Die Grundschule ist der erste gemeinsame schulische Bildungsort für Kinder mit sehr unterschiedlichen Biografien und Bildungshintergründen. Ihr zentraler Auftrag besteht in der verlässlichen Grundlegung von Bildung als Basis für die weitere schulische Laufbahn ebenso wie für kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Grundschule begleitet Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg und unterstützt sie in ihrer Entwicklung zu eigenständig denkenden sowie verantwortungs- und wertebewusst handelnden Persönlichkeiten. Sie stärkt und fördert alle ihr anvertrauten Schülerinnen und Schüler und knüpft an Erfahrungen, Kompetenzen und Interessen der Kinder an. Neue Aufgaben im Sinne einer grundlegenden Bildung ergeben sich für die Grundschule durch die Entwicklungen im Bereich der digitalen und interaktiven Medien. Eine entwicklungsgemäße Nutzung digitaler Medien, in der auch Grenzen aufgezeigt und beachtet werden, ist von wesentlicher Bedeutung.

Kultur des Feedbacks und der Leistungserhebung

Grundschülerinnen und Grundschüler wollen lernen und etwas leisten. Die pädagogische Leistungskultur in der Grundschule ist geprägt von einer wertschätzenden Begleitung individueller Lern- und Entwicklungsprozesse. Die Lehrkräfte nehmen die Stärken der Kinder bewusst wahr. Sie ermöglichen Erfolgserlebnisse und betrachten Leistungen ganzheitlich. Leistungserhebungen dienen der individuellen Rückmeldung sowie Förderung und berücksichtigen neben Ergebnissen auch die im Lernprozess gezeigten Anstrengungen und Fortschritte. Bewertung und Feedback erfolgen wertschätzend und transparent. Kind- und entwicklungsgerechte Gespräche ermöglichen eine Würdigung des bereits Erreichten und richten den Blick auf die nächsten Schritte. Sie sind fester Bestandteil der Lernkultur in der Grundschule.

Was ist neu in der Grundschule?

Verschiedenste Formen der Leistungserhebung und -bewertung im Sinne der Kompetenzorientierung sind in der Grundschule schon seit Jahren etabliert. Mündliche, schriftliche und praktische Leistungserhebungen können nun auch digitale Elemente enthalten.

Beispiele sind etwa (digitale) Lapbooks, Hörspiele als (digitale) Lernaufgabe, (digitale) Präsentationen, Podcasts oder E-Books. Leistungsnachweise dieser Formate ergeben sich auch aus offenen Unterrichtsformen.

In der Grundschule kommen Schülerinnen und Schüler erstmals mit schulischen Leistungssituationen in Berührung. Die hier erworbenen Erfahrungen sind grundlegend für den Umgang mit Herausforderungen auf dem weiteren Bildungs- und Lebensweg. Neu entwickelte Praxis-Module zur Förderung von Lern- und Prüfungskompetenzen führen behutsam, alters- und kindgerecht an Leistungssituationen heran.

Um über den individuellen Lernfortschritt in geeigneter Weise reflektieren zu können, stehen in der Grundschule kindgerechte Feedbackmaßnahmen noch stärker im Vordergrund einer zeitgemäßen Prüfungs- und Leistungskultur. Bereits bewährte Feedback-Instrumente wie etwa Lernentwicklungsgespräche (LEG) in den Jahrgangsstufen 1 bis 3, Peer-Feedback, Arbeit mit Selbst- und Fremdeinschätzungsbögen, Lerntagebücher oder Lerngespräche im Unterricht gewinnen damit noch größere Bedeutung. Rückmeldungen dieser Art finden kontinuierlich während des Lernprozesses statt und sind richtungsweisend für das weitere Lernen.

Stand: 18. Juni 2026

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