Schülerinnen und Schüler sitzen im Klassenzimmer und erledigen eine Schreibarbeit. Ein Mädchen lacht in die Kamera
Lernen im eigenen Tempo ©Kzenon-stock.adobe.com

Schülerinnen und Schüler brauchen ausreichend Zeit, um zu lernen, zu üben, ihre Persönlichkeit zu entwickeln – und um ihren eigenen Bildungsweg zu gehen. Die Mittelschulen sollen dafür flexible Spielräume erhalten und in ihrer Eigenverantwortlichkeit gestärkt werden.

Jahrgangsübergreifendes Lernen an der Mittelschule (JAMI)

Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027

Jahrgangsübergreifendes Lernen an der Mittelschule (JAMI) wird zum Schuljahr 2026/2027 in das Regelangebot der Mittelschule überführt. Schulen können JAMI dann im Rahmen eines besonderen Schulprofils umsetzen.

Neue innovative Formen des Unterrichts, die bereits seit dem Schuljahr 2022/2023 im Rahmen des laufenden Schulversuchs entwickelt und erprobt werden, ermöglichen jahrgangsübergreifendes Lernen in einer gemeinsamen Klasse mit enger pädagogischer Begleitung. Um Schülerinnen und Schüler der Mittelschule mit besonderen Förderbedarfen mehr Lernzeit zu ermöglichen, können an Schulen mit diesem besonderen Schulprofil die Jahrgangsstufen 5 und 6 in drei Jahren in einer gemeinsamen Klasse durchlaufen werden, ohne dass das dritte Jahr auf die Regelschulzeit aufgerechnet wird. Die wichtigsten Punkte bei der Ausweitung von JAMI:

  • Zum Schuljahr 2026/2027 sollen weitere neue Schulen zu den bereits existierenden 12 Standorten hinzukommen.
  • Die am Schulversuch teilnehmenden Mittelschulen werden den neu hinzukommenden JAMI-Schulen künftig als Ankerschulen zur Verfügung stehen. JAMI-Klassen werden zur Förderung pädagogischer Ziele eingerichtet, weshalb die Einrichtung von JAMI-Klassen an ein besonderes Schulprofil geknüpft sein wird, auf das sich Schulen bewerben können.
  • Die für eine Ausweitung erforderlichen Ressourcen werden in Form von Budget- und Anrechnungsstunden zur Verfügung gestellt. Außerdem stellt das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) Materialien und Unterrichtshilfen bereit, welche die Lehrkräfte in ihrer täglichen Arbeit in einem heterogenen Lernsetting unterstützen. Im Zuge der Netzwerkbildung entstehen zusätzlich passgenaue Fortbildungsangebote in den Regierungsbezirken.
  • Ein Anschreiben mit allen wichtigen Informationen und Modalitäten für eine Bewerbung auf das Schulprofil wird in Kürze an die Mittelschulen verschickt. Schulen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich auf dieser Grundlage bewerben.

Flexible Stundentafel

Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027

Die Einführung der flexiblen Stundentafel erfolgt zum Schuljahr 2026/2027 flächendeckend an allen Mittelschulen. Die Flexibilisierung der Stundentafel stärkt die Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler und ermöglicht es den Lehrkräften, sie gezielt und individuell zu fördern.

In den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 können in Eigenverantwortung der Schulen zur individuellen Schwerpunktsetzung und zur Sicherung von Basiskompetenzen künftig bis zu zwei Stunden pro Woche für einzelne Schülerinnen und Schüler, Gruppen oder die gesamte Klasse zur Förderung in Deutsch, Mathematik und Englisch genutzt werden.

Dabei ist es wichtig, dass die flexibilisierten Fächer regelmäßig wechseln (s. Bsp.), um sicherzustellen, dass alle Fächer weiterhin angemessen unterrichtet und die Bildungsziele des LehrplanPLUS vollständig umgesetzt werden. Dies ist möglich, da die Fachlehrpläne der Mittelschule so ausgelegt sind, dass von den insgesamt 38 Schulwochen ca. zwölf Wochen in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 bzw. M9 als pädagogischer Freiraum zur Verfügung stehen. In ihm kann u.a. vertiefend am Kompetenzerwerb gearbeitet werden (vgl. LehrplanPLUS für die bayerische Mittelschule, Bildungs- und Erziehungsauftrag, Punkt 3.1 Kompetenzbegriff im LehrplanPLUS).

Die rechtliche Verankerung der beschriebenen Möglichkeit zur Flexibilisierung soll perspektivisch über eine Änderung der Anlage 1 (zu § 11) MSO erfolgen.

Unterstützung in Form von Konzepten sowie Fortbildungen zur Umsetzung werden durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) bereitgestellt.

Zu sehen ist am Beispiel aus der Jahrgangsstufe 6 eine flexible Wochenplanung. Unterschieden wird hierbei nach Fach, Stunden pro Woche und Flexibilisierungsmaßnahme. Abgebildet werden die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, WiB, Musik, GPG und Informatik
©StMUK

Schulversuch „Integrierter M-Zug“

Umsetzungszeitpunkt: Schuljahr 2026/2027

Innerhalb des dreijährigen Schulversuchs „Integrierter M-Zug“ wird das M-Angebot an teilnehmenden Mittelschulen in die Regelklassen der Jahrgangsstufen 7 bis 9 integriert. Im Rahmen des Schulversuchs zum „integrierten M-Zug“ soll ein weiterer Weg zum mittleren Schulabschluss an der Mittelschule in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 erprobt werden. Die Systematik bzgl. Jahrgangsstufe 10 bzw. den Vorbereitungsklassen bleibt davon unberührt. Eine vollständige Ablösung der etablierten M-Klassen ist darüber hinaus nicht vorgesehen.

  • Ziel des Schulversuchs ist vorrangig, integratives Lernen zu fördern sowie die Klassen- und Sozialstrukturen längerfristig zu erhalten und damit einhergehend peer-to-peer-Lernprozesse noch besser nutzbar zu machen.
  • Eine konkrete unterrichtliche Umsetzung soll über verschiedene differenzierende Maßnahmen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch erfolgen. Die hierfür erforderlichen Ressourcen werden den am Schulversuch teilnehmenden Schulen bzw. Schulverbünden zur Verfügung gestellt.
  • Die dreijährige Erprobungsphase des integrierten M-Zugs startet zum Schuljahr 2026/2027 bayernweit. Eine Begleitung des Schulversuchs erfolgt durch das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).
  • Ein Anschreiben mit allen wichtigen Informationen und Modalitäten für eine Bewerbung auf den Schulversuch wird in Kürze an die Mittelschulen verschickt. Schulen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich auf dieser Grundlage bewerben.

Stand: 28. April 2026

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