Schülerinnen und Schüler glänzen mit hervorragenden Leistungen beim Landeswettbewerb Alte Sprachen.
Dafür gäbe es auch im antiken Rom ein „summa cum laude“: Den ersten „Landeswettbewerb Alte Sprachen“ im neuen neunjährigen Gymnasium, an dem weit über 1000 Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern teilgenommen haben, gewannen Ellen Disch (Melanchthon-Gymnasium Nürnberg), Anna Hartl (Gymnasium bei St. Stephan Augsburg) und Simon Reichl (Gymnasium Markt Indersdorf). Sie überzeugten in den drei Wettbewerbsrunden nicht nur durch ihre exzellenten sprachlichen Fähigkeiten beim Übersetzen. Auch knifflige Fragen rund um die Antike, die Interpretation eines lateinischen oder griechischen Texts und das Kolloquium – die letzte Wettbewerbsrunde – meisterten sie durch ihre Kreativität und ihr Können mit Bravour.
Kultusministerin Anna Stolz zeigt sich beeindruckt von den Spitzenleistungen:
„Meine allerherzlichste Gratulation zu diesem herausragenden Erfolg! Die sprachliche Präzision der Siegerbeiträge, das fachliche Know-How unserer Schülerinnen und Schüler – aber vor allem ihre Begeisterung für die Antike haben mich echt beeindruckt! Das zeigt: Die Fächer Latein und Griechisch bilden eine lebendige Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart. Hier lernen junge Menschen klar zu analysieren sowie kritisch zu denken und entwickeln ein feines Gespür für Sprache, Werte, Kultur und Gemeinschaft – ein unverzichtbares Kompetenzpaket in der heutigen Zeit, mit dem man auch für die Zukunft bestens aufgestellt ist.“
Drei Runden im Landeswettbewerb Alte Sprachen
In der ersten Runde waren von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertiefte Sprachkenntnisse, Scharfsinn und Kreativität im Umgang mit lateinischen bzw. griechischen Texten gefragt, die aus der Feder des früheren Papstes Franziskus sowie des spätantiken Autors Dion Chrysostomos stammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich darin u. a. mit den hochaktuellen Themen „Menschenrechte“ und „Selbstbewusste Frauen“.
Die Besten traten anschließend in Runde zwei zu einer Interpretationsklausur an. Im Fach Latein hatten sie die Aufgabe, eine Textstelle aus Ovids Tristien zu interpretieren. Hier stellten sich die Schülerinnen und Schüler neben der Interpretation des Textes der Herausforderung, einen Leserbrief, einen Podcast oder einen Social-Media-Thread aus der Perspektive einer Person, die ihre Heimat aufgeben muss, zu verfassen. Im Fach Griechisch setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der „Verfassungsdebatte“ in Herodots Historien auseinander. Auch hier war der Text zuerst zu interpretieren – um dann aus der Sicht eines Zeitreisenden ein Plädoyer für die Demokratie zu verfassen.
In der finalen dritten Runde waren die besten zehn Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Kolloquium ins Bayerische Kultusministerium eingeladen. Dort konnten sie das Prüfergremium durch ihr umfassendes Wissen und ihre fachlichen Perspektiven – auch weit über die Antike hinaus – überzeugen.
Am Landeswettbewerb Alte Sprachen können Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die in der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums einen Kurs oder ein Seminar in Latein und bzw. oder Griechisch belegen. Der Wettbewerb wird jährlich vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-J.-Saal-Stiftung veranstaltet. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden unter anderem der Studienstiftung des Deutschen Volkes zur Aufnahme vorgeschlagen. Darüber hinaus erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab der zweiten Runde wertvolle Preise.
Stand: 24. April 2026