Schulen bilden auch Herz und Charakter

Vor zehn Jahren hat das Staatsministerium die Initiative „Werte machen stark“ ins Leben gerufen. Unter diesem Motto konnten sehr erfolgreich Impulse für eine werteorientierte Persönlichkeitserziehung gesetzt werden. Zum 10-jährigen Jubiläum wird die Wertebildung an bayerischen Schulen nun gezielt weiterentwickelt:

Mit der Initiative „Werte machen Schule“ beginnt ein neuer Zeitabschnitt in der Werteerziehung. Politische Bildung sowie Demokratie- und Werteerziehung sind als fächerübergreifendes Bildungsziel an allen Schularten in Bayern im LehrplanPLUS festgeschrieben und Grundprinzip jeder pädagogischen Arbeit. "Werte machen Schule" baut die Erfolge des Konzepts „Werte machen stark“ weiter aus, in deren Rahmen in den vergangenen zehn Jahren bereits Lehrerinnen und Lehrer als Werte-Multiplikatoren an den Schulen im Einsatz sind.

Intensiv eingebunden in die neue Initiative werden außerdem externe Partner und Institutionen: Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Lehrer- und Elternverbänden, Jugendorganisationen, des Wertebündnis Bayern sowie Fachexperten der digitalen Bildung gehören künftig zum festen Kreis eines Expertenforums, das z. T. in Arbeitsgruppen an der Weiterentwicklung der Wertebildung an den Schulen arbeiten wird.

Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News wird den Schülerinnen und Schülern ein starker ethischer Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitgegeben. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen aktiv für ein Miteinander in der Gesellschaft engagieren, das von Respekt und Zivilcourage geprägt ist.

Dazu werden jährlich neue Schwerpunkte gesetzt. Im Schuljahr 2018/19 geht es um Wertebildung 4.0, also Wertebildung in der digitalen Welt.

Im Mittelpunkt der neuen Initiative stehen die jungen Menschen. Die Schülerinnen und Schüler gestalten aktiv mit und bestimmen die Themen, die ihnen am Herzen liegen. Ab dem Frühjahr 2019 werden Schülerinnen und Schüle zu Werte-Botschafterinnen und -Botschaftern ausgebildet. Gestartet wird ihre Ausbildung zunächst in den drei Regierungsbezirken Oberfranken, Schwaben und Niederbayern. Die übrigen Regierungsbezirke folgen im Schuljahr 2019/20. Je Bezirk werden 20 bis 25 Jugendliche aus der achten und neunten Jahrgangsstufe aller weiterführenden Schularten aus den Vorschlägen ausgewählt, die die Schülermitverantwortung (SMV) in Absprache mit der Schulleitung formuliert hat. Die jugendlichen Werte-Botschafter erwerben in ihrer Ausbildung Basiskompetenzen zur Wertebildung, zur Kommunikationsfähigkeit und zur Teamführung. Gemeinsam gestalten sie schülerorientierte Module zur Wertebildung z.B. für Projekttage und -wochen, Schulfeste und zur Schulung der Klassensprecherinnen und -sprecher.

Video: Werte machen stark - Werte machen Schule

Lade Video...

Materialien zur Wertebildung

ISB-Handreichung: Werte bilden – Impulse zur wertebasierten Schulentwicklung

Die Handreichung zeigt, wie eine Schule einen Wertekonsens ausbilden und wertebasierte Schulentwicklung gelingen kann. Zudem macht sie deutlich, dass Werte als Grundbestand der Schulentwicklung unverzichtbar sind.
Die Handreichung zeigt Wege auf, wie der systematische Prozess einer wertebasierten Schulentwicklung an der eigenen Schule in Gang gesetzt oder fortentwickelt werden kann. Sie gibt Anregungen, wie ein Wertekonsens nicht nur auf dem Papier bestehen bleibt, sondern konkret im Unterrichtsalltag und in der Schulkultur verankert werden kann. Das Innovative dabei ist, dass erstmals eine Querverbindung zwischen dem Thema Werteerziehung und der Struktur der systematischen Schulentwicklung (mit Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung) hergestellt wird.

Aus dem Inhalt:

  • Grundlegendes zum Thema Werte und Schulentwicklung und zur Notwendigkeit eines gemeinsamen Wertefindungsprozesses als Ausgangspunkt für eine wertebasierte Weiterentwicklung der eigenen Schule.
  • Wege der Prozesssteuerung bzw. ein Prozessmodell, um von fragmentierten Einzelmaßnahmen hin zu einem nachhaltigen und umfassenden Gesamtkonzept für die eigene Schule zu kommen.
  • Mögliche Handlungsfelder einer wertebasierten Weiterentwicklung der Schule, die an die Bedürfnisse und Gegebenheiten an der eigenen Schule angepasst werden können.
  • Tabellen mit Kurzbeschreibungen möglicher Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern für eine Bestandsaufnahme und Stärkenanalyse bzw. als mögliche Ideenquelle.

Das Praxis-Handbuch "Werte machen stark"

Das Praxis-Handbuch "Werte machen stark" fasst die zentralen Ergebnisse der Wissenschaft zusammen und stellt viele konkrete Beispiele für Werteerziehung in der Schule vor.

Diese sind leicht im Alltag einzusetzen und in entprechende Kategorien gegliedert: Persönlichkeitsbildung, Soziales Verhalten, Umwelt, Gesundheit, Sport, Kultur und Schulleben/-kultur. 

Für weitere Informationen sind jeweils konkrete Ansprechpartner für die Projekte genannt.

Literaturempfehlungen

  • Bertelsmann Stiftung (Hg.) (2016), Werte lernen und leben. Theorie und Praxis der Wertebildung in Deutschland.
  • Werner Brendel (2010), Werde zu deiner Persönlichkeit. Das kre-ative Trainigsprogramm in zwölf Stationen zur werteorientierten Persönlichkeitsbildung besonders für junge Lehrer.
  • Olaf-Axel Burow (2016), Wertschätzende Schulleitung. Der Weg zu Engagement, Wohlbefinden und Spitzenleistung.
  • Friedrich Schülerheft 2016, Werte (Bestellnummer: 539022)
  • Dieter Frey (Hg.) (2015), Psychologie der Werte. Von Achtsamkeit bis Zivilcourage – Basiswissen aus Psychologie und Philosophie.
  • Hermann Giesecke (2005), Wie lernt man Werte? Grundlagen der Sozialerziehung.
  • Kathrin Kürzinger (2014), 'Das Wissen bringt einem nichts, wenn man keine Werte hat'. Wertebildung und Werteentwicklung aus Sicht von Jugendlichen.
  • Ladenthin, Volker/Rekus, Jürgen (Hg.) (2009) , Werteerziehung als Qualitätsdimension von Schule und Unterricht.
  • Eva Matthes (Hg.) (2004.), Werteorientierter Unterricht - eine Herausforderung für die Schulfächer.
  • Mokrosch /Regenbogen (Hg.) (2009), Werte-Erziehung und Schule. Ein Handbuch für Unterrichtende
  • Elisabeth Nowak (2009), Miteinander Schule leben - Demokratie erleben und Werte erlernen - Ein Praxishandbuch für die Grundschule.
  • Gertrud Nunner-Winkler (1998), Wandel in den Moralvorstellungen. In: W. Edelstein & G. Nunner-Winkler (Hg.), Moral im Kontext.
  • Fritz Oser, Acht Strategien der Wert- und Moralerziehung. In: Wolfgang Edelstein, Fritz Oser, Peter Schuster (Hg.) (2001), Moralische Erziehung in der Schule, S. 63 – 87.
  • Peter Prange (2016), Werte: Von Plato bis Pop - Alles, was uns verbindet.
  • Susanne Porsche (2003), Kinder wollen Werte. (Leitfaden für Eltern zur ethischen Erziehung)
  • Franz Rackl (2009), Werte altersgerecht vermitteln. Integratives Schulkonzept zur Persönlichkeitsentwicklung und Werteerziehung.
  • Franz Rackl (2009), Schulknigge für die Sekundarstufe I - Ein Lernkonzept zur Persönlichkeitsentwicklung und Werteerziehung.
  • Andreas Schick (2011), Werte bilden. Werteerziehung in der Grundschule mit "Klarigo"
  • Wilfried Schubarth / Christina Gruhne / Birgitta Zylla (2017), Werte machen Schule. Lernen für eine offene Gesellschaft.
  • Schweizer/Müller/Adam (Hg.) (2010), Wert und Werte im Bildungsmanagment. Nachhaltigkeit – Ethik – Bildungscontrolling.
  • Andreas Urs Sommer (2016), Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt.
  • Jutta Standop (2005), Werte-Erziehung.
  • Barbara Staudigl (2009), Achtung vor dem Kind. Wie Lehrer ethisch handeln können.
  • Klaus Zierer (2010), Schulische Werteerziehung. Kompendium.

Vorträge

Ansprechpartner für die Wertebildung

Ansprechpartner im Ministerium:

Für die Koordination der Initiative "Werte machen Schule":

Birgit Kleinhappl
Salvatorstraße 2
80327 München

Telefon: 089 2186 2435
E-Mail: birgit.kleinhappl@stmuk.bayern.de

 

Für die Wertemultiplikatoren:

Dr. Ulrich Seiser
Salvatorstraße 2
80327 München

Telefon: 089 2186 2619
E-Mail: ulrich.seiser@stmuk.bayern.de


Ansprechpartnerin im Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB):

Claudia Reichmann
Schellingstr. 155
80797 München

Telefon: 089 2170 2147
E-Mail: claudia.reichmann@isb.bayern.de

Links zum Thema Wertebildung

Vorlese-Funktion