Die Mittelschule sichert als weiterführende Schulart eine grundlegende Allgemeinbildung, anwendbare fachliche, methodische und soziale Kompetenzen sowie Alltagskompetenzen zur erfolgreichen Bewältigung auch außerschulischer Lebenssituationen.

Sie sieht den Erziehungsauftrag als zentrale Aufgabe, welche insbesondere durch das grundlegende Klassenlehrerprinzip, ein differenziertes Ganztagesangebot sowie verschiedene Angebote der Jugendhilfe unterstützt wird. Die Mittelschule führt in den Regelklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 zum erfolgreichen oder qualifizierenden Abschluss der Mittelschule. In Praxisklassen und Deutschklassen kann ebenfalls der erfolgreiche Abschluss der Mittelschule erlangt werden. Die mit der Jahrgangsstufe 7 beginnenden Mittlere-Reife-Klassen umfassen die Jahrgangsstufen 7 bis 10 und führen – wie auch die Vorbereitungsklassen – zum mittleren Schulabschluss an der Mittelschule (vgl. BayEUG Art.7a ). Das Bildungsangebot schafft mit dem Ziel der Ausbildungsreife die Voraussetzung für den Übertritt in die berufliche Erstausbildung sowie in weitere schulische und berufliche Bildungsgänge.

Die Prüfungskultur in der Mittelschule

In der Mittelschule werden neben schriftlichen und mündlichen Leistungsnachweisen vor allem anwendbare Fähigkeiten in realitätsnahen Handlungssituationen geprüft, um der Kompetenzorientierung des LehrplanPLUS umfassend gerecht zu werden.

Hierzu werden verschiedene Formen und Methoden der Leistungsmessung angewandt, welche praktische Aufgaben ermöglichen, sprachliche, fachliche, methodische sowie soziale Kompetenzen abbilden und mitunter mehrere Unterrichtsfächer verbinden. Leistungsfeststellungen dienen einerseits als pädagogisches Diagnoseinstrument, das den Lernstand sichtbar macht und Grundlage für individuelle Förderung ist. Andererseits sorgen sie für Vergleichbarkeit von Leistungen, insbesondere im Hinblick auf die angestrebten Abschlüsse wie den erfolgreichen und qualifizierenden Mittelschulabschluss oder den mittleren Schulabschluss.

Was ist neu in der Mittelschule?

Bereits jetzt sind in der Mittelschule ergänzend zu schriftlichen und mündlichen Leistungsnachweisen alternative Prüfungsformate möglich, die sowohl analoge als auch digitale Formate einschließen sowie praktische und mehrdimensionale Aspekte beinhalten (z.B. Portfolioarbeit, Erstellung von Erklärvideos).

Im Rahmen der aktuellen Weiterentwicklung soll darüber hinaus – ergänzend zur bereits etablierten Projektprüfung – eine Ausweitung projektorientierter Abschlussprüfungen in den Fächern NT und GPG angestrebt werden. In Vorbereitung hierauf und zur Förderung funktionaler Kompetenzen wird bereits in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 verbindlich eine bewertete Projektarbeit pro Schuljahr eingeführt.

Zudem wird die Terminierung der zentralen Abschlussprüfungen an den bayerischen Mittelschulen zugunsten einer Entlastung für die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte entzerrt. Ab dem Schuljahr 2026/2027 werden demnach zwischen den zentral gestellten Prüfungen zur besonderen Leistungsfeststellung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule sowie zum mittleren Schulabschluss an der Mittelschule prüfungsfreie Tage liegen.

Zur Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen sowie zur Stärkung der persönlichen Resilienz stehen neu entwickelte Praxis-Module für die Sekundarstufe I zur Verfügung, die auf Modulen für die Grundschule aufbauen und als kurze Bausteine in verschiedenen Fächern eingesetzt werden können. Schülerinnen und Schüler lernen so, sich effektiv auf Leistungserhebungen vorzubereiten, in der Leistungssituation einen kühlen Kopf zu bewahren und sinnvoll mit Prüfungsergebnissen weiterzuarbeiten.

Um über den individuellen Lernfortschritt in geeigneter Weise reflektieren zu können, steht auch in der Mittelschule die regelmäßige Durchführung von Feedbackmaßnahmen noch stärker im Vordergrund einer zeitgemäßen Prüfungs- und Leistungskultur. Bereits bewährte Feedback-Instrumente wie etwa Peer-Feedback, Arbeit mit Selbst- und Fremdeinschätzung oder Lerngespräche im Unterricht gewinnen damit noch größere Bedeutung. Solche Rückmeldungen finden kontinuierlich während des Lernprozesses statt und sind richtungsweisend für das weitere Lernen.

Die MSO-Anpassungen im Bereich der Leistungserhebungen treten ab dem 1. August 2026 in Kraft. Alle vorgesehenen Änderungen können bereits hier in der Lesefassung des Verordnungsentwurfs eingesehen werden.

Stand: 18. Juni 2026

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