An der Realschule erhalten die Schülerinnen und Schüler eine breite allgemeine und berufsvorbereitende Bildung. Mit ihrem differenzierten Angebot an verschiedenen Ausbildungsrichtungen wird die Realschule den unterschiedlichen Begabungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße gerecht.
Durch vielfältige, lebensweltbezogene und wertebasierte Bildungsangebote gelingen eine Verschränkung von Theorie und Praxis sowie die nachhaltige Förderung personaler, sozialer, fachlicher und überfachlicher Kompetenzen. An der Realschule werden somit die Grundlagen für vielfältige berufliche Karrierewege sowie die schulische Weiterbildung bis hin zur Allgemeinen Hochschulreife bereitet.
Die Prüfungskultur in der Realschule
Die Prüfungskultur an Realschulen eröffnet entsprechend ihrem breiten allgemeinen und berufsvorbereitenden Bildungsangebot sowie den unterschiedlichen und miteinander verwobenen Kompetenzbereichen der einzelnen Fächer vielfältige Formen der Leistungserhebung.
Auf der Grundlage des Lehrplans und der Qualitätsanforderungen der jeweiligen Fächer finden auch überfachliche Kompetenzen Beachtung, insbesondere Aspekte wie Problemlösung, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und kritisches Denken – Kompetenzen, wie sie in einer modernen und sich rasch wandelnden Arbeitswelt erforderlich sind.
Was ist neu in der Realschule?
Bewährte Formen von Leistungsnachweisen werden um gleichwertige innovative Prüfungsformate erweitert.
Durch Formate wie beispielsweise Projekte, Debatten, Überprüfungen der mündlichen Kommunikationsfähigkeit oder Portfolios können Realschülerinnen und Realschüler ihre Kompetenzen in den unterschiedlichen Bereichen und Fächern unter Beweis stellen. Zudem werden kollaborative und prozessorientierte Arbeitsformen ermöglicht, welche für den weiteren beruflichen oder schulischen Ausbildungsweg nützlich sind.
Um Raum für den Einsatz solcher Prüfungsformate zu eröffnen, wird ab dem Schuljahr 2026/2027 die Mindestanzahl kleiner Leistungsnachweise in mehr als zweistündigen Fächern von drei auf zwei pro Schulhalbjahr reduziert. Somit sind in allen Fächern nur noch mindestens zwei kleine Leistungsnachweise pro Schulhalbjahr zu fordern.
Zur Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen sowie zur Stärkung der persönlichen Resilienz stehen neu entwickelte Praxis-Module ab Jahrgangsstufe 5 zur Verfügung, die auf Modulen für die Grundschule aufbauen und als kurze Bausteine in verschiedenen Fächern eingesetzt werden können. Schülerinnen und Schüler lernen so, sich effektiv auf Leistungserhebungen vorzubereiten, in der Leistungssituation einen kühlen Kopf zu bewahren und sinnvoll mit Prüfungsergebnissen weiterzuarbeiten.
Um über den individuellen Lernfortschritt in geeigneter Weise reflektieren zu können, ist die regelmäßige Durchführung von Feedbackmaßnahmen auch in der Realschule Teil einer zeitgemäßen Prüfungs- und Leistungskultur. Solche Rückmeldungen finden kontinuierlich während des Lernprozesses statt und sind richtungsweisend für das weitere Lernen.
Die RSO-Anpassungen im Bereich der Leistungserhebungen treten ab dem 1. August 2026 in Kraft. Alle vorgesehenen Änderungen können bereits hier in der Lesefassung des Verordnungsentwurfs eingesehen werden.
Stand: 18. Juni 2026