In Schulen liegt die Verantwortung für die Erteilung von Sportunterricht in der Hand von Lehrkräften mit der Unterrichtsberechtigung für das Fach Sport, im außerschulischen Bereich (z. B. Sportvereine, kommerzielle Einrichtungen) in der Hand z. B. von freiberuflichen Sportlehrkräften, Übungsleiterinnen bzw. Übungsleitern oder Trainerinnen bzw. Trainern.

Bezüglich der Ausbildung und Prüfung sowie des jeweiligen Berufsfelds in Bayern sind daher grundsätzlich zwei Personengruppen zu unterscheiden:

1. Lehrkräfte mit der Befähigung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen und der Fakultas im Fach Sport

2. Personen mit einer freiberuflichen Qualifikation im Bereich Sport

Informationen zur Sportlehrerausbildung

1. Lehrkräfte mit der Befähigung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen und der Fakultas im Fach Sport

In dieser Gruppe ist zwischen Lehrkräften an Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen, Förderschulen, beruflichen Schulen und Gymnasien zu differenzieren. Sportlehrkräfte mit auf die Schullaufbahn ausgerichteter Qualifikation müssen ausnahmslos neben dem Fach Sport mindestens ein weiteres wissenschaftliches Fach in einer zugelassenen Fächerverbindung der Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) studiert und einen 24-monatigen Vorbereitungsdienst absolviert haben. Nur durch das Bestehen der Ersten Lehramtsprüfung sowie des 24-monatigen Vorbereitungsdienstes mit Ablegung der Zweiten Staatsprüfung kann die Befähigung für ein Lehramt erworben werden.

Für das Fach Sport gibt es gem. Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) folgende Studiengänge:

  • Didaktikfach Sport für das Lehramt an Grundschulen gem. § 36 LPO I
  • Didaktikfach Sport für das Lehramt an Mittelschulen gem. § 38 LPO I
  • Unterrichtsfach Sport für die Lehrämter an Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen, beruflichen Schulen und für Sonderpädagogik gem. § 57 LPO I
  • Vertieftes Studium im Fach Sport für das Lehramt an Gymnasien gem. § 83 LPO I

Staatliche Lehrerfortbildung für den Sportunterricht

Zweimal im Jahr schreibt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus zentrale und dezentrale Maßnahmen im Rahmen der Staatlichen Lehrerfortbildung für den Schulsport aus. Deren Durchführung obliegt der Landesstelle für den Schulsport im Bayerischen Landesamt für Schule als unmittelbar nachgeordnete Dienstbehörde. Das bayernweite Angebot berücksichtigt die Nachfrage der Schulpraxis, greift konzeptionelle Neuerungen auf und reicht dabei von sportartübergreifenden bzw. sportartspezifischen Fort- bzw. Weiterbildungslehrgängen bis hin zu schulartübergreifenden bzw. schulartspezifischen Maßnahmen. Fort- und Weiterbildungen im Schwimmen insbesondere im Grundschulbereich bilden dabei eine wichtigen Schwerpunkt.

An folgenden bayerischen Universitäten sind die verschiedenen Lehramtsstudiengänge im Fach Sport eingerichtet:

Ausbildung zur Fachlehrkraft in einer Fächerkombination mit Sport

An Grund- und Mittelschulen, Förderschulen und Realschulen werden auch Fachlehrkräfte eingesetzt. Die fachliche und pädagogisch-didaktische Ausbildung am Staatsinstitut und die mit dem Vorbereitungsdienst abgeschlossene schulpraktische Ausbildung ist auch in einer Fächerkombination mit Sport möglich.

Nähere Informationen finden Sie unter: Lehrerausbildung für Mittelschulen


2. Personen mit einer freiberuflichen Qualifikation im Bereich Sport

In diese Gruppe fallen z. B. Diplom-Sportlehrer/-innen, Sportwissenschaftler/-innen (Bachelor, Master, Diplom), Staatlich geprüfte Sportlehrer/-innen im freien Beruf, Staatlich geprüfte Gymnastiklehrer/-innen im freien Beruf, Staatlich geprüfte Berg- und Skiführer/-innen sowie Staatlich geprüfte Schneesportlehrer/-innen. Personen mit diesen Qualifikationen sind nicht für die Schule, sondern für eine freiberufliche Tätigkeit ausgebildet und finden in Eigeninitiative eine Anstellung in Vereinen, Sportverbänden, Großbetrieben, Kommunen, Rehabilitationszentren, Fitnessstudios etc. oder machen sich selbständig.

Zur Vorbereitung auf eine freiberufliche Tätigkeit im Bereich Sport werden in Bayern im Wesentlichen derzeit folgende Studien- und Ausbildungsgänge angeboten:

  • Nicht-lehramtsbezogene akademische Studiengänge (Bachelor bzw. Master Sportwissenschaft, Sportökonomie, etc.)
  • Nichtakademische Ausbildungslehrgänge (Staatlich geprüfte Gymnastiklehrer/-innen im freien Beruf, Staatlich geprüfte Berg- und Skiführer/-innen, Staatlich geprüfte Schneesportlehrer/-innen)

Die Möglichkeit einer dauerhaften Verwendung im staatlichen Schuldienst in Bayern besteht für Personen mit einer freiberuflichen Qualifikation im Bereich Sport nicht, da hierfür grundsätzlich nur die laufbahnmäßig für den Schuldienst ausgebildeten Sportlehrkräfte in Frage kommen. Eine zeitlich befristete Tätigkeit im öffentlichen Schuldienst in Bayern als Aushilfslehrkraft bzw. eine Beschäftigung an einer Privatschule ist unter Umständen möglich, sofern

  • keine laufbahnmäßig ausgebildeten Sportlehrkräfte zur Verfügung stehen und
  • das Studium bzw. die Ausbildung den Anforderungen des schulischen Sportunterrichts soweit entspricht, dass eine derartige Tätigkeit genehmigt werden kann.

Die Überprüfung hinsichtlich einer Verwendung im schulischen Sportunterricht nimmt auf Antrag des Trägers, bei dem eine Tätigkeit angestrebt wird, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus vor. Insb. im Hinblick auf die grundsätzliche Gefahrengeneigtheit des Faches Sport geht es dabei im Kern um den Nachweis einer sportpraktischen Ausbildung in den lehrplanrelevanten Sportarten sowie der Ausbildungen in Erster Hilfe und im Rettungsschwimmen. Die genannten Beschäftigungsverhältnisse werden nicht zentral vom Staatsministerium vergeben.

Interessenten können sich direkt bei einer Schule oder ggf. über ein entsprechendes Portal im Internet Stellen bewerben.

Für Personen mit einer freiberuflichen Qualifikation im Bereich Sport besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit zur Ausbildung zur Fachlehrkraft für Sport und Informationstechnik mit Einsatzmöglichkeiten an Grund-, Mittel- und Realschulen.

Die fachlichen Voraussetzungen im Fach Sport werden durch den erfolgreichen Berufsabschluss als Staatlich geprüfter Sportlehrer/-in im freien Beruf, Diplom-Sportlehrer/-in, Sportwissenschaftler/-in (Diplom bzw. Master) oder durch eine vergleichbare Ausbildung abgedeckt. Während der Ausbildung wird in einem Ausbildungsjahr die fachliche Ausbildung in Informationstechnik und in einem anschließenden weiteren Ausbildungsjahr die pädagogisch-didaktische Ausbildung jeweils für beide Fächer vermittelt. Der darauffolgende zweijährige Vorbereitungsdienst beinhaltet eine Zweite Qualifikationsprüfung.

Weitere Informationen sind eingestellt unter: Lehrerausbildung für die Mittelschule / Förderlehrer


3. Anerkennung

Für die Feststellung der Gleichwertigkeit im Ausland erworbener Ausbildungsnachweise mit der nichtakademischen Ausbildungen als Gymnastiklehrer/-in und Sportlehrer/-in im freien Beruf sowie als Fachsportlehrer/-in im freien Beruf mit staatlicher Prüfung ist gem. dem Bayerischen Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen (Bayerisches Berufsqualifikationsgesetz - BayBQFG) die Technische Universität München zuständig. Antragsberechtigt sind alle Personen, die eine ausländische Berufsqualifikation haben und darlegen, eine entsprechende Beschäftigung im Freistaat Bayern ausüben zu wollen. Anträge sind direkt an die Technische Universität München (Connollystraße 32, D-80809 München) zu richten.

Dieses Gesetz findet keine Anwendung für den Erwerb der Befähigung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen. Hierfür gelten abschließend das Bayerische Lehrerbildungsgesetz (BayLBG) und die darauf beruhenden Regelungen.

Beim Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus müssen Sie nur dann eine Anerkennung Ihres außerbayerischen bzw. ausländischen Hochschulabschlusses im Bereich Sport anstreben, wenn eine Aufnahme in den bayerischen Vorbereitungsdienst bzw. die Einstellung in den staatlichen Schuldienst in Bayern das Ziel ist.

Damit ein Anerkennungsverfahren eröffnet werden kann, müssen Sie über einen (Hochschul-) Abschluss verfügen, der Sie in Ihrem Heimat- bzw. Herkunftsland innerhalb der EU bzw. im EWR oder in der Schweiz berechtigt, den Beruf als Lehrerin oder Lehrer mit dem Fach Sport an Schulen auszuüben.

Beim Anerkennungsverfahren außerbayerischer bzw. ausländischer Sportlehrerqualifikationen für den Einsatz im Schuldienst wird festgestellt, ob eine außerhalb des Geltungsbereichs des Bayerischen Lehrerbildungsgesetzes (BayLBG) erworbene Befähigung der Befähigung für ein Lehramt im Sinn dieses Gesetzes entspricht. Ist das nicht der Fall, sind die Unterschiede hinsichtlich Vorbildung, Ausbildung und Prüfungen aber durch die Erbringung zusätzlicher Leistungen ausgleichbar, so setzt die Feststellung der Lehramtsbefähigung eine entsprechende Nachqualifikation im Freistaat Bayern voraus. Die Befähigung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen wird durch das Bestehen der Ersten Lehramtsprüfung und der Zweiten Staatsprüfung für dieses Lehramt erworben.

Nähere Informationen zum Anerkennungsverfahren und zur Eröffnung eines solchen im Online-Verfahren finden Sie unter:

Schulartspezifische grundlegende Informationen zur Anerkennung von Lehrerberufs- bzw. Lehramtsqualifikationen finden Sie hier:

Hinweis:
Für die Anerkennung von außerbayerischen Übungsleiterscheinen und Trainerlizenzen sind die betroffenen Sportfachverbände zuständig. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage des Bayerischen Landes-Sportverbandes.


4. Rechtsgrundlagen zur Lehramtsausbildung

Stand: 26. März 2024

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