Unterstützung für Flüchtlinge und Schulen

Der Krieg in der Ukraine führt zu Unsicherheit, Angst und traumatischen Erlebnissen. Tausende Menschen befinden sich auf der Flucht aus ihrer Heimat und suchen Rat und Unterstützung. Auf dieser Seite stellen wir die wesentlichen Informationen und Hilfsangebote zusammen. Die Seite wird fortlaufend ergänzt. (Stand: 29.03.2022, 18:00 Uhr)

Schulische Angebote

Welche schulischen Angebote gibt es für aus der Ukraine geflohene Kinder und Jugendliche?

In den nächsten Wochen gilt es, den aus der Ukraine geflohenen Kindern und Jugendlichen ein gutes Ankommen an den bayerischen Schulen zu ermöglichen. Im Vordergrund steht hierbei das Ziel, durch feste Strukturen und Ansprechpartner ein Stück Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. Zudem sollen die geflohenen Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit haben, das Ankunftsland Bayern und den schulischen Alltag hier kennenzulernen. Ein großer Wunsch vieler ukrainischer Familien ist es außerdem, dass ihre Kinder auch im Ankunftsland die Verbundenheit mit der ukrainischen Heimat bewahren können.  Die schulischen Strukturen sollen diesen Anforderungen und der besonderen Situation der geflohenen Kinder und Jugendlichen gerecht werden.

Dazu bestehen generell drei Wege einer schulischen Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine:

  • Neu eingerichtete „Pädagogische Willkommensgruppen“ für die Kinder und Jugendliche aus der Ukraine.
  • Aufnahme in besondere Klassen oder Unterrichtsgruppen (z. B. Deutschklassen) in Abhängigkeit von den Kapazitätsgrenzen dieser Angebote.
  • Aufnahme in eine Regelklasse bzw. den regulären Unterricht, ggf. als Gastschüler (Voraussetzung: sichere Beherrschung der deutschen Sprache, Aufnahmeverfahren der jeweiligen Schulart).

Was sind „Pädagogische Willkommensgruppen“?

Pädagogische Willkommensgruppen bilden ein tages- bzw. wochenstrukturierendes Angebot, dessen konkrete Ausgestaltung von den örtlichen Gegebenheiten, aber auch von den Bedürfnissen der geflohenen Kinder und Jugendlichen abhängt. Es sollte nach Möglichkeit folgende Elemente beinhalten:

  • geregelte Struktur mit festen Bezugspersonen
  • vielfältige Begegnungen mit Menschen im Ankunftsland, ggf. auch im außerschulischen Raum, z. B. auch im Rahmen von Bewegungsangeboten und kreativen Angeboten
  • Spracherwerb und –förderung;  Ermöglichung von Sprachpraxis (z. B. durch gemeinsamen Sportunterricht, Projekte oder praktischen Unterricht mit Schülerinnen und Schülern aus Regelklassen)
  • Kennenlernen des deutschen Schulalltags, z. B. durch die regelmäßige Teilnahme am Unterricht der Regelklassen und an anderen Schulveranstaltungen
  • sofern schon möglich: Kontakthalten zur ukrainischen Heimat, z. B. durch Angebote von ukrainischen Lehr- bzw. Unterstützungskräften

Bei der konkreten Ausgestaltung und dem Stellenwert der genannten Elemente sind die personellen und räumlichen Ressourcen zu berücksichtigen. Sollte sich zeigen, dass eine starke schulisch-unterrichtliche Prägung pädagogisch sinnvoll ist und vor Ort umgesetzt werden kann, ist eine zunehmende Verzahnung mit dem regulären Unterrichtsgeschehen durchaus möglich. Gerade dann, wenn die geflohenen Kinder und Jugendlichen sehr erschöpft sind und primär nach Halt und Ablenkung suchen, sollten ggf. andere Schwerpunkte gesetzt werden.

Pädagogische Willkommensgruppen müssen nicht zwingend als geschlossene Gruppen eingerichtet werden. Vielmehr können Schülerinnen und Schüler – ggf. auch begabungs- und neigungsabhängig – phasenweise auf einzelne Klassen aufgeteilt werden. Die Pädagogische Willkommensgruppe sollte aber ein fester Rahmen sei, der regelmäßige Begegnungen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler vorsieht und so Halt und Geborgenheit vermittelt. Jahrgangsgemischte Gruppen sind möglich. Nach bereits erfolgter Teilnahme an einer Pädagogischen Willkommensgruppe sollen die Kinder oder Jugendlichen nach Möglichkeit dort stabil verbleiben; Wechsel, z. B. in eine neue, wohnortnähere Gruppe, sollen nur im Einzelfall in ihrem Interesse und mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten erfolgen.

Die Pädagogische Willkommensgruppe sollte von festen Bezugspersonen betreut werden. Hierfür kommen v. a. Lehrkräfte, sonstiges pädagogisches Personal (z. B. Drittkräfte), Lehramtsstudierende, pensionierte Lehrkräfte, aber auch ehrenamtliche Kräfte aus dem Umfeld der Schule in Betracht. Auch ältere Schülerinnen und Schüler können als direkte Ansprechpartner und Bezugspersonen (Tutoren) zusätzlich eine wichtige Funktion einnehmen.

Die Pädagogische Willkommensgruppen weisen keine schulartspezifische Prägung auf. Die Umsetzung folgt ausschließlich den oben genannten Zielsetzungen, unabhängig davon, an welcher Schule eine Gruppe jeweils eingerichtet wird.

Sofern keine Räume in der Schulanlage zur Verfügung stehen, ist – mit Zustimmung des Schulaufwandsträgers – eine Durchführung in geeigneten Räumlichkeiten außerhalb des Schulgeländes grundsätzlich möglich.

Die tägliche Dauer der Pädagogischen Willkommensgruppe hängt von den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen sowie den personellen und räumlichen Ressourcen vor Ort ab. Eine zunächst kürzere Dauer kann ggf. schrittweise erweitert werden. Die Dauer eines typischen Schulvormittags (ca. 8 bis ca. 13 Uhr; in Grundschulen altersabhängig auch kürzer) muss nicht zwingend erreicht werden. Grundsätzlich können Angebote im Rahmen der Pädagogischen Willkommensgruppen auch am Nachmittag stattfinden, sofern dies im Hinblick auf die personellen und räumlichen Ressourcen sinnvoll erscheint. Pädagogische Willkommensgruppen werden nur an Unterrichtstagen durchgeführt, nicht am Wochenende und in den Ferien.

Wie werden die schulischen Angebote für die Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine vor Ort koordiniert?

Zunächst für die Dauer des Schuljahres 2021/2022 werden zur Bewältigung der Herausforderungen, die mit dem Zuzug der aus der Ukraine geflohenen Kinder und Jugendlichen verbunden sind, auf Ebene der Landkreise bzw. kreisfreien Städte Steuerungsgruppen eingerichtet. Die Initiative zur Einrichtung einer Steuerungsgruppe geht vom jeweiligen Staatlichen Schulamt aus.

Die Steuerungsgruppe trägt im Zusammenwirken der Schulaufsichtsbehörden und in enger Abstimmung mit den Sachaufwandsträgern dafür Sorge, dass die aus der Ukraine geflohenen Kinder und Jugendlichen, die im jeweiligen Landkreis bzw. der jeweiligen kreisfreien Stadt ihren ständigen Aufenthalt haben, an Pädagogischen Willkommensgruppen teilnehmen können bzw. in besondere Klassen und Unterrichtsgruppen oder reguläre Klassen aufgenommen werden können.

Die Steuerungsgruppe hat folgende Aufgaben:

  • Sie beobachtet den Zuzug von geflohenen Kindern und Jugendlichen im jeweiligen Landkreis bzw. der jeweiligen kreisfreien Stad und steht dazu in engem Kontakt mit den für die Aufnahme zuständigen Stellen.
  • Sie informiert die Staatlichen Schulberatungsstellen über das Entstehen besonderer Beratungsbedarfe im Bereich der Schullaufbahnberatung und der pädagogisch-psychologischen Beratung.
  • Sie formuliert ggf. identifizierte Lehrerfortbildungsbedarfe gegenüber den Ebenen der Staatlichen Lehrerfortbildung.
  • Sie stellt sicher, dass in erforderlicher Zahl Pädagogische Willkommensgruppen eingerichtet werden.
  • Die Steuerungsgruppe legt einvernehmlich ein Verfahren fest, das geeignet ist, bei der Einrichtung von Pädagogischen Willkommensgruppen eine gleichmäßige Auslastung der personellen und räumlichen Ressourcen an den staatlichen Schulen im Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt herbeizuführen. Im Bereich der Sekundarstufe I sollen Mittelschule, Realschule und Gymnasium jeweils ca. ein Drittel der erforderlichen Pädagogischen Willkommensgruppen einrichten. Auch an Wirtschaftsschulen bzw. Fachoberschulen können Pädagogische Willkommensgruppen eingerichtet werden.
  • Bei der Einrichtung einer Pädagogischen Willkommensgruppe im Zusammenwirken mehrerer Schulen stellt die Steuerungsgruppe sicher, dass eine Schule die Verantwortung und Aufsicht (Art. 57 Abs. 2 BayEUG) trägt.
  • Die in der Steuerungsgruppe vertretenen Schulaufsichtsbehörden können die jeweils unter ihrer Aufsicht stehenden Schulen anweisen, Pädagogische Willkommensgruppen einzurichten.

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Eine Lerngruppe

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Interesse? Hier geht es zur Vermittlungsbörse!

Oder wenden Sie sich direkt an die bei Ihnen vor Ort zuständige Steuerungsgruppe. Auf dieser Seite finden Sie auch eine Übersicht der Ansprechpersonen je nach Bezirk. 

Folgende Aufgaben sind bei einem Engagement als Willkommenskraft u. a. möglich:

  • Sie stellen für die Kinder und Jugendlichen eine feste Bezugsperson dar, begleiten sie beim schulischen Ankommen und sind direkter Ansprechpartner.
  • Sie übernehmen Betreuungsaufgaben, z. B. im Rahmen von Bewegungsangeboten, kreativen Angeboten etc.
  • Sie schaffen den Rahmen für eine Erstbegegnung mit der deutschen Sprache.
  • Sie unterstützen die Lehrkräfte vor Ort.
  • Sie übernehmen unterrichtliche Tätigkeiten.

Unterstützungsstrukturen für psychisch belastete Kinder und Jugendliche

Welche Unterstützungsstrukturen für psychisch belastete Kinder und Jugendliche gibt es?

Sofern in Pädagogischen Willkommensgruppen psychisch stark belastete bzw. sogar traumatisierte Kinder und Jugendliche betreut werden, ist ein erster wichtiger Schritt, auf die bewährten schulischen Unterstützungssysteme zuzugehen. Zunächst stehen die Ansprechpartner der Staatlichen Schulberatung, die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und die Beratungslehrkräfte an den Schulen vor Ort und an den Staatlichen Schulberatungsstellen (www.schulberatung.bayern.de) bereit. Sie können über Informationen und Hinweise zum Umgang mit traumatisierten Kindern hinaus ggf. bei der Vermittlung fachärztlicher und psychotraumatischer Behandlungen unterstützen. Zusätzlich steht den Schulen mit dem Kriseninterventions- und Bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen (KIBBS) ein notfallpsychologisches Unterstützungssystem zur Verfügung, das u.a. schulische Führungskräfte, Krisenteams und Kollegien in konkreten Fällen berät und fortbildet. Seitens KIBBS wurde ein Informationsschreiben mit Empfehlungen erstellt, wie die Schulfamilie mit der schwierigen aktuellen Situation umgehen und an welche Stellen (mit Kontaktdaten) man sich für weiterführende Hilfsangebote wenden kann (www.km.bayern.de/krieg-in-der-ukraine/hinweise-zum-umgang-in-schulen).

 

Aktuelle Meldungen

Ukraine-Hilfe Pädagogische Willkommensgruppen für geflüchtete Kinder aus der Ukraine

Bild: Aus Papier gebastelte Kette von Menschen

Durch schulische Strukturen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln: Mit Pädagogischen Willkommensgruppen richtet das bayerische Kultusministerium ab sofort ein Angebot für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine ein.

KIBBS aktuell Hinweise zum Umgang mit dem Krieg in der Ukraine in der Schule

Bild: Mädchen mit Ukraine-Flagge am Auge blickt in die Kamera

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt und verunsichert Menschen weltweit. Vor kurzer Zeit erschien dies noch undenkbar und es macht viele fassungslos, wütend, hilflos und ängstlich. Im Folgenden werden Hinweise gegeben, in der Schule mit der schwierigen Situation umzugehen.

Telefonische Auskunft

Bitte lesen Sie vor Ihrer Anfrage zunächst unsere FAQ bzw. unsere Informationsseite zum bayerischen Schulsystem, die auch auf Englisch und Ukrainisch zur Verfügung steht. 

Die Telefonhotline zur Ukraine-Hilfe des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus steht bei dringenden Fragen rund um Hilfsangebote für Flüchtlinge und Informationen für Helfer zur Verfügung. Die Hotline ist von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 089/72 08 05 68 erreichbar.

Darüber hinaus hat die Bayerische Staatsregierung bei der Freien Wohlfahrtspflege unter der Nummer 089/54 49 71 99 (Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr, Samstag 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr) ein Hilfetelefon zu Fragen rund um den Krieg in der Ukraine eingerichtet. Hier erhalten Sie Informationen und Hilfe, wenn Sie den Kontakt zu den Ihnen nahestehenden Menschen verloren haben und diese suchen, Informationen zur aktuellen Situation vor Ort (Ukraine oder Nachbarstaaten) benötigen, nahestehenden Personen vor Ort (Ukraine oder Nachbarstaaten) helfen möchten oder selbst ehrenamtlich Hilfe leisten wollen. Menschen, die Hilfe benötigen oder anbieten, können sich auch per E-Mail melden.

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