate, wie z. B. die Debatte oder eine Fachdiskussion. Insgesamt geht es also darum, Leistungserhebungen noch konsequenter auf das im LehrplanPLUS verankerte Prinzip der Kompetenzorientierung auszurichten.

Stand: 18. Juni 2026

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