Förderprogramme zur Digitalisierung von Schulen

© Vitechek - stock.adobe.com

Masterplan BAYERN DIGITAL II: Frühzeitiger Start in die Förderung der Digitalisierung von Schulen

Bayern hat die digitalen Zeichen der Zeit früh erkannt und nimmt eine Spitzenposition in Deutschland ein. Im Januar 2016 wurde vom damaligen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst die Zukunftsstrategie der Bayerischen Staatsregierung „Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur“ vorgelegt. Digitalisierung wird dabei in ihrer doppelten Rolle begriffen:

  • Zum einen ist sie selbst Gegenstand von Bildung. Ziel des Bildungsprozesses ist es, „digitale Kompetenzen“ für einen souveränen Umgang mit den digitalen Möglichkeiten aufzubauen, diese gewinnbringend einzusetzen und digitale Formate in ihren Chancen und Risiken kritisch zu reflektieren. Leitbild ist die aktive, mündige und erfolgreiche Teilhabe an einer digitalen Gesellschaft, sowohl im beruflichen als auch im privaten, kulturellen und sozialen Bereich. Dafür wurde der Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen entwickelt und die erforderlichen Kompetenzen fünf Bereichen gebündelt: Basiskompetenzen, Suche und Verarbeiten, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren, Analysieren und Reflektieren.
  • Zum anderen erschließt die Digitalisierung wichtige Werkzeuge im Bildungsprozess. Diese erfüllen in allen Lernbereichen die Funktion, komplexe Sachverhalte zu veranschaulichen, authentische Zugänge zu Inhalten zu öffnen, Lernprozesse zu individualisieren, zum kreativ-produktiven Medienumgang anzuregen und neue digitale Formen der Informationsbeschaffung, Kommunikation, Interaktion und Kollaboration zu erschließen.

Im Mai 2017 hat der Freistaat mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II ein umfassendes Konzept vorgelegt, das sich u. a. auf die Digitalisierung an den Schulen bezieht. In diesem Kontext hat der Freistaat über die Landeshaushalte 2018 bis 2020 u. a. Förderprogramme für den Ausbau der schulischen IT mit einem Volumen von 212,5 Mio. € aufgelegt, noch ehe sich der Bund mit dem DigitalPakt Schule an den Kosten für die schulische IT-Bildungsinfrastruktur beteiligte.

Die Landesprogramme erstrecken sich auf insgesamt drei Förderbereiche:

  • Verbesserung der IT-Ausstattung an Schulen und Einführung des digitalen Klassenzimmers an bayerischen Schulen (150 Mio. €)
  • IT-Ausstattung integrierter Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen (35 Mio. €)
  • IT-Ausstattung an Ausbildungsseminaren und Seminarschulen (27,5 Mio. €)

Der Freistaat unterstützt über diese Förderprogramme aus Landesmitteln die kommunalen Schulaufwandsträger öffentlicher Schulen sowie die Träger staatlich genehmigter und anerkannter Ersatzschulen bei ihren Investitionen in die technische Ausstattung der Schulen. Der Fokus liegt vor allem auf dem Ausbau von 50.000 Unterrichtsräumen zu digitalen Klassenzimmern als eines im Koalitionsvertrag niedergelegtes Ziel. Die IT-Ausstattung eines digitalen Klassenzimmers ist im „Votum - Empfehlungen zur IT-Ausstattung von Schulen“ des Beraterkreises zur IT-Ausstattung von Schulen näher beschrieben (vgl. Kapitel 4).

DigitalPakt Schule 2019 bis 2024: 5 Mrd. € für die digitale Bildungsinfrastruktur an den Schulen in der Bundesrepublik

Am 12. Oktober 2016 kündigte die damalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, eine „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ an, um bei der digitalen Bildung zügige Fortschritte zu machen. Um die Schulen in Deutschland flächendeckend in die Lage zu versetzen, digitale Bildung zu vermitteln, wurde der DigitalPakt Schule vorgeschlagen und angekündigt, über einen Zeitraum von fünf Jahren fünf Milliarden Euro für die digitale Bildungsinfrastruktur an Schulen bereitzustellen, z. B. für Schulhausvernetzung, WLAN und digitale Geräte. Flankiert werden die Bemühungen um die digitale Transformation von Schulen durch die im Dezember 2016 von der Kultusministerkonferenz vorgelegte Strategie „Bildung in der digitalen Welt“.

Nach einem mehrjährigen Einigungsprozess konnte über die notwendige Änderung des Grundgesetzes (Art. 104c GG) der Weg für den DigitalPakt Schule freigemacht werden. Konstitutives Element der Grundgesetzänderung ist die Eröffnung der Möglichkeit, dass der Bund den Ländern und Gemeinden Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren kann. Die Zuständigkeiten und die Finanzierungsverantwortung der Länder für das Bildungswesen bleiben von diesen Finanzhilfen unberührt und liegen im Rahmen der föderalen Grundstrukturen und der Kulturhoheit weiterhin auf Ebene der einzelnen Länder.

Am 17. Mai 2019 konnte nach Abschluss der Verhandlungen zwischen dem Bund und den 16 Ländern die Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 als rechtlicher Rahmen in Kraft treten. Die Verwaltungsvereinbarung zum DigitalPakt Schule

  • definiert Ziele, Inhalte, Zweck und Gegenstände der Finanzhilfen,
  • bestimmt Antragsverfahren, Zeitraum, Programmsteuerung und Zuwendungsvoraussetzungen näher,
  • legt die Höhe der Finanzhilfen fest und
  • regelt Bewirtschaftungsgrundsätze, Nachweis- und Berichtspflichten, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen.

Die Umsetzung und Programmsteuerung des DigitalPakts Schule 2019 bis 2024 liegt bei den einzelnen Ländern: Im Rahmen der Verwaltungsvereinbarung erstellen die Länder ihre Förderbekanntmachungen und formen dadurch Kriterien und Verfahren zur Bewertung und Begutachtung von Anträgen aus. Die Länder können in ihren Programmen die grundsätzlich definierten Fördergegenstände unter den landesspezifischen Besonderheiten weiter konkretisieren und die Verfahren an die jeweiligen Schul- und Verwaltungsstrukturen anpassen.

DigitalPakt Schule 2019 bis 2024: 778,2 Mio. € für den Freistaat Bayern

Auf den Freistaat Bayern entfallen im DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 gemäß der Verwaltungsvereinbarung insgesamt 778.245.500 €, die in verschiedenen Förderbereichen eingesetzt werden:

Schulische Maßnahmen:

Mit rd. 652 Mio. € ist der Großteil der Mittel im DigitalPakt Schule für den Ausbau der digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen reserviert. Über diese Finanzhilfen werden die zuständigen Schulaufwandsträger mit einem Fördersatz von 90 % in ihren Investitionsmaßnahmen vor Ort unterstützt. Zur Umsetzung dieser schulischen Maßnahmen trat am 31. Juli 2019 die bayerische Förderrichtlinie „digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen (dBIR)“ in Kraft. Die für die Schulaufwandsträger reservierten Höchstbeträge stehen als Budgets v. a. zum Ausbau der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und der schulischen WLAN-Infrastruktur sowie für Investitionen in Anzeige- und Interaktionsgeräte, digitale Arbeitsgeräte und mobile Endgeräte zur Verfügung.

Regionale Maßnahmen:

Regionale Investitionsmaßnahmen zielen auf die Bündelung von Ressourcen und den Aufbau gemeinsamer Strukturen zur Nutzung durch die Schulen. Dazu sind auch Zusammenschlüsse von kommunalen Körperschaften zur gemeinsamen Wahrnehmung von Aufgaben im Bereich der Digitalisierung von Schule vorgesehen. Auch regional tätige Einrichtung der Lehrerbildung der zweiten Phase (Vorbereitungsdienst) und dritten Phase (Lehrerfortbildung) sind einbezogen. Gefördert werden der Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lern-Infrastrukturen sowie Planung, Beschaffung, Entwicklung, Aufbau und Inbetriebnahme von Systemen, Werkzeugen und Diensten zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Service-Qualität und Interoperabilität von IT-Infrastrukturen. Insbesondere sollen Investitionen zum Auf- und Ausbau regionaler Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastrukturen im Zuständigkeitsbereich von Schulträgern gefördert werden.

Landesweite Maßnahmen:

Vom Gesamtvolumen sollen rund 5 % (38,9 Mio.€) für landesweite Investitionsmaßnahmen eingesetzt werden, wie z. B. für die Bereitstellung von zentralen Clouddiensten, Lernplattformen, pädagogischen Kommunikations- und Arbeitsplattformen, sowie weiteren zentralen digitalen Systemen, Werkzeugen und Diensten auf Landesebene. In Bayernbetrifft dies vor allen das multifunktionale zentrale Software- und Dienste-Paket der BayernCloud Schule mit einem zentralen IDM (Identitätsmanagementsystem), einer pädagogischen und administrativen „Cloud“ unter Einschluss eines virtuellen Arbeitsplatzes für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler, der die digitale Kommunikation und Kooperation im Bereich der Pädagogik und der Verwaltung erleichtern soll.

Länderübergreifende Maßnahmen:

Weitere 5 % (38,9 Mio.€) sind länderübergreifenden Investitionsmaßnahmen vorbehalten, die nach der „Gemeinsamen Förderbekanntmachung der Länder zu Finanzhilfen für länderübergreifende Investitionsmaßnahmen“ vom 25. September 2019 abgewickelt werden. Beispiele für länderübergreifende Investitionsmaßnahmen sind die Entwicklung von Infrastrukturen für die Bereitstellung von digitalen Bildungsmedien und den länderübergreifenden Austausch von Unterrichtsmaterialien (Sodix), die Einrichtung eines gemeinsamen Vermittlungsdiensts für Identitäts- und Lizenzmanagement (VIDIS), für Strukturen zur Bewertung von digitalen Bildungsmedien (Educheck), für onlinebasierte Verfahren zur Diagnostik und Leistungsfeststellung (TBA) oder die Entwicklung weiterer ländergemeinsamer digitaler Lehr-Lern-Infrastrukturen (DigLu, Portal berufliche Bildung).

Aufbau des DigitalPakts Schule 2019 bis 2024: DigitalPakt I und seine sukzessiven Erweiterungen

Der ursprünglich auf die Ausstattung der digitalen Klassenzimmer und den Ausbau von Schulnetzen fokussierte DigitalPakt Schule wurde seit dem Frühjahr 2020 unter den Anforderungen der Pandemiebewältigung nach Art und Umfang weiterentwickelt und schrittweise um zusätzliche Investitionsfelder ausgebaut. Dafür wurden die bisherigen Finanzhilfen des Bundes von 778 Mio. € aus dem DigitalPakt I dreimal um jeweils 77,8 Mio. € für den Freistaat erweitert und der Anspruch eingelöst, faire und gerechte Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler zu sichern – auch und vor allem in dieser herausfordernden Zeit unter Corona-Bedingungen. Dazu haben die Länder nach der grundlegenden Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 drei weitere Bund-Länder-Zusatzvereinbarungen geschlossen, die jeweils weiter 500 Mio. € für die Länder vorsehen. Im DigitalPakt Schule stehen für den Freistaat damit insgesamt 1,012 Mrd. € an Finanzhilfen des Bundes zur Stärkung der Schul-IT bereit.

DigitalPakt I – z. B. für digitale Bildungsinfrastruktur (778 Mio. €):

Der am 17. Mai 2019 zwischen Bund und Ländern über die „Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ begründete DigitalPakt Schule (DigitalPakt I) wurde für den schulischen Teil des digitalen Infrastrukturausbaus über die Förderrichtlinie „digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen (dBIR)“ vom 30. Juli 2019 ausgeformt. Im schulischen Teil des DigitalPakts I werden die digitale Vernetzung in Schulgebäuden, (bestimmte) Schulserver, schulische WLAN-Infrastruktur, digitale Lehr-Lern-Infrastrukturen, Anzeige- und Interaktionsgeräte, digitale Arbeitsgeräte und in begrenztem Umfang schulgebundene mobile Endgeräte gefördert. Komplettiert wird der DigitalPakt I um weitere regionale, landesweite und länderübergreifende Investitionsmaßnahmen (s. oben). Aus dem DigitalPakt I (778,2 Mio. €) sowie den Landesmitteln aus dem Masterplan BAYERN DIGITAL II (212,5 Mio. €) können knapp 1 Mrd. € in den Ausbau der digitalen Infrastruktur an und für Schulen, v. a. zur Einrichtung weiterer digitaler Klassenzimmer, investiert werden.

DigitalPakt II – Schülerleihgeräte (77,8 Mio. €):

Zunächst wurde über den „Zusatz zur Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 (‚Sofortausstattungsprogramm‘)“ vom 4. Juli 2020 der DigitalPakt II begründet, aus dem in Bayern das „Sonderbudget Leihgeräte“ zur Beschaffung von Schülerleihgeräten eingerichtet wurde. V. a. sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern ohne Zugang zu einem geeigneten Gerät soll über schulgebundene Tablets und Notebooks die Teilnahme am häuslichen digitalen Unterricht eröffnet werden. Die Auswahl und Beschaffung der Schülerleihgeräte erfolgt durch den Schulaufwandsträger, die Verteilung der Geräte übernehmen die Schulen bzw. Schulaufwandsträger auf Grundlage der örtlichen Bedarfe.
Das bayerische Förderverfahren wurde über die Richtlinie „Sonderbudget Leihgeräte (SoLe)“ vom 10. Juni 2020 initiiert und über eine Änderung der Richtlinie zum 6. Oktober 2020 um zusätzliche Landesmittel auf insgesamt 107,8 Mio. € erweitert. In einem unbürokratischen Förderverfahren konnte ein wesentlicher und vor allem rascher Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit geleistet werden. Die Fördermittel wurden in zwei Antragsrunden vollständig bewilligt und auf Antrag der Zuwendungsempfänger sofort ausbezahlt.

DigitalPakt III – IT-Administration (77,8 Mio. €):

Trotz einiger Schnittmengen ist die Arbeit von technischen IT-Administratorinnen und IT-Administratoren abzugrenzen von den Aufgaben der pädagogischen Systembetreuerinnen und -betreuer (Lehrkräfte der Schulen). Deren Tätigkeitsschwerpunkte sind vor allem im pädagogischen und methodisch-didaktischen Bereich zu verorten. Damit die Lehrkräfte in der pädagogischen Systembetreuung ihre Kernaufgaben zielgerichtet wahrnehmen können, sollen sie von technischen Aufgaben entlastet werden. Über die zweite Erweiterung des DigitalPakts Schule wird die technische IT-Administration durch die zuständigen Schulaufwandsträger als Teil der Investitionsmaßnahmen im DigitalPakt Schule gefördert. Damit sollen Wartung und Pflege, Betreuung und Instandhaltung der digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen dauerhaft gesichert werden und technische Supportstrukturen ausgebaut und professionalisiert werden. Die „Zusatz-Verwaltungsvereinbarung ‚Administration‘ zum DigitalPakt Schule 2019 bis 2024“ (DigitalPakt III) ist am 4. November 2020 in Kraft getreten und umfasst ein zusätzliches Volumen von 77,8 Mio. € für Bayern. Gefördert werden Personalkosten für angestellte IT-Administratoren, Sachmittel für Wartungsverträge, Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen für IT-Administratoren in direkter Verbindung mit Investitionsmaßnahmen des DigitalPakts Schule sowie weiterer Zusatzvereinbarungen. Die bayerische Förderung wird über eine Doppelrichtlinie erfolgen, in der die Bundesförderung aus dem DigitalPakt Schule mit einer zusätzlichen Landesförderung gebündelt werden.

DigitalPakt IV – Lehrerdienstgeräte (77,8 Mio. €):

Zusätzlich zu den bereits am 23. Juli 2020 bereitgestellten Landesmitteln für Lehrerdienstgeräte tritt der Bund in die Vorfinanzierung von EU-Fördergeldern ein, um den Ländern bzw. kommunalen und privaten Schulaufwandsträgern Mittel für die Anschaffung von schulgebundenen mobilen Endgeräten für Lehrkräfte zeitnah zu erschließen. Über die dritte Erweiterung des DigitalPakts Schule (DigitalPakt IV) werden Lehrerdienstgeräte als Teil der schulischen Infrastruktur flexibel, u. a. für die Unterrichtsvorbereitung und die Durchführung digitaler Unterrichtsformen nutzbar gemacht – sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht. Zu diesem Zweck stellt der Bund in einem weiteren Sofortprogramm Finanzhilfen in Höhe von weiteren 500 Millionen Euro bereit, darunter 77,8 Mio. € für den Freistaat Bayern.
Bund und Länder haben dazu den „Zusatz zur Verwaltungsvereinbarung DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 (‚Leihgeräte für Lehrkräfte‘)“ geschlossen. Die Mittel im Gesamtumfang von 500 Mio. € sollen durch das Wiederaufbauinstrument „Recovery and Resilience Facility“ im Rahmen des europäischen Aufbauplans „Next Generation EU“ der Europäischen Union (EU) refinanziert werden. Die Finanzhilfen aus dem DigitalPakt IV werden über die bayerische „Richtlinie zur Corona-bedingten Beschaffung von Lehrerdienstgeräten - Sonderbudget Lehrerdienstgeräte (SoLD)“ ausgebracht.

Beschlüsse des Schul-Digitalisierungsgipfels vom 23. Juli 2020

Die Coronakrise hat deutlich gemacht, wie unverzichtbar digitale Infrastrukturen, digitale Kompetenzen und die konsequente Fortbildung der Lehrkräfte inzwischen sind, um mit der digitalen Bildung eines der großen Zukunftsthemen für unsere Gesellschaft aktiv zu gestalten. In diesem Bewusstsein fand in der Staatskanzlei am 23. Juli 2020 der Schul-Digitalisierungsgipfel statt, mit dem neue Akzente für eine weitere Beschleunigung des digitalen Wandels an den bayerischen Schulen gesetzt wurden. Am Gipfel haben Vertreter der Staatsregierung, der kommunalen Spitzenverbände, der Eltern- und Lehrerverbände und der Schülervertretung teilgenommen und auf einer breiten Basis unterschiedlicher Interessen einen gemeinsamen „Digitalplan Schule“ geschmiedet. Ergebnis war ein umfassendes Maßnahmenbündel, mit dem die Potenziale der Digitalisierung noch konsequenter für das schulische Lehren und Lernen nutzbar gemacht werden können.

Neben der weiteren Vertiefung der digitalen und medienbezogenen Lehrkompetenzen durch die weitere Intensivierung der Fortbildungsaktivitäten stand die weitere Verbesserung der technischen Infrastrukturen im Mittelpunkt. Für die über die Zusatzvereinbarungen zum DigitalPakt Schule angestoßenen Infrastrukturvorhaben sollen in den nächsten vier Jahren zusätzliche Landesmitteln im Umfang von 400 bis 500 Mio. € bereitgestellt werden, so dass insgesamt rund 2 Mrd. € für die digitale Transformation von Schulen eingesetzt werden können:

Landeserweiterung des Sonderbudgets Leihgeräte (30 Mio. €)

Über weitere 30 Mio. € aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie des Freistaats erhält der DigitalPakt II (Schülerleihgeräte) einen breiteren Finanzstock, so dass die bewilligten Sonderbudgets Leihgeräte der ersten Runde über eine Erhöhungsrunde zum 31. Oktober 2020 aufgestockt werden konnten. Die Erhöhungen der Fördersummen auf Grundlage der Landesgelder und Restmitteln des Bundes sind vollständig bewilligt und wurden auf Antrag der Zuwendungsempfänger sofort ausbezahlt. Ziel ist die Steigerung des Bestands auf 250.000 Schülergeräte zur Nutzung innerhalb und außerhalb der Schule. Im Zuge der Förderung hat sich die Anzahl der mobilen Schülergeräte für den wechselnden unterrichtlichen Einsatz bzw. für den Verleih im Wechsel- oder Distanzunterricht ggü. dem Vorjahr bereits vervielfacht, wie die Daten aus der fortlaufend aktualisierten IT-Umfrage an den bayerischen Schulen zeigen.

Verdopplung der Förderung der IT-Administration (80 Mio. €)

Die mit dem DigitalPakt III angestoßene Förderung der technischen Wartung und Pflege der mit dem DigitalPakt Schule verbundenen digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen wird über die vierjährige Laufzeit des Digitalplans Schule von 2021 bis 2024 um eine Landesförderung im Volumen von weiteren 80 Mio. € ausgebaut und damit mehr als verdoppelt. Die zusätzliche Landesförderung soll über ein maximal einfaches und pauschalisiertes Zuschussmodell in Form von Pro-Kopf-Pauschalen auf Grundlage statistischer Kennzahlen erfolgen und der Verwendungsnachweis in pauschalierter Form über die vorhandene IT-Ausstattung der Schulen erbracht werden. Durch die sich ergänzenden Förderprogramme entsteht ein solider Grundstock für die Administration der gesamten digitalen IT-Infrastruktur an den Schulen. Im Anschluss an die Förderperiode soll ab 2025 eine dauerhafte staatliche Beteiligung an den Kosten für Wartung und Pflege etabliert werden, um den lückenlosen Anschluss an die Ausbringung von Fördergeldern sicherzustellen.

Bereitstellung von Lehrerdienstgeräten aus Landesmitteln (15 Mio. €)

Noch ehe am 27. August 2020 gemeinsam von Frau Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder der DigitalPakt IV (Lehrerdienstgeräte) aus der Taufe gehoben wurde, hat der Freistaat Bayern den Startschuss in die Bereitstellung von Dienstgeräten für Lehrerinnen und Lehrer gegeben. Auf dem Schul-Digitalisierungsgipfel vom 23. Juli 2020 wurden zu diesem Zweck – und parallel zu den zusätzlichen Mitteln für die Schülerleihgeräte – 15 Mio. € auf dem Sonderfonds Corona-Pandemie vorgesehen, die einen Einstieg in die Beschaffung von Dienst-Laptops und -Tablets für Lehrerinnen und Lehrer und deren Erprobung im schulischen Einsatz ermöglichen sollen. Daher markiert der Schul-Digitalisierungsgipfel den Beginn der Leistungen für Lehrerdienstgeräte und den vorzeitigen Maßnahmebeginn in der Richtlinie „Sonderbudget Lehrerdienstgeräte (SoLD)“. Die bayerischen Mittel wurden mit den Finanzhilfen des Bundes zu einer einzigen Maßnahme im Sonderbudget Lehrerdienstgeräte zusammengeführt, so dass über die Gesamtmittel von 92,8 Mio. € ein wesentlich höherer Anteil der Lehrerinnen und Lehrer mit Dienstgeräten ausgestattet werden kann.

BayernCloud Schule mit zentralen IT-Services

Als weiteres Infrastrukturvorhaben in inhaltlicher Verbindung zu den Lehrerdienstgeräten sollen über die BayernCloud Schule zentrale IT-Dienste, Werkzeuge und Ressourcen durch den Freistaat bereitgestellt werden. Diese erstreckt sich auf eine Verwaltungs-Cloud mit besonders abgesichertem Cloudspeicher, Kommunikationstools, Weboffice und zentraler Dienst-E-Mail und zum anderen auf eine pädagogische Cloud, die u. a. ein professionelles Kollaborations- und Kommunikationswerkzeug für Videokonferenzen, Chat, Teamarbeit durch gemeinsame Arbeit an Dokumenten sowie den Austausch bzw. standortunabhängigen Zugriff auf unterrichtliches Material vorsieht. Durch Auswahl und Vorkonfiguration geeigneter Dienste und Anwendungen werden dabei rechtliche Unsicherheiten, z. B. bei der datenschutzkonformen Auswahl und Konfiguration, verringert und einheitliche Maßstäbe im Bereich der Software sichergestellt. Der schrittweise Aufbau der BayernCloud Schule startet bereits im ersten Schulhalbjahr 2020/21 über die Einrichtung von dienstlichen E-Mail-Adressen. In einem nächsten Schritt steht die zentralen Bereitstellung einer dauerhaften Kommunikations- und Kollaborationsplattform an, die vor allem ein Videokonferenzwerkzeug mit begleitender Chat-Funktion umfassen soll.

Weitere infrastrukturelle Rahmenbedingungen (Breitband, Rechenzentrum)

  • die Forcierung des Ausbaus der Breitband- bzw. Glasfaseranbindungen der Schulen (außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus) – flankiert vom einem „digitalen Schulatlas“ mit einer schulbezogenen Bestandsaufnahme der infrastrukturellen Voraussetzungen der Breitbandversorgung und Schulhausvernetzung auf Basis des BayernAtlas des StMFH,
  • die Förderung und Beschleunigung der digitalen Schulhausvernetzung sowie des Ausbaus der schulischen WLAN-Infrastruktur über die Fördermittel aus dem DigitalPakt I,
  • die Bündelung der Softwareentwicklung und Konzentration des Betriebs der einschlägigen Programme im Schulbereich in einem Schulrechenzentrums im IT-Dienstleistungszentrum mit zusätzlichen Stellen am IT-Dienstleistungszentrum (IT-DLZ),
  • eine Erweiterung der mebis Mediathek durch „mebis tube“ zur Schaffung eines Zugangs für die gesamten Schulgemeinschaft zu selbstproduzierten Erklärvideos („user-generated-content“) der Lehrerinnen und Lehrer.

Vorlese-Funktion

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden.
Mehr Informationen und eine Möglichkeit zur Deaktivierung der Webanalyse finden Sie hier.