Die Grundschule in Bayern

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Die Grundschulen: Alle Grundlagen, um sich die Welt zu erschließen

Die Grundschule umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4 und ist die gemeinsame Schule für die Sechs- bis Zehnjährigen. Nach der Grundschule können gemäß den Übertrittsregelungen die Mittelschule, die Realschule oder das Gymnasium besucht werden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Grundschule

Welche Bildungsschwerpunkte werden an der Grundschule gesetzt und wie sieht der Lehrplan an der Grundschule aus?

In der Grundschule werden nicht nur die Grundfertigkeiten im Lesen, Rechnen und Schreiben vermittelt. Neben dem Wissenserwerb geht es auch darum, Interessen zu entwickeln, soziale Verhaltensweisen sowie musische und praktische Fähigkeiten zu fördern und Werthaltungen aufzubauen. Die Kinder sollen Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen erwerben, um sich die Welt zu erschließen, sich in ihr zurechtzufinden und sie auch mitzugestalten. Der Lehrplan für die bayerische Grundschule spricht in diesem Zusammenhang von „Grundlegender Bildung“.

Gemeinsam Verantwortung tragen: Die Bayerischen Bildungsleitlinien

Die Leitlinien sind der erste gemeinsame Orientierungs- und Bezugsrahmen für alle außerfamiliären Bildungsorte, die Verantwortung für Kinder in diesem Alter tragen, sowie für die Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, die das pädagogische Personal dieser Bildungsorte qualifizieren.

Im Zentrum stehen das Kind als aktiver, kompetenter Mitgestalter seiner Bildung, die Familie als ursprünglichster und einflussreichster Bildungsort sowie dieKooperation und Vernetzung der verschiedenen Bildungsorte als Partner in ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Kind.

Wie arbeiten Kindergarten und Grundschule zusammen?

Eine enge Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule ist erforderlich, um den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule insbesondere für das Kind, aber auch für seine Eltern, optimal zu gestalten.

Das Konzept "Gemeinsam Lernchancen nutzen"
Von den zuständigen Ministerien und den Trägerverbänden wurde mit dem Konzept "Gemeinsam Lernchancen nutzen – Kindergarten und Grundschule arbeiten Hand in Hand" ein flächendeckendes Netzwerk für die Zusammenarbeit der beiden Bildungsinstitutionen geschaffen:

In jedem Schulamtsbezirk wurde mindestens eine Lehrkraft als Kooperationsbeauftragte fortgebildet (insgesamt 120 Kooperationsbeauftragte). Dazu benannten jeder Kindergarten und jede Grundschule des Schulamtsbezirks einen Kooperationsansprechpartner. Die Kooperationsbeauftragten halten den Kontakt mit und zwischen diesen Ansprechpartnern aufrecht. Auf gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen vermitteln die Kooperationsbeauftragten sozialpädagogischen Fachkräften der Kindertagesstätten und Grundschullehrkräften die Grundzüge des Bildungs- und Erziehungsplans für Tageseinrichtungen und des Lehrplans für die Grundschule, sowie die Grundprinzipien, die wesentlichen Inhalte und methodischen Verfahrensweisen der jeweils anderen Institution, damit diese in der täglichen Arbeit berücksichtigt werden können.

Der Übergabebogen "Informationen für die Grundschule"
Kindertageseinrichtungen und Grundschulen setzen alles daran, damit dem Kind, und seinen Eltern, der Übergang gut gelingt. Um diesen Prozess zu unterstützen, ist es der Bayerischen Staatsregierung ein besonderes Anliegen, dass nicht nur die pädagogischen Ansätze von Kindertageseinrichtung und Grundschule aufeinander abgestimmt sind, sondern dass unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Vorgaben Informationen über die einzelnen Kinder zwischen beiden Institutionen ausgetauscht werden. Gleiches gilt für die Übermittlung von Informationen von Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) an die Förderschulen und Grundschulen.

Im Schuljahr 2008/2009 wurde deshalb bayernweit ein einheitlicher Informationsbogen eingeführt, der beim Einschulungsverfahren im Frühjahr 2009 zum ersten Mal Anwendung fand (siehe unten: Informationsbogen für die Grundschule). Dieser Bogen wird von den Erzieherinnen mit den Eltern gemeinsam ausgefüllt, die Eltern übergeben ihn bei der Schuleinschreibung an die Schule. Er informiert die aufnehmende Schule über die Stärken und ggf. auch über die Schwächen des Kindes. Dies ermöglicht zum einen, dass ggf. zu treffende Entscheidungen – z. B. die Wahl des Einschulungstermins – auf einer soliden Grundlage und partnerschaftlichen Basis getroffen werden können; zum anderen, dass die Lehrkraft vom ersten Schultag an besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingehen kann.

Dieses Kooperationsverfahren entspricht den Vorgaben des Datenschutzes:

  • Die Zustimmung der Eltern ist Voraussetzung für die Weitergabe von Informationen über das Kind.
  • Es werden ausschließlich aktuelle und ausschließlich für den Übergang erforderliche Daten erhoben. Andere Informationsbögen sind aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zugelassen.

Welche Kinder sind eigentlich schulpflichtig?

In Bayern gilt seit dem 1. August 2010, dass alle Kinder, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden, schulpflichtig sind. Das bedeutet, dass Oktober-, November- und Dezembergeborene nicht eingeschult werden. Ihnen wird aber aus dieser Regelung kein Nachteil erwachsen, denn der Wunsch der Eltern nach einer vorzeitigen Einschulung wird hier in besonderem Maße berücksichtigt. Die letzte Entscheidung über eine Aufnahme in die Schule trägt die Schulleitung.

Und was bedeutet "schulfähig"?

Ein Kind gilt als schulfähig, wenn es körperlich, geistig-seelisch und sozial so weit entwickelt ist, dass es am Unterricht erfolgreich teilnehmen kann. Kinder können auch vorzeitig aufgenommen oder auch zurückgestellt werden - je nach individuellem Entwicklungsstand des Kindes.

Die Entscheidung trifft jeweils der Schulleiter. Er stützt sich dabei auch auf die Aussagen des Kindergartens und die Überprüfung der Schulfähigkeit durch eine erfahrene Lehrkraft. In Zweifelsfällen können Schularzt, Schulpsychologe, Beratungslehrer und weitere Beratungsdienste beteiligt werden.

Wie funktioniert das Sprengelprinzip?

Die jeweilige Bezirksregierung bestimmt für jede Grundschule und Mittelschule ein räumlich abgegrenztes Gebiet als Schulsprengel. Schüler der Grundschule sowie der Mittelschule erfüllen ihre Schulpflicht in der Schule, in deren Schulsprengel sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben (Ausnahme: Innerhalb von Mittelschulverbünden besteht ein Wahlrecht, soweit dieses nicht beschränkt wurde). Schulpflichtige Kinder müssen somit zuerst bei der für sie zuständigen Sprengelschule angemeldet werden.

Auf Antrag der Erziehungsberechtigten kann aus zwingenden persönlichen Gründen der Besuch einer anderen Grundschule bzw. Mittelschule gestattet werden. Die Entscheidung über ein sogenanntes Gastschulverhältnis trifft die für die Sprengelschule zuständige Gemeinde im Einvernehmen mit dem Schulaufwandsträger der aufnehmenden Schule. Grundsätzlich kann die Genehmigung über ein Gastschulverhältnis jeweils zum Schuljahresende widerrufen werden, sobald die zwingenden persönlichen Gründe nicht mehr vorliegen (Art. 43 BayEUG).

Auf Antrag der Eltern genehmigte Gastschüler werden nicht in die kostenlose Schülerbeförderung einbezogen. Für eine evtl. notwendige Schülerbeförderung müssen die Eltern selbst sorgen.

Ihren zugeteilten Schulsprengel finden Sie hier.

Was muss ich zum Schulanfang noch wissen?

Schulwegtraining
Gehen Sie noch vor dem ersten Schultag mit den Kindern mehrmals den Schulweg oder den Weg zur Bushaltestelle ab. Machen Sie auf Gefahrenquellen aufmerksam, üben Sie das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Überzeugen Sie sich davon, dass das Kind den Schulweg sicher alleine bewältigen kann. Sicherlich wird es Möglichkeiten geben, zusammen mit anderen Eltern und Kindern einen gemeinsamen Schulweg zu finden.

Schulbus
Grundschüler haben ein Recht auf kostenlose Beförderung, wenn der Schulweg länger als zwei Kilometer ist oder eine gefährliche Wegstrecke benutzt werden muss. Zuständig ist dafür die Gemeinde oder der Schulverband. Den Antrag auf kostenlose Beförderung erhalten Sie bei der Schule.

Links- oder Rechtshänder?
Wenn Sie beobachten, dass Ihr Kind vorwiegend mit der linken Hand arbeitet, sollten Sie die Schule spätestens zum Schuljahresbeginn darüber informieren. Zur Überprüfung einer eventuell vorliegenden Linkshändigkeit kann die Schulberatung hinzugezogen werden. Wenn festgestellt wird, dass Ihr Kind Linkshänder ist, darf es selbstverständlich auch in der Schule mit der linken Hand das Schreiben erlernen.

Was müssen Eltern von Grundschulkindern selber bezahlen?

An allen öffentlichen Grundschulen wird Lernmittelfreiheit gewährt. Die Träger des Schulaufwands versorgen die Schüler mit Schulbüchern, die im Unterricht benötigt werden, soweit diese nicht von den Erziehungsberechtigten freiwillig erworben werden. In die Lernmittelfreiheit sind alle prüfungspflichtigen Lernmittel einbezogen (Art. 21 SchFG).

Nicht in die Lernmittelfreiheit einbezogene zugelassene oder nichtzulassungspflichtige Lernmittel werden von den Erziehungsberechtigten selbst beschafft (Art. 51 BayEUG).

Schreib- und Zeichenbedarf wie z. B. Hefte, Einbände, Malblöcke und Stifte müssen selbst gekauft werden. Meist geben die Klassenlehrkräfte schon bei der Schuleinschreibung oder auf dem ersten Informationsabend vor Beginn des Schuljahres eine Materialliste mit den im kommenden Schuljahr erforderlichen Arbeitsmitteln aus. Grundsätzlich sollte man nichts vorschnell besorgen und im Zweifelsfall nachfragen.

Wie funktioniert die Leistungsfeststellung an der Grundschule?

Leistungsfeststellungen in der Grundschule dienen zum einen dem Nachweis über ein erreichtes Kompetenzniveau der Schüler, sind aber auch Grundlage für die Beratung der Eltern hinsichtlich des individuellen Lernweges des Kindes. Dazu werden in angemessenen Zeitabständen entsprechend der Art des Faches schriftliche, mündliche und praktische Leistungsnachweise erbracht, die sich aus dem unmittelbaren Unterrichtsablauf ergeben.

Die Art der Leistung, ihre Anzahl, der Umfang, der Schwierigkeitsgrad sowie die Gewichtung der Leistungsnachweise richten sich nach den Erfordernissen der jeweiligen Jahrgangsstufe und werden durch die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung gestaltet.

In Jahrgangsstufe 1 und im ersten Halbjahr der Jahrgangsstufe 2 werden die Leistungen mit einer Verbalbemerkung versehen, die den Leistungsstand widerspiegelt. Noten werden erst ab dem zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 2 erteilt. In allen Zeugnissen wird eine Bewertung des Sozialverhaltens, sowie des Lern- und Arbeitsverhaltens gegeben.

Welche Schulen kann ich nach der Grundschule besuchen?

  • Mittelschule
  • Realschule
  • Gymnasium

Wo bekomme ich Informationen zum Übertritt?

Wo bekomme ich weitere Informationen und Beratung?

E-Paper "Die bayerische Grundschule"

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E-Paper "Der beste Bildungsweg für mein Kind"

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Die Flexible Grundschule

Video: Flexible Grundschule konkret - Ein Schulversuch

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Dokumentation zum Schulversuch

Im Schulversuch Flexible Grundschule hat die Stiftung Bildungspakt zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst neue Wege erprobt, um die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler als Chance zu nutzen.

Zum Schulversuch liegt die Dokumentation "Flexible Grundschule: Dokumentation, Ergebnisse, Empfehlungen für die Praxis" vor. Ein Klick ins Bild öffnet das E-Paper.

Praxisbeispiele für Unterricht und Lernstandserhebung

Zentrales Element der Flexiblen Grundschule ist es, die vorhandene Heterogenität der Schülerinnen und Schüler in der Klasse als Chance zu sehen und sie für das Lernen fruchtbar zu machen. Bei der Planung und Organisation des Unterrichts spielen Entscheidungen eine Rolle, die zum einen die Qualität der Lerninhalte und Aufgabenstellungen betreffen, zum anderen die Methoden und Lernformen.

Teil 1: Aufgabenbeispiele Deutsch und Mathematik
Hier wird aufgezeigt, wie die Heterogenität der Grundschulkinder im Unterricht in verschiedener Weise für das gemeinsame Lernen genutzt werden kann.

Teil 2: Lerndokumentation und Leistungsmessung
Dieser Teil umfasst zum einen drei verschiedene Formen der Lernbeobachtung und -dokumentation: Lerntagebuch, Lernlandkarte und Portfolio. Zum anderen stellt es Leistungsnachweise mit Zugängen auf unterschiedlichen Lernniveaus vor.

Alle Beispiele wurden in Klassen der Flexiblen Grundschule erprobt. Sie eignen sich aber ebenso für Jahrgangsklassen, da auch dort Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsam lernen.

Bewerbung Flexible Grundschule

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