Ausgewählte Stipendienprogramme

Im Folgenden sind Unterstützungsprogramme für Schüler unterschiedlicher Träger mit unterschiedlicher Zielrichtung und jeweils verschiedener Zielgruppe beschrieben.

Oskar-Karl-Forster-Stipendium

Bedürftige Schüler an Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen in Bayern können aus Mitteln des Oskar-Karl-Forster-Stipendium-Fonds einmalige Beihilfen für folgende Zwecke erhalten:

  • zur Beschaffung teurer Lernmittel, wenn diese nicht im Rahmen der Lernmittelfreiheit zur Verfügung gestellt werden (z.B. Beschaffung eines Musikinstruments), oder
  • zur Ermöglichung der Teilnahme an Klassen-, Lehr- und Studienfahrten, soweit diese als schulische Veranstaltungen durchgeführt werden (z.B. auch Orchester- und Chorwochen).

Die Vergabe der Beihilfen erfolgt auf schriftlichen Antrag und auf Befürwortung der Schule durch den zuständigen Ministerialbeauftragten für die Gymnasien (aufrufbar auf den Seiten des bayerischen Gymnasialnetzes).

"Talent im Land - Bayern": Stipendium für begabte Schüler

"Vorbildliche Projekte wie Talent im Land zeigen: Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Unser Ziel ist beste Bildung und Chancen für alle."

Horst Seehofer, Bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr des Programms "Talent im Land - Bayern" in seiner Regierungserklärung vom 25. Januar 2011

Ziel des Programms

Das Stipendienprogramm „Talent im Land – Bayern“ möchte begabte Jugendliche, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft Hürden zu überwinden haben, auf ihrem Weg zum Abitur begleiten, fördern und unterstützen. Das Programm ermöglicht damit Bildungschancen. Junge Menschen in Bayern können so ihre Begabungen frei entfalten und zu einem friedlichen Miteinander in der Gesellschaft beitragen. Seit 2014 steht das Programm „Talent im Land – Bayern“ auch Schülerinnen und Schülern ohne Zuwanderungsgeschichte offen.

Zielgruppe

„Talent im Land – Bayern“ fördert begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Familien, insbesondere mit Migrationshintergrund. Im Schuljahr 2016/2017 können bis zu 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten neu aufgenommen werden. Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2016/2017 mindestens die 9. Jahrgangsstufe einer weiterführenden Schule besuchen werden und die Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife anstreben. Außerdem können sich nur Schülerinnen und Schüler bewerben, die nach Aufnahme in unser Stipendienprogramm noch mindestens 2 Schuljahre bis zum Abitur haben.

Programmbeschreibung

„Talent im Land – Bayern“ beschränkt sich nicht auf eine finanzielle Unterstützung der Stipendiatinnen und Stipendiaten, sondern verfolgt ein umfassendes Förderkonzept, das das schulische, familiäre und gesellschaftliche Umfeld berücksichtigt. Die Jugendlichen werden durch ein zweckgebundenes monatliches Bildungsstipendium in Höhe von 100 Euro, persönliche Beratung und ein umfangreiches Weiterbildungsangebot gezielt darin unterstützt, ihr Begabungspotenzial zu entfalten. Zusatzunterricht in Deutsch oder in Fremdsprachen, Klassenfahrten und die Anschaffung eines Computers werden je nach den sozialen Verhältnissen bezuschusst. Zudem zielt das Programm auf eine umfangreiche Netzwerkbildung, in die Stipendiaten, Alumni, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen eingebunden sind.

Auswahl der Stipendiaten

Jahr für Jahr bewerben sich mehrere hundert Jugendliche um die Aufnahme in das Programm, aus denen eine Jury aus Vertretern aus Kultur, Hochschule und Wirtschaft die bis zu 50 neuen Stipendiaten eines Jahrgangs auswählt. Die Aufnahme in das Programm richtet sich nach den Kriterien Begabung, soziale Lage und gesellschaftliches Engagement. Die Förderung läuft bis zum Erreichen des angestrebten Schulabschlusses.

Bewerbung

Informationen zur Bewerbung, die seit dem 4. April 2016 erstmals online möglich ist, sind hier abrufbar: http://www.til.bayern.de/index.php?id=14.

Esther und Silvius Dornier Stiftung zur Förderung begabter Kinder

Die Esther und Silvius Dornier Stiftung zur Förderung begabter Kinder hat sich zum Ziel gesetzt, begabten Mädchen und Jungen den Besuch ausgewählter Internate zu ermöglichen, die sich in unterschiedlicher Weise auch der Förderung besonders begabter Schüler widmen. Durch das Aufwachsen in einer Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden sollen junge Menschen zur Verantwortung erzogen und umfassend gebildet werden.

Jährlich werden etwa 12 Stipendien vergeben, die in Abstimmung mit Einkommen, Vermögensverhältnissen und Lebenssituation der Eltern den Besuch von einer der vier ausgewählten Internatsschulen finanziell fördern: Landesgymnasium Sankt Afra (Sachsen), Landesschule Pforta (Sachsen-Anhalt), Schule Birklehof (Baden-Württemberg) und Schule Schloss Salem (Baden-Württemberg).

Interessierte Schüler bewerben sich u.a. mit einem ausführlichen Bewerbungsschreiben direkt bei der Stiftung für eines der Internate.

Das Deutsche Schülerstipendium der Roland Berger Stiftung

Mit dem Deutschen Schülerstipendium fördert die Roland Berger Stiftung begabte Kinder und Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen auf ihrem Bildungsweg zum Abitur. Das Stipendium setzt bereits in der 1. Klasse der Grundschule an und wird bis zum Abitur gewährt.

Mit dem Stipendium sollen junge Menschen unterstützt werden, die bereit sind, in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Die Roland Berger Stiftung will ihren Stipendiaten den Weg für eine bestmögliche Ausbildung ebnen, damit sie ihre Veranlagungen entfalten können. Ziel des Stipendiums ist das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife. Für jeden Stipendiaten wird ein individueller Förderplan erstellt, der zehn Lernbereiche abdeckt – von politischer über ökonomische, sprachliche und kulturelle Kompetenz bis hin zu Gesundheit, Ernährung und Sport. Umgesetzt wird der Förderplan in Form von Einzelförderung (z.B. Musikunterricht, Sportkurse, bei Bedarf Nachhilfe), Seminaren, Workshops, Ferienakademien, Praktika u.a.

Ehrenamtliche Mentoren begleiten die Stipendiaten als Vertrauensperson und Mittler zwischen Elternhaus, Schule und Stiftung auf ihrem Weg zum Schulabschluss. 

Stiftung Maximilianeum und Wittelsbacher Jubiläumsstiftung

Die Stiftung Maximilianeum (für Schüler) bzw. die Wittelsbacher Jubiläumsstiftung (für Schülerinnen) ist privat und geht auf eine Initiative des bayerischen Königs Max II. zurückgeht.

Um die Aufnahme kann man sich nicht selbst bewerben, sondern wird bei entsprechender Eignung und Leistung von der Schule vorgeschlagen. Die in Frage kommenden Schüler müssen vor der Maximilianeumsprüfung die Hochbegabtenprüfung beim Ministerialbeauftragten bestehen und in die Förderung nach BayEFG aufgenommen werden. Das Bestehen dieser Prüfung ist zwar Zulassungsvoraussetzung für die Sonderprüfung Maximilianeum, ein Anspruch auf Zulassung zur Maximilianeumsprüfung ist damit jedoch nicht verbunden. Die Entscheidung darüber, wem die Aufnahme in das Maximilianeum bewilligt werden soll, hängt vom Vorschlag des Prüfungsausschusses und von der Stellungnahme des Kuratoriums des Maximilianeums ab; sie wird von der Ludwig-Maximilians-Universität getroffen.

Zusätzlich steht Hochbegabten der Zugang zu landesungebundenen Stiftungen offen.

Hochbegabtenprüfung - Stipendien gemäß Art. 5 BayEFG

Die alljährlich von den Ministerialbeauftragten für die Gymnasien und für die Berufsoberschulen und Fachoberschulen in Bayern durchgeführten Prüfungen, bei denen die Elite der besten bayerischen Absolventen mit Fachhochschulreife oder Hochschulreife ermittelt wird, stellen einen wesentlichen Baustein der Hochbegabtenförderung dar. Hier gelingt es alljährlich, den besten bayerischen Absolventen des Gymnasiums und der beruflichen Schulen, die während des Schuljahres und in den Abschlussprüfungen gleichbleibend hohe Leistungen unter Beweis gestellt haben sowie in einer anspruchsvollen Prüfung ihre hohe Begabung und ihr hohes Niveau der Allgemeinbildung nachweisen konnten, die ihnen gesetzlich zugesicherte Förderung zukommen zu lassen.

Das neue Bayerische Eliteförderungsgesetz (BayEFG) ist zum 1.5.2005 in Kraft getreten und betraf somit erstmals die Absolventen des Jahres 2005. Wichtigste Neuerung gegenüber der bisherigen Förderung nach Art. 10 BayBFG ist, dass die Stipendienförderung durch eine Förderung in Exzellenzprogrammen (siehe Art. 6 BayEFG) ersetzt wird. Der Vorschlag für eine Studienförderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern erfolgt über Schulen und Institutionen in Bayern, die eine Hochschulzugangsberechtigung vermitteln, für eine Studienförderung von hochbegabten Studentinnen und Studenten über die Hochschulen in Bayern; alle hochbegabten Schülerinnen und Schüler werden über ein schulisches Auswahlverfahren (bisherige Prüfung bei den Ministerialbeauftragten) ausgewählt (siehe Art. 5 BayEFG).

Begabtenförderung des Bayerischen Musikrats

Im Rahmen des Bayerischen Musikplans werden Gelder zur individuellen Förderung musikalisch besonders begabter Jugendlicher aus Landesmitteln bestimmt. Jedes Jahr entscheidet ein Ausschuss über die Anträge, die zur Verfügung stehen. Bezuschusst werden Unterrichtsstunden und Instrumente. Weitere Informationen können Sie der Homepage entnehmen.

"Botschafter Bayerns": Aus Bayern in die Welt

Ob Brasilien, Bulgarien, China, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Südafrika, Tschechien oder das Musikprogramm in Ungarn: Mit dem Stipendienprogramm „Botschafter Bayerns“ des Bayerischen Kultusministeriums wird für Schüler zwischen 15 und 18 Jahren ein Auslandsaufenthalt in diesen Partnerländern Bayerns möglich.

Förderprogramme für Studierende

Vorlese-Funktion