Begabtenförderung - wie funktioniert das eigentlich?

Begabtenförderung gehört ebenso wie die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit schwierigeren Startbedingungen zum Kern von Bildungsgerechtigkeit. Dabei stehen im bayerischen Konzept und der schulischen Praxis die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler im Mittelpunkt der Begabtenförderung.
Vielfältige Instrumente stehen in Bayern für eine individuell möglichst passgenaue Begabtenförderung zur Verfügung – von der Flexiblen Grundschule, dem Mittleren-Reife-Zug an der Mittelschule über die Einrichtung von Talentklassen an Realschulen sowie den Hochbegabtenklassen und Kompetenzzentren für Begabtenförderung an Gymnasien bis hin zum Angebot von Spitzenwettbewerben und Programmen wie „Talent im Land Bayern“ oder der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“.

Bayern setzt dabei auf eine möglichst frühe Erkennung der Begabungen, eine intensive Beratung und die kontinuierliche Förderung. Vielfältige Informationen zur Begabtenförderung im Freistaat sowie weiterführende Links erhalten Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen sowie Hochbegabte und deren Eltern auf folgenden Seiten.

Was ist (Hoch-)Begabung?

Aufgrund einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Beschreibungsformen in der Fachliteratur gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs „(Hoch-)Begabung“. Als ein grundlegendes Kriterium für (Hoch-)Begabung wird jedoch eine weit überdurchschnittliche Intelligenz angesehen: In der psychologischen Diagnostik gelten dabei diejenigen Personen als hochbegabt, die einen IQ von mindestens 130 erzielen – das sind ca. 2 % der Bevölkerung. Ergänzend müssen noch weitere Faktoren berücksichtigt werden.

Eine Erstinformation zum Thema bieten die Broschüre „Begabte Kinder finden und fördern“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung , die sich v. a. an betroffene Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte wendet, sowie der Leitfaden „Besondere Begabungen an weiterführenden Schulen finden und fördern“ des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB).

Das Münchner Hochbegabungsmodell von Heller u.a. (Heller, K. A. (Hrsg): Lehrbuch Begabungsdiagnostik in der Schul- und Erziehungsberatung, 2. vollständig überarbeitete Auflage, Bern 2000) beschreibt Begabung beispielsweise als mehrdimensionales Konzept in seinem Gesamtzusammenhang. Das Modell grenzt dabei personale Leistungsvoraussetzungen von gezeigter Leistung in unterschiedlichen Gebieten ab. Nach Heller bestimmen nicht nur personale Begabungsfaktoren (wie intellektuelle und kreative Fähigkeiten) die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person eine Begabung in einem bestimmten Leistungsbereich zeigt, sondern auch weitere Persönlichkeitsmerkmale (wie Stressbewältigung und Leistungsmotivation) sowie äußere Umweltmerkmale (wie die familiäre Lernumwelt oder das Klassenklima) beeinflussen diese. Im Beratungskontext kann das Modell dabei hilfreich sein, die Beteiligten auf Entwicklungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, über Interventions- und Veränderungsmöglichkeiten zu diskutieren und vorschnell gefasste, monokausale Ursachenzuschreibungen etwa bei Underachievement zu hinterfragen.

Begabung und Diagnostik

Die Beratung von besonders begabten Schülerinnen und Schülern und deren Erziehungsberechtigten erfolgt an der Schule über die Klassenleitung und die in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte. Weitere Ansprechpartner sind im Rahmen der Staatlichen Schulberatung die Beratungslehrkräfte sowie die Schulpsychologinnen bzw. Schulpsychologen an den Schulen vor Ort. Darüber hinaus verfügt jeder Regierungsbezirk über eine Staatliche Schulberatungsstelle, an der besonders erfahrene Beratungslehrkräfte und Schulpsychologinnen bzw. Schulpsychologen auch für Fragen rund um Begabung und Diagnostik zur Verfügung stehen.

Staatliche Schulberatungsstellen

Das Beratungsangebot der Staatlichen Schulberatung umfasst:

  • Identifikation und Diagnose des Begabungspotenzials
  • Möglichkeiten der Förderung an der Schule
  • Beratung zur Schullaufbahn (wie z. B. Überspringen/Wechsel der Schule)
  • Beratung von betroffenen Lehrkräften
  • Beratung für die Kinder
  • Mögliche außerschulische Förderung

Begabungspsychologische Beratungsstellen

Das Angebot der Begabungspsychologischen Beratungsstelle der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Begabungspsychologischen Beratungsstelle der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie der landesweiten Beratungsstelle für Hochbegabung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg reicht von der eingehenden Beratung von Eltern und Lehrkräften bis hin zur Identifikation und Diagnose des Begabungspotenzials.

Ludwig-Maximilians-Universität München
Begabungspsychologische Beratungsstelle
Edmund-Rumpler-Str. 13
80939 München
Tel.: 089/ 2180 72500
E-Mail: beratung-hb@psy.lmu.de
Website: www.psy.lmu.de/begabung

Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Begabungspsychologische Beratungsstelle
Röntgenring 10
97070 Würzburg
Tel.: 0931/ 31 86023
E-Mail: begabungsberatungsstelle@uni-wuerzburg.de
Website: www.uni-wuerzburg.de/begabungsberatungsstelle

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
LBFH - Landesweite Beratungs- und Forschungsstelle für Hochbegabung
Dutzendteichstraße 24
90478 Nürnberg
Tel. 0911/ 5302 96509
E-Mail: lbfh@fau.de
Website: www.lbfh.uni-erlangen.de

Maßnahmen zur (Hoch-)Begabtenförderung

Das bayerische Bildungswesen bietet den jungen Menschen günstige Voraussetzungen für ihre individuelle Förderung und Entfaltung. Mit den verschiedenen Schularten des differenzierten Schulsystems werden den Lernenden passgenaue Bildungsgänge angeboten, die deren unterschiedlichen Neigungen und Interessen, Begabungen und Fähigkeiten entsprechen. Auch innerhalb der einzelnen Schularten ist die individuelle Förderung ein fester Bestandteil der Unterrichtsorganisation.

Dabei ist eine breite Palette an Maßnahmen speziell auf die Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern ausgerichtet und umfasst Schullaufbahn verkürzende Maßnahmen (Akzeleration) sowie zusätzliche, über den Unterricht hinausgehende Angebote (Enrichment). Weitere wichtige Bausteine in der Begabtenförderung stellen die Beratung besonders begabter Kinder und Jugendlicher und deren Eltern durch schulische Expertinnen und Experten dar und die Verankerung des Themas Begabtenförderung in der Lehreraus- und -fortbildung.

Schulartübergreifende Maßnahmen

Schülerwettbewerbe stellen eine motivierende Herausforderung für besonders interessierte und begabte Kinder und Jugendliche dar, durch die sie sich beweisen können sowie Bestätigung und eine besondere Förderung erfahren. Je nach Interesse der Schülerinnen und Schüler kann hier zwischen einer Vielzahl an Wettbewerben aller Fachbereiche gewählt werden, ebenso wie zwischen Aufgabenformaten, die entweder im Team oder einzeln zu erledigen sind.

Das bayerische Kultusministerium veranstaltet eine Reihe bayerischer Landeswettbewerbe, wie „Erinnerungszeichen“, „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“ oder den „Landeswettbewerb Alte Sprachen“.

Ebenfalls hervorzuheben sind die von der KMK besonders empfohlenen bundesweiten Schülerwettbewerbe, die herausragende Qualitätskriterien erfüllen, wie z. B. der „Europäische Wettbewerb“, „Jugend debattiert“, „Jugend forscht“, der „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“ oder die Chemie-, Physik- oder Mathematik-Olympiaden.

Weitere Informationen zu Schülerwettbewerben erhalten Sie hier.

Vom Staatsministerium organisierte Ferienseminare für besonders interessierte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler der Mittelschule (nach Jahrgangsstufe 8), Realschule (Jahrgangsstufe 9), des Gymnasiums (Jahrgangsstufe 11 und 12), der Wirtschaftsschule (Jahrgangsstufe 9) und Berufsfachschule sowie Berufsschule, Fachoberschule und Berufsoberschule (jeweils in unterschiedlichen Jahrgangsstufen) vermitteln über den Unterricht hinaus anregende und bereichernde Kenntnisse in Vorträgen sowie Exkursionen und bieten Gelegenheit zu Gesprächen mit bekannten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Maßstab für die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Ministerialbeauftragten und das Staatsministerium ist neben rein schulischen Leistungen ein besonderes Engagement für die Gemeinschaft.

Zudem organisiert der Verein für Bildung und Begabung e. V. in den Sommerferien die SchülerAkademien (für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, die in der Regel ein Gymnasium besuchen) und die JuniorAkademien (Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, die eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen), die ein vielseitiges und ein für Hochbegabte sehr ansprechendes Programm anbieten. Weitere Informationen befinden sich hier

Ebenso unterstützen zahlreiche Stipendienprogramme Jugendliche dabei, ihre eigenen Begabungen weiter zu entfalten. Unter der Schirmherrschaft des bayerischen Kultusministeriums fördert beispielsweise das Programm „Talent im Land – Bayern“ seit 2005 begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft Hürden zu überwinden haben.

Schulartspezifische Maßnahmen

Folgende Maßnahmen gelten für alle Schularten:

Die Möglichkeit des Überspringens einer Jahrgangsstufe synchronisiert die Schullaufbahn von besonders begabten Kindern und Jugendlichen mit ihrer beschleunigten geistigen Entwicklung. Besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schülern kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten das Überspringen einer Jahrgangsstufe gestattet werden, wenn zu erwarten ist, dass sie nach ihrer Reife und Leistungsfähigkeit den Anforderungen gewachsen sind. Die Entscheidung treffen je nach Schulart die Schulleitung bzw. die Lehrerkonferenz.

In Form von Wahlunterricht oder freiwilligen Arbeitsgruppen mit natur- oder geisteswissenschaftlichen, musischen oder künstlerischen Schwerpunkten bieten Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen, Wirtschaftsschulen und Gymnasien (z. B. durch Experimentiergruppen, Literaturangebote, Projektgruppen, musikalische Ensembles, Film- und Theatergruppen, Arbeitsgruppen zu Fragen aus Politik und Zeitgeschichte, Fremdsprachen, Informatik, Astronomie etc.) die Möglichkeit, sich über das altersgemäße Lernpensum hinaus in weitere Wissensgebiete zu vertiefen.

In allen Schularten gibt es darüber hinaus spezifische Maßnahmen zur Förderung von besonderen Begabungen.

Grundschule

Die Grundschule ist die erste gemeinsame Schule für alle schulpflichtigen Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen. Die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ist Herausforderung und Chance für den Unterrichtsalltag. Deshalb kommt der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler in der Grundschule ein hoher Stellenwert zu. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Selbstverantwortung für den eigenen Lernprozess zu stärken, Leistungsmotivation und ein positives Selbstbild aufzubauen sowie soziales Verhalten einzuüben.

Lernangebote sowie kooperative Lernformen sind Basis für ein gemeinsames Lernen auf individuellem Niveau in einer heterogenen Lerngruppe.
Besonders begabte Kinder bedürfen einer individuellen Förderung, die sich an ihren besonderen intellektuellen Fähigkeiten orientiert und Herausforderungen schafft, und es ist Aufgabe der Lehrkräfte, im Unterricht auf diese kontinuierliche Förderung zu achten.
Die Einrichtung von eigenen Klassen oder Schulen für besonders begabte Kinder im Bereich der Grundschule ist daher in Bayern nicht vorgesehen. Stattdessen setzen wir auf individualisierende und differenzierende Maßnahmen innerhalb des Klassenverbands.
Die Beratung besonders begabter Kinder und deren Erziehungsberechtigten erfolgt an der Schule über die jeweilige Klassenleitung, Fachlehrkräfte, Beratungslehrkräfte oder Schulpsychologinnen und Schulpsychologen bzw. durch die Staatlichen Schulberatungsstellen.

Grundschulen mit dem Schulprofil „Flexible Grundschule“ eignen sich insbesondere auch für Kinder mit besonderen Begabungen. Die Profilschulen legen in ihrem Unterrichtskonzept einen besonderen Schwerpunkt darauf, die Verschiedenheit der Kinder gezielt für das Lernen zu nutzen. Die Schülerinnen und Schüler werden dort in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet und können entsprechend ihrer individuellen Lern- und Leistungsentwicklung die Eingangsstufe (Jgst. 1 und 2) auch in einem Jahr durchlaufen.

Besonders begabten Schülerinnen und Schülern kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten das Überspringen gestattet werden, wenn zu erwarten ist, dass sie nach Reife und Leistungsfähigkeit den Anforderungen dieser Jahrgangsstufe gewachsen sind (vgl. § 14 Abs. 2 Satz 1 Schulordnung für die Grundschule in Bayern (GrSO)). Bei der Entscheidung sind nicht nur die messbaren Leistungen einer Schülerin oder eines Schülers zu würdigen, sondern es ist auch die soziale Entwicklung zu berücksichtigen.

Außerdem ist aufgrund der Flexibilisierung des Einschulungsalters unter bestimmten Voraussetzungen eine Einschulung ohne Altersgrenze nach unten auch für Kinder möglich, die erst in einem Jahr regulär schulpflichtig würden (vgl. Art. 37 Abs. 1 BayEUG).

Mittelschule

In der Mittelschule besteht die Möglichkeit, durch differenzierende Maßnahmen innerhalb des Unterrichts und zusätzliche Angebote auch mit Unterstützung von Förderlehrkräften besondere Begabungen von Schülerinnen und Schülern zu fördern (wie z. B. Gruppenarbeit, Freiarbeit, Helfersysteme).

Das im Schulversuch „TAFF – Talente finden und fördern an der Mittelschule“ entwickelte TAFF-Konzept steht allen bayerischen Schulen zur Verfügung und wird durch ein Fortbildungsangebot implementiert. Zentrales Ziel des TAFF-Konzepts ist Förderung von Begabungen (Stärken und Talenten) aller Schülerinnen und Schüler. Dabei wird der Schwerpunkt schulischen Handelns auf eine stärkenorientierte Pädagogik verlagert. Diese setzt im Gegensatz zum Ausgleich von Defiziten an der Entwicklung von Stärken an und legt eine breite Basis für die Umsetzung des pädagogischen Prinzips der Individualisierung.

Darüber hinaus wird für besonders leistungsfähige Mittelschülerinnen und Mittelschüler der vierjährige Bildungsgang „Mittlere-Reife-Zug“ zum mittleren Schulabschluss angeboten, der Unterrichtsstoff auf erhöhtem Anforderungsniveau mit mittelschulspezifischen Methoden vermittelt. Zudem wurde ab dem Schuljahr 2020/2021 bayernweit die Möglichkeit geschaffen, für leistungsorientierte Schülerinnen und Schüler Mittlere-Reife-Kurse in den Jahrgangsstufen 5 und 6 einzurichten. Diese M5/ M6-Kurse können helfen, geeignete Schülerinnen und Schüler der Mittelschule frühzeitig auf die Aufnahme in den M-Zug vorzubereiten. Schülerinnen und Schüler, die nicht den Mittlere-Reife-Zug besuchen, aber dennoch das Potenzial für einen mittleren Schulabschluss haben, können in den Vorbereitungsklassen in zwei zusätzlichen Schuljahren den mittleren Schulabschluss an der Mittelschule erreichen, sofern die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind. Im Schuljahr 2020/2021 besuchten mehr als 41.000 Schülerinnen und Schüler den Mittlere-Reife-Zug der Mittelschule.

Die Mittelschule ermöglicht mit dem erfolgreichen Abschluss der Mittelschule, dem qualifizierenden Abschluss der Mittelschule und dem mittleren Schulabschluss eine große Bandbreite an Abschlüssen, um so einen gezielten, begabungsgerechten Übergang in das Berufs-/Arbeitsleben oder in eine weitere Schulkarriere zu ermöglichen.

Dabei steht die individuelle Förderung aller Stärken und Talente und die Steigerung der Ausbildungsreife der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt.

Besonders die Maßnahme der Modularen Förderung ermöglicht es – auch außerhalb der Mittlere-Reife-Klasse – leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern.

Realschule

Bei der „Bestenförderung“ an den Realschulen besuchen besonders leistungsfähige und begabte Realschülerinnen und Realschüler sogenannte Talentklassen oder Talentgruppen. Nach dem Grundsatz des Enrichment, also der Erweiterung von Kompetenzen und Wissen durch zusätzliche Lernangebote, belegen sie dort in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 ein zusätzliches Profilfach, in dem sie auch eine ergänzende Abschlussprüfung ablegen. Im Bereich der Fremdsprachen können die Schülerinnen und Schüler ja nach Angebot der Schule die Fächer Französisch, Spanisch oder Tschechisch wählen. Sie erwerben so zusätzliche Qualifikationen, die hervorragende Voraussetzungen für die FOS 13, aber auch für den Übertritt an das Gymnasium oder die berufliche Ausbildung bieten. Ebenso bilden die zusätzlichen Abschlussprüfungsfächer Physik, BwR, Werken, Kunst, Musik sowie Ernährung und Gesundheit wesentliche Vorteile sowohl in der beruflichen als auch in der schulischen Weiterbildung.

Weitere Informationen zur Bestenförderung an der Realschule finden Sie im bayerischen Realschulnetz.

Gymnasium

Zusätzliche Lehrangebote für leistungsfähige Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bieten die sogenannten Pluskurse an den einzelnen Schulen vor Ort. Sie sind entweder eine sinnvolle Ergänzung zum Lehrplan eines regulären Faches oder ein besonderes Förderangebot aus einem wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Gebiet.

Mit schulübergreifenden Anreicherungsprogrammen eröffnen die Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in ihren Bezirken besonders begabten Kindern und Jugendlichen zudem ein über den jeweiligen Lehrplan hinausgehendes, anspruchsvolles Ergänzungsangebot, z. B. mit weiteren Fremdsprachen und Fächern wie Psychologie, Philosophie, Marketing oder Informatik. Methodisch kommt dabei dem fächerübergreifenden Unterricht, der Projektarbeit, dem bilingualen Unterricht oder auch der Einbeziehung von Mentoren aus Wirtschaft und Universität besondere Bedeutung zu.

Um leistungsstarke Schülerinnen und Schüler im täglichen Unterricht sowie mit besonderen zusätzlichen Angeboten wie projektorientierten Jahresarbeiten und Seminaren zu fördern, setzen auch die acht Kompetenzzentren für Begabtenförderung an Gymnasien vielfältige Impulse. Sie begleiten Schulen in ihrem Bezirk bei der Förderung besonders begabter Kinder und Jugendlicher und unterstützen Lehrkräfte mit entsprechenden Fortbildungen, um deren Diagnosefähigkeit und Förderkompetenzen noch weiter zu stärken.

In Hochbegabtenklassen – derzeit an neun bayerischen Gymnasien – werden Schülerinnen und Schüler mit Spitzenbegabungen ergänzend zu dem an der Stundentafel und an den Lehrplänen orientierten Unterricht durch besondere Unterrichts- und Betreuungsangebote in ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert.

Innerhalb der sogenannten „Individuellen Lernzeitverkürzung“ können besonders leistungsbereite und motivierte Schülerinnen und Schüler im neunjährigen Gymnasium die Lernzeit bis zum Abitur individuell um ein Jahr verkürzen. 

Bei der Begabtenförderung am Gymnasium setzt Bayern zudem auf die Vernetzung von Schule und Hochschule mit zielgruppenbezogenen Angeboten, wie z. B. dem TUMKolleg an den Gymnasien in Gauting und Garching, aber auch an anderen Standorten, sowie Formen des Frühstudiums (Art. 42 Abs. 3 BayHSchG) und Unitage. Während beim Frühstudium eine Festlegung auf ein bestimmtes Fach erforderlich ist, bietet der Unitag eine breite Propädeutik im Sinne eines einführenden studium generale. Da es gerade Hochbegabten oft nicht leichtfällt, sich wegen ihrer vielfältigen Interessen und Talente auf ein Fachgebiet festzulegen, erhalten sie so wertvolle Hilfe bei der Studien- und Berufsorientierung.

Darüber hinaus bestehen am Gymnasium finanzielle, fachliche und persönlichkeitsbildende Fördermaßnahmen (z. B. Oskar-Karl-Forster-Stipendium). Herausragende Leistungen der Abiturientinnen und Abiturientinnen können die Grundlage sein für eine Förderung nach der Schulzeit (z.B. durch das Max Weber-Programm oder die Stiftung Maximilianeum.

Berufliche Schulen

Für besonders leistungsfähige und motivierte Jugendliche, die bereits über einen mittleren Schulabschluss verfügen und höhere schulische Abschlüsse anstreben, führen drei doppelqualifizierende Angebote parallel zu einer Berufsausbildung in drei Jahren auch zu einer Fachhochschulreife:

Der Bildungsgang „Duale Berufsausbildung und Fachhochschulreife“ (DBFH) wendet sich an Jugendliche, die eine betriebliche Berufsausbildung durchlaufen. Im Rahmen von DBFH werden in einem integrativen Ansatz zwei sonst aufeinander folgende Bildungsgänge –  Berufsausbildung mit Berufsschule und anschließend Besuch der Berufsoberschule – miteinander verzahnt und in enger Kooperation mit den beteiligten Ausbildungsbetrieben angeboten. Mit DBFH verbunden ist eine Ausweitung des Berufsschulunterrichts auf zwei Tage pro Woche, im letzten Halbjahr erhalten die Schülerinnen und Schüler Vollzeitunterricht an der Fachoberschule und nehmen auch an der Fachabiturprüfung der Fachoberschule teil. Die Absolventen dieses sehr anspruchsvollen Bildungsgangs haben gute Chancen, über den anschließenden einjährigen Besuch der Berufsoberschule auch das Abitur (die Berechtigung zum Universitätsstudium) zu erlangen.

Im Rahmen von „Berufsschule Plus - BS+“ wird seit dem Schuljahr 2008/09 parallel zu einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung die Fachhochschulreife erworben. Dabei wird Zusatzunterricht außerhalb der regulären Berufsschulzeiten und im Unterschied zu DBFH außerhalb der Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb an ausgewählten Berufsschulstandorten angeboten.  Dieser Unterricht findet in der Regel samstags oder abends statt. Neben dem Abschluss einer beruflichen Erstausbildung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann nach drei Jahren mit dem Ablegen der Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik die Fachhochschulreife erlangen. Am Bildungsgang „Berufsschule Plus“ können auch geeignete Berufsfachschülerinnen und Berufsfachschüler teilnehmen. Das Angebot „Berufsschule Plus“ ist mittlerweile bayernweit an über 30 Berufsschul-Standorten verfügbar.

Abgesehen von den doppelqualifizierenden Bildungsgängen haben besonders befähigte Berufstätige, die mindestens 25 Jahre alt sind, ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben- und mindestens fünf Jahre danach berufstätig waren, die Möglichkeit, eine Prüfung für den Hochschulzugang – die Begabtenprüfung – zu absolvieren (BegPO).

Überdies steht überdurchschnittlich erfolgreichen Absolventen der Fachoberschule mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0 im Zeugnis der Fachhochschulreife die Jahrgangsstufe 13 der Fachoberschule offen. Bei Nachweis ausreichender Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache erhalten sie die allgemeine Hochschulreife. Die Jahrgangsstufe 13 wird in den Ausbildungsrichtungen Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen, Gestaltung, Internationale Wirtschaft, Gesundheit und Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie angeboten.

Fördermöglichkeiten bei Begabungen in einzelnen Bereichen

Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen in einzelnen Feldern finden in Landes- und Bundeswettbewerben zu ihren spezifischen Interessensgebieten motivierende Herausforderungen.
Weitere Informationen zu den verschiedenen herausragenden Schülerwettbewerben erhalten Sie hier

Sportliche Begabung

Die Entwicklungen im Leistungssport stellen immer höhere Anforderungen auch an den Nachwuchsbereich und weisen dadurch der Harmonisierung der konkurrierenden Ansprüche von Schule und Nachwuchsleistungssport eine Schlüsselfunktion zu. Gerade deshalb misst die Bayerische Staatsregierung der Einrichtung leistungsfähiger Schule-Leistungssport-Verbundsysteme (Schule, Sport und Internat) für sportlich besonders begabte Schülerinnen und Schüler sowohl im olympischen Sommersport als auch im olympischen Wintersport große Bedeutung bei. Auf der Grundlage von mit dem Olympiastützpunkt Bayern abgestimmten verbandlichen Konzeptionen wurden in Bayern diese Schule-Leistungssport-Verbundsysteme etabliert – allen voran die vier vom Deutschen Olympischen Sportbund mit dem Prädikat „Eliteschulen des Sports“ ausgezeichneten Partnerschulen des Leistungssports an den Standorten Berchtesgaden, Oberstdorf, Nürnberg und München. Sie bieten auch die Möglichkeit einer Internatsunterbringung und damit des Quereinstiegs.

Zusätzlich bestehen

  • am Standort München, Nürnberg und Augsburg vom Deutschen Fußballbund akkreditierte Eliteschulen des Fußballs und
  • „Partnerschulen des Wintersports“, an denen Talente des olympischen Wintersports an vom Bayerischen und Deutschen Skiverband ausgewählten Standorten in den Jahrgangsstufen 5 mit 8 heimatortnah gefördert werden; ab der Jahrgangsstufe 9 wird die Bündelung herausragender Nachwuchssportler an den beiden Eliteschulen des Wintersports in Berchtesgaden bzw. Oberstdorf angestrebt.

Alle Schule-Leistungssport-Verbundsysteme in Bayern wenden sich an Schülerinnen und Schüler, die als herausragende sportliche Talente von den am Projekt beteiligten Sportfachverbänden benannt werden. Sie fördern diese auf der Grundlage einer klaren Aufgabentrennung für die schulische bzw. leistungssportliche Ausbildung.

  • Schule: Leistungssportlich besonders talentierte und entsprechend von den Sportfachverbänden gesichtete Schülerinnen und Schüler werden an den Partnerschulen meist in Leistungssportklassen zusammengeführt, die Stundenplanfenster für vormittägliche Trainingseinheiten und pädagogische Sondermaßnahmen wie Hausaufgabenbetreuung und Nachführunterricht vorsehen. Der Zusammenschluss der drei weiterführenden Schularten in einem Verbundsystem ermöglicht dabei einen Wechsel zwischen den Schularten ohne Einschränkung der leistungssportlichen Förderung.
  • Sport: Die leistungssportliche Ausbildung und Betreuung der Nachwuchs-leistungssporttalente, d. h. insbesondere die Bereitstellung geeigneter Trainer und Sportstätten, obliegt dem jeweiligen Sportfachverband alleinverantwortlich.

Weitere Informationen insbesondere zu den Partnerschulen des Leistungssports und den Partnerschulen des Wintersports finden Sie hier.

Begabungen im musisch-künstlerischen Bereich

Kinder und Jugendliche, die über eine Begabung im musisch-künstlerischen Bereich verfügen, erfahren am musischen Gymnasium eine besondere Förderung ihrer Fähigkeiten durch eine stärkere Betonung der Fächer Musik und Kunst.

Im Pilotprojekt „Kulturschulen in Bayern“, das in Kooperation mit der Stiftung Mercator durchgeführt wird, entwickeln ausgewählte Förder-, Mittel-, Realschulen und Gymnasien ein künstlerisch-kulturelles Schulprofil.
In Kooperationen mit den Dienststellen der Ministerialbeauftragten bieten einzelne Gymnasien als „Begabungsstützpunkt“ Angebote im künstlerischen Bereich an, die sich auch an Schülerinnen und Schülern der Gymnasien im Einzugsbereich der Schule richten.

Das Bayerische Realschulstreichorchester fördert zudem alle Realschülerinnen und Realschüler, die ein Streichinstrument gut spielen und ihr Können gerne weiterentwickeln möchten. Diese Möglichkeit der Begabtenförderung kann auch ein Anschluss an die Streicherklassenarbeit der Jahrgangsstufen 5 und 6 sein.

Auch im Rahmen von Wahlkursen und Profilkursen werden an den Schulen Begabungen im Bereich Musik, Kunst, Fotografie, Film, Architektur, Produkt- und Kommunikationsdesign gefördert. In den Bereichen Theater und Film sowie Musik können Schülerinnen und Schüler sich beispielsweise zum Junior Assistent ausbilden lassen.

Bayernweite Wettbewerbe wie beispielsweise die Filmtage Bayerischer Schulen, die Theatertage Bayerischer Schulen oder der zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk veranstaltete Wettbewerb „crossmedia“ spornen die Schülerinnen und Schüler an, in und außerhalb des Unterrichts kreative Projekte zu entwickeln und durchzuführen.

Die Stiftung art 131 führt zahlreiche Projekte für Schülerinnen und Schüler bzw. Schülergruppen in den Bereichen Theater, Film, Bildende Kunst, Musik und Neue Medien durch, wie beispielsweise „Besucherpi.lot“, „Kunstpaten“ oder das „vbw-Festivalorchester“.

Sprachliche Begabung

Sprachlich begabte Schülerinnen und Schülerkönnen sich für das Kulturfonds-Stipendium „Botschafter Bayerns“ bewerben. Das Teilstipendium ermöglicht 15 bayerischen Schülerinnen und Schülern, ein Schuljahr in Partnerländern Bayerns zu verbringen.

An neun Gymnasien in Bayern können sprachlich begabte Jugendliche neben der deutschen Allgemeinen Hochschulreife auch das französische Baccalauréat (AbiBac) erwerben. In diesem Bildungsgang erhalten die Schülerinnen und Schüler zusätzlich intensiven französischsprachigen Sachfachunterricht. Sie legen ergänzend zur regulären Abiturprüfung auch einen französischsprachigen Prüfungsteil ab. AbiBac-Absolventen verfügen nicht nur über die formale Berechtigung, ein Hochschulstudium, eine berufliche Ausbildung oder Tätigkeit sowohl im eigenen Land wie auch in Frankreich aufzunehmen; sie sind auch nach ihren geistigen Voraussetzungen, dem Niveau ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten bestmöglich auf die Anforderungen in diesen Bereichen vorbereitet. In Bayern nehmen derzeit das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg, das Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg, das Gymnasium Buchloe, das Ohm-Gymnasium Erlangen, das Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching, das Dante-Gymnasium München, das Oskar-von-Miller-Gymnasium München, das Neue Gymnasium Nürnberg sowie das Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg an diesem Modell teil.

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen und „Jugend debattiert“ sind  von der KMK besonders empfohlene und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Schülerwettbewerbe. Auf Landesebene werden diese Schülerwettbewerbe vom bayerischen Kultusministerium veranstaltet.

Mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung

Für besonders begabte Schülerinnen und Schüler im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich werden, wie oben bereits erwähnt, eine Reihe von Wettbewerben angeboten, in denen sie ihre Fähigkeiten, teilweise auch fächerübergreifend, unter Beweis stellen und weiterentwickeln können. Folgende teils vollständig, teils anteilig aus Landesmitteln finanzierte Wettbewerbe ermöglichen sowohl Breiten- als auch Spitzenförderung:

  • Landeswettbewerb Mathematik
  • Bundeswettbewerb Mathematik
  • Mathematik-Olympiade
  • „Jugend forscht“ bzw. „Schüler experimentieren“
  • Internationale Chemie- / Biologie- / Physik- /JuniorScience Olympiade
  • Landeswettbewerb „Experimente Antworten“

Häufig sind diese Wettbewerbe für erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vertiefenden (Ferien-)Seminaren verbunden. So finanziert das Staatsministerium folgende Seminare komplett bzw. anteilig u.a. als Vorbereitung für die Teilnahme an den bundesweiten Wettbewerben:

  • Das „Ferienseminar“ für die 60 erfolgreichsten Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Landeswettbewerb Mathematik
  • Die „Spitzenförderung Mathematik Bayern“ für herausragend begabte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7
  • Das „Seminar für mathematisch begabte Mädchen“ für 30 Mädchen aus den Jahrgangsstufen 8 und 9
  • Bayerisches Landesseminar der Internationalen Biologie Olympiade für 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bayern
  • Bayerisches Landesseminar der Internationalen Chemie Olympiade
  • Feriencamp zur Internationale JuniorScienceOlympi

Weitere Angebote für Begabte bilden die aktuell vier bayerischen Schülerforschungszentren in Oberfranken, Erlangen, Würzburg und Berchtesgadener Land. Dort erhalten einzelne Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zum ideengeleiteten Forschen unter individueller Betreuung von Lehrkräften.

Auch einzelne Schulen widmen sich in besonderer Weise der MINT-Förderung. So kooperieren im Rahmen des TUMKollegs das Werner-Heisenberg-Gymnasium Garching und das Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting mit der Technischen Universität München und ermöglichen so Begabten bereits während der Qualifikationsstufe Forschungsmöglichkeiten an den Lehrstühlen der Universität. Am Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg wurde eine Naturwissenschaftliche Schwerpunktklasse eingerichtet. Dieses Zusatzangebot im Naturwissenschaftlich-technologischen Zweig richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die gerne zu verschiedenen MINT-Bereichen experimentieren und ein tieferes Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge erlangen wollen.

„Leistung macht Schule“ – eine Bund-Länder-Initiative für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler

Die bayerischen Förderangebote für besonders begabte Schülerinnen und Schüler werden ergänzt durch die gemeinsame Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“. Maßgeblich für den Start der Initiative war die von der der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossene „Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler“. Sie zielt darauf ab, Lernbedingungen für Leistungsstarke zu schaffen, die ihnen eine optimale Entfaltung ihrer Potenziale und ihrer Persönlichkeit ermöglichen.

Weitere Informationen zu „Leistung macht Schule“

Die Idee, die „Leistung macht Schule“ zugrunde liegt, ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis: einem Forschungsverbund von 16 beteiligten Universitäten unter der Federführung von Frau Prof. Dr. Gabriele Weigand (PH Karlsruhe) und den 300 teilnehmenden LemaS-Schulen. Von den 300 Teilnehmerschulen stammen 47 aus Bayern – eine Zahl, die sich aus dem sogenannten Königsteiner Schlüssel ergibt. Sie umfassen die Grund-, Mittel-, Real-, Förder- und Wirtschaftsschulen sowie die Gymnasien.

Die beschrittene Wissenschaft-Praxis-Brücke ist die Stärke der Initiative, denn beide Felder können bei der Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte ihre Expertise gewinnbringend einbringen. Von großer Bedeutung ist auch das LemaS-Schulnetzwerk, das es den Schulen ermöglicht, ihre Ideen im Erfahrungsaustausch mit anderen Teilnehmerschulen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Insgesamt stehen in der Initiative 22 Teilprojekte zu einer Vielzahl von Themen rund um die Begabtenförderung zur Verfügung. Verpflichtend für alle beteiligten Schulen sind Kernmodul I, die Entwicklung eines schulischen Leitbilds mit Ausrichtung auf eine leistungsförderliche Schulentwicklung und Aufbau einer kooperativen Netzwerkstruktur, sowie Kernmodul II, die Entwicklung und Erprobung von Konzepten und Materialien zum Fordern und Fördern im Regelunterricht mit Fokussierung auf den Bereich MINT, Deutsch oder Englisch.

In vielen Fällen haben sich mehrere bayerische Schulen für dasselbe Teilprojekt entschieden. So arbeiten vier Grundschulen am Teilprojekt 14 zur „diagnosebasierten differenzierten Leseförderung in der Grundschule“. Eine weitere Gruppe hat das Teilprojekt zur „Förderung des sprachlich-ästhetischen Gesprächs im Regelunterricht im Fach Deutsch in der Primarstufe“ gewählt, andere Schulen arbeiten am „Projekt zur materialgestützten Förderung diagnostischer Fähigkeiten von Grundschullehrpersonen im Mathematik- und Sachunterricht“. Im Bereich der weiterführenden Schulen haben sich schulartübergreifend 19 Schulen in Bayern für das Teilprojekt „Individualisierung durch Mentoring. Praktische Umsetzung und Erforschung verschiedener Konzepte im schulischen Kontext“ entschieden, das unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Heidrun Stöger (Universität Regensburg) in Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Albert Ziegler (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) durchgeführt wird.

Ergänzend zu diesem Projekt finanziert das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus das Programm „CyberMentor Plus“, ein digitales Experten-Mentoring für MINT-interessierte Schülerinnen zwischen 11 und 18 Jahren. Die Mädchen erhalten hier für mindestens ein Jahr eine persönliche Mentorin, die ein MINT-Fach studiert oder im MINT-Bereich beruflich tätig ist. Auf einer geschützten Online-Plattform können sich die Mädchen mit ihrer Mentorin, aber auch mit zahlreichen anderen MINT-interessierten Schülerinnen über MINT-Themen und –Berufe austauschen und gemeinsam an Projekten arbeiten. Die Zusammenarbeit erfolgt über Foren, Chats und ein Community-internes E-Mail-System. Darüber hinaus werden alle Mädchen an ihren Schulen von einer Lehrkraft aus dem MINT-Bereich betreut, mit der die Themen und Projekte diskutiert, ggf. erweitert oder auch für andere interessierte Schülerinnen der Schule aufbereitet werden. Die beiden bayerischen Universitäten begleiten das Projekt durch Lehrerfortbildung, Begleitforschung und kontinuierliche Adaption des Programms an die jeweiligen Bedürfnisse. Die externen Mentorinnen unterstützen die Mädchen nicht nur in der gemeinsamen Projektarbeit, sondern agieren zudem als positive Rollenmodelle, geben vertiefte Einblicke in den MINT-Arbeits- und Studienalltag, stehen für Fragen zur Verfügung und unterstützen so eine Studien- bzw. Berufsorientierung der Mädchen im MINT-Bereich. Dabei sprechen die Zahlen für sich: 71 % der Teilnehmerinnen des allgemeinen Programms CyberMentor, die vor einer Studiengangwahl stehen, entscheiden sich letztendlich für ein Studium im MINT-Bereich!

Die Initiative „Leistung macht Schule“ soll einen möglichst breit angelegten Schulentwicklungsprozess anstoßen und mit praxisnaher Forschung zu spezifischen Fragestellungen verbinden. Sie ist auf zehn Jahre angelegt und gliedert sich in zwei Phasen: Während die Schulen in der ersten Phase (bis 2023) zusammen mit Wissenschaftlern aus dem Forschungsverbund Konzepte für die diagnosebasierte Förderung sowie fachdidaktische Materialien für den Unterricht als transferierbare Produkte entwickeln, wird geplant, dass sie in der daran anschließenden Phase (2023 - 2028) als Multiplikatoren ihre Erfahrungen und ihr Wissen an andere Schulen weitergeben. So haben die erarbeiteten Erkenntnisse aus Praxis und Wissenschaft das Potenzial, langfristig der Weiterentwicklung einer Vielzahl von Schulen zu dienen.

Aktuelle Informationen sind unter folgenden Links zu finden:

https://www.leistung-macht-schule.de/
https://www.cybermentor.de/index.php/ueber-cybermentor/ueber-cybermentor/plus

Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sowie weitere Unterstützungsangebote

Das Thema Begabtenförderung ist in der Ausbildung der Lehrkräfte aller Schularten und insbesondere in der Ausbildung der Beratungslehrkräfte und Schulpsychologinnen und Schulpsychologen verankert.

Im Bereich der Staatlichen Lehrerfortbildung gibt es auf allen Ebenen (zentral an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) Dillingen, regional im Bereich der Dienststellen der Ministerialbeauftragten bzw. Regierungen), lokal (im Bereich der Staatlichen Schulämter) sowie schulintern (im Bereich der Einzelschule) ein breites, bedarfs- und zielgruppengerechtes Angebot an Fortbildungsveranstaltungen zum Themenfeld der Begabtenförderung mit dem Ziel, die Diagnosefähigkeit der Lehrkräfte zu verbessern und sinnvolle Fördermaßnahmen anzuregen. Neben den Fortbildungsangeboten gibt es weitere Unterstützungsangebote für die bayerischen Lehrkräfte, so z. B. zahlreiche Handreichungen des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) München zu verschiedenen Aspekten der Begabtenförderung.

Das Projekt „Besondere Begabungen an bayerischen Grundschulen finden und fördern“ führt das bayerische Kultusministerium mit finanzieller Unterstützung der Karg-Stiftung durch. Ausgehend von den Ergebnissen einer von Prof. Heller (Ludwig-Maximilians-Universität München) durchgeführten wissenschaftlichen Studie an bayerischen Grundschulen über den Aus- und Fortbildungsstand von Grundschullehrkräften zum Thema „Besondere Begabungen“ wurden in einem Arbeitskreis am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung umfassende Arbeitsmaterialien erstellt.

Darauf aufbauende Fortbildungsmaßnahmen sehen vor, dass speziell fortgebildete Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Beratungslehrkräfte in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schulberatungsstellen und den Regierungen regionale Konzepte erarbeiten und Multiplikatoren vor Ort schulen. Das Ziel dieser Fortbildungsinitiative besteht darin, in der unmittelbaren Umgebung jeder bayerischen Grundschule eine Ansprechpartnerin bzw. einen Ansprechpartner zu haben,

  • der/die speziell dafür fortgebildet ist, Kinder mit besonderen Begabungen zu identifizieren und entsprechend zu fördern und
  • der/die als Ansprechpartner für Schulleitung, Lehrkräfte und vor allem auch für Eltern fungieren kann.

    Die Verbesserung der Diagnosefähigkeit der Lehrerinnen und Lehrer soll dazu führen, besonders begabte Schülerinnen und Schüler, die weit hinter ihrem Leistungspotenzial zurückbleiben, rechtzeitig zu identifizieren und sie durch entsprechende Maßnahmen zu unterstützen.

Die aktuellen Multiplikatoren für die einzelnen Regionen sind auf den Seiten der Staatlichen Schulberatungsstellen unter dem jeweiligen Regierungsbezirk zu finden oder bei den dort aufgeführten Ansprechpartnern zu erfragen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Weitere Initiativen und Kontaktadressen

In Bayern besteht eine Reihe von Vereinigungen und Initiativen mit unterschiedlichen Zielsetzungen und mit einem umfangreichen Beratungsangebot für Hochbegabte und deren Eltern.

  • Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK): www.dghk.de
  • Regionalverein München/Bayern: www.dghkmuenchenbayern.de
  • KleverKids.de: Elternvereinigung im Großraum Fürth/Nürnberg/Erlangen, die Elternstammtische und Veranstaltungen für besonders begabte Kinder organisiert
  • Besonders begabte Kinder e.V.: Verein mit Sitz in Fürth, der u. a. Elternseminare, Projekte für besonders begabte Kinder und Familienwochenenden für betroffene Familien organisiert
  • Hochbegabtenförderung e.V.: bundesweit agierender Verein, der u. a. in München, Penzberg bzw. Deggendorf, Kaufbeuren, Würzburg und Nürnberg für überdurchschnittlich intelligente Kinder kostenpflichtige Kursangebote bereithält Hochbegabtenförderung e. V. Beratungsstelle München: www.hbf-ev.de
  • Mensa in Deutschland e.V. mit Angeboten für Kinder und Jugendliche im Rahmen von "Mensa Kids", z.B. in der Region Nürnberg
  • SmartKids: private Elterninitiative in Aschaffenburg 
  • Kinderakademie des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland e.V. (CDJ) Nürnberg mit Angeboten für hochbegabte Kinder in Nürnberg Forum Hochbegabung: www.forumhochbegabung.de
  • Mittlerweile gibt es in Bayern an zahlreichen Standorten sogenannte „Kinderunis“. Diese bieten Kindern zwischen acht und zwölf Jahren die Möglichkeit, sich im Rahmen von Vorlesungen, Seminaren und Workshops in altersgerechter Weise mit spannenden Themen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen auseinanderzusetzen.

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