Inklusion - Schüler mit Behinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf an Bayerns Schulen

Video: Inklusion konkret

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In Bayern gibt es eine bedeutende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Jedem von ihnen eröffnet unser vielfältig differenziertes und durchlässiges Schulwesen einen passgenauen Weg für die individuelle Entwicklung – bei einem starken Wahlrecht der Eltern. Unterstützung auf diesem Weg bietet die Sonderpädagogik mit ihrem vielfältigen Angebot von der frühen Förderung im Vorschulalter bis hin zur beruflichen Ausbildung.

Inklusionsberatung am Schulamt

Das neue Beratungsangebot im Bereich der Grund-, Mittel- und Förderschulen zeichnet sich dadurch aus, dass es überörtlich und interdisziplinär angelegt ist und mit der Eingliederungs- und Jugendhilfe, den Schulaufwandsträgern sowie den örtlichen Behindertenbeauftragten eng zusammenarbeitet. Eltern können sich dort neutral über die verschiedenen schulischen Möglichkeiten aufklären und beraten lassen.

Im Schuljahr 2013/14 konnten 28 Standorte eingerichtet werden.

Im Schuljahr 2014/15 kommen weitere Standorte hinzu. Die Liste wird dann entsprechend aktualisiert.

Plakat zur Inklusionsberatung

Inklusion an den verschiedenen Schularten

Grundschule Vorlesen lassen

Die Grundschule ist die erste und gemeinsame Schule für alle Kinder, unabhängig von ihrem sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund. Sie ist gemeinsamer Bildungsort für Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Begabungen und Interessen sowie individuellen Lern- und Unterstützungsbedürfnissen.

Die Grundschule berücksichtigt diese Heterogenität und hält entsprechend der jeweiligen Situation vor Ort verschiedene Klassenformen vor:

  • Kooperationsklassen
  • Partnerklassen
  • Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler in Regelklassen
  • Klassen mit festem Lehrertandem (an Schulen mit dem Schulprofil „Inklusion“)

Für die Verwirklichung inklusiver Bildung ist das multiprofessionelle Zusammenwirken verschiedener Professionen unabdingbar. Sie gestalten miteinander und unter Berücksichtigung der jeweiligen berufsspezifischen Kompetenzen das Lernangebot. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können an der Grundschule durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste (MSD) der Förderschule unterstützt werden.

Förderschule Vorlesen lassen

Spezialisierte Förderschulen als Kompetenzzentren für Sonderpädagogik

Förderschulen sind nach wie vor als sonderpädagogische Kompetenzzentren in den verschiedenen Förderschwerpunkten eine notwendige Ergänzung innerhalb des allgemeinen schulischen Angebotes. Als alternative Lernorte, Kompetenz- und Beratungszentren erfüllen diese sonderpädagogisch spezialisierten Schulen ihren Beitrag zur Integration und Reintegration von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf dreifache Weise:

  • Als sonderpädagogische Kompetenzzentren unterstützen sie die Inklusion in den Regelschulen.
  • Als eigenständige Lernorte verstehen sie sich zumeist als freiwilliges Angebot für die Eltern und Schüler.
  • Durch die Öffnung der Förderschulen ist auch hier gemeinsamer Unterricht von Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf möglich.

Profilschärfung der Förderschulen im Bereich inklusiver Förderung und Unterrichtung

Förderzentren können in allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten inklusive Konzepte weiterentwickeln:

  • Förderzentren, Förderschwerpunkt Sehen, Hören bzw. körperliche und motorische Entwicklung: Öffnung für Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf
  • Förderzentren, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Weiterentwicklung des Systems der Partnerklassen
  • Sonderpädagogische Förderzentren (SFZ): Weiterentwicklung sonderpädagogischer Fachlichkeit in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung in der Region, insbesondere durch die Kooperationsklassen und die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste

Mittelschule Vorlesen lassen

Die Persönlichkeitsbildung stellt eine zentrale Zielperspektive des Bildungsangebots der Mittelschule dar. Der Gedanke und die Aufgabe der Inklusion tragen einen gewichtigen Teil zur Umsetzung bei.
Zudem fördert die Mittelschule alle Schülerinnen und Schüler individuell und differenziert. Sie legt Wert darauf, dass alle Kinder und Jugendlichen entsprechend Ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten unterstützt werden und möglichst alle Kinder und Jugendlichen einen Abschluss erreichen.
An der Mittelschule wird Inklusion von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in allen Förderschwerpunkten schon jetzt umgesetzt.

Zu den spezifischen Möglichkeiten inklusiven Unterrichts an Mittelschulen gehören u. a.:

  • Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler
  • Individuelle/modulare Förderung
  • „Soziales Lernen“
  • Klassenlehrerprinzip
  • Kooperationsklassen
  • Partnerklassen
  • Mittelschulen mit dem Schulprofil Inklusion

Für Informationen zu den aktuellen Standorten der Kooperationsklassen, Partnerklassen sowie der Profilschulen „Inklusion“ und für sonstige Fragen zur Inklusion an Mittelschulen wenden Sie sich bitte an das Staatliche Schulamt vor Ort oder die Schulabteilung an den Regierungen der bayerischen Regierungsbezirke.

Realschule Vorlesen lassen

Schülerinnen und Schüler mit Realschuleignung und sonderpädagogischem Förderbedarf werden gezielt im Unterricht der Realschule unterstützt. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst berät die Realschule hinsichtlich eines individuellen Nachteilsausgleichs für die betroffenen Schüler und schlägt pädagogische Fördermaßnahmen vor, die im Rahmen von Budgetzuschlägen von der Schule durchgeführt werden können. Auch die Abschlussprüfung kann hinsichtlich ihrer Organisation und Struktur angepasst werden.

Zudem entwickeln speziell mit dem Profil Inklusion ausgezeichnete Schulen Bildungs- und Erziehungskonzepte, bei denen Unterricht und Schulleben so gestaltet werden, dass sie auf die Vielfalt aller Schüler hin ausgerichtet sind – ob mit oder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Dies geschieht beispielsweise durch gemeinsame Unterrichtseinheiten und Projekte mit Partnerklassen der Förderschule.

Gymnasium Vorlesen lassen

Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Eignung und sonderpädagogischem Förderbedarf werden im Unterricht zielgerichtet unterstützt. Der Mobile Sonderpädagogische Dienst berät die Schulen hinsichtlich der Gewährung eines individuellen Nachteilsausgleichs und schlägt pädagogische Fördermaßnahmen vor. Das Staatsministerium unterstützt die Schulen mit zusätzlichen Budgetstunden.

Die mit dem Profil Inklusion ausgezeichneten Gymnasien setzen ein jeweils eigenes Bildungs- und Erziehungskonzept um, bei dem Unterrichtsformen und Schulleben sowie Lernen und Erziehung auf die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ausgerichtet sind.

Folgende Gymnasien tragen derzeit das Profil Inklusion:
• Leibniz-Gymnasium Altdorf
• Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg
• Dante-Gymnasium München
• Gisela-Gymnasium München

Berufliche Schulen Vorlesen lassen

Die Teilhabe von Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen mit und ohne Behinderung bzw. mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an der beruflichen Bildung – mit dem Ziel einer Erwerbstätigkeit und Zugang zum ersten Arbeitsmarkt – ist oberste Prämisse. Daher widmen sich auch die beruflichen Schulen Bayerns dem Thema Inklusion unter Berücksichtigung des Wahlrechts der Betroffenen und der Eltern.

Im Schulversuch „Inklusive berufliche Bildung in Bayern“ der Stiftung Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst arbeiten allgemeine Berufsschulen bzw. Berufsfachschulen eng mit Berufschulen zur sonderpädagogischen Förderung zusammen um ein Konzept für die Umsetzung von Inklusion an beruflichen Schulen zu erarbeiten. Nähere Informationen dazu gibt es hier.

Im Rahmen der Maßnahme „Berufsorientierung Individuell“ erhalten schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an den Wirtschaftsschulen, Beruflichen Oberschulen und Berufsschulen (BVJ, JoA-Klassen) zusätzliche individuelle Betreuung und Unterstützung in der Phase der Berufsorientierung durch die Integrationsfachdienste.

Schulen mit dem Schulprofil

Schulen mit dem Schulprofil "Inklusion" - Zum Suchen auf die Karte klicken!

Auf welchen Wegen findet Inklusion an bayerischen Schulen statt?

Inklusion einzelner Schüler Vorlesen lassen

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können an der allgemeinen Schule oder beruflichen Schule durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste (MSD) der Förderschule unterstützt werden. Ggf. unterstützt ein Integrationshelfer bzw. Schulbegleiter in Verantwortung der Eingliederungshilfe.

Schulen mit Schulprofil Inklusion Vorlesen lassen

In der Schule mit dem Profil „Inklusion“ gestalten Lehrkräfte der allgemeinen Schule und Lehrkräfte für Sonderpädagogik gegebenenfalls gemeinsam mit weiteren Fachkräften eigenverantwortlich das gemeinsame Lernen. Die Lehrkräfte für Sonderpädagogik sind in das Lehrerkollegium der allgemeinen Schule eingebunden.

Kooperationsklassen Vorlesen lassen

Kooperationsklassen sind Klassen der allgemeinen Schule, die Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf besuchen. Eine Lehrkraft der Förderschule betreut die Kooperationsklasse mit mehreren Stunden pro Woche.

Informationen über die aktuellen Standorte von Kooperationsklassen erteilen die Schulämter vor Ort.

Partnerklassen Vorlesen lassen

Partnerklassen sind vor allem Klassen der Förderschule an einer allgemeinen Schule, die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen. Hier arbeiten eine Klasse der Förderschule und
eine Klasse der allgemeinen Schule zusammen. Art und Umfang des gemeinsamen Unterrichts stimmen die Lehrkräfte miteinander ab.

Informationen über die aktuellen Standorte von Partnerklassen erteilen die Schulabteilungen an den Regierungen der bayerischen Regierungsbezirke.

Einsatz von Schulbegleitern an Förderschulen und an Regelschulen

Alle Informationen im Überblick

Die Broschüre "Inklusion" - hier als E-Paper Vorlesen lassen

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Broschüre Inklusion durch eine Vielfalt schulischer Angebote in Bayern als E-Paper

Möglichkeiten beruflicher Orientierung und Eingliederung

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist es wichtig, am Ende der Schulzeit eine realistische berufliche Perspektive zu entwickeln. Durch fachkundige Beratung und eine individuelle professionelle Begleitung bei der Berufsorientierung lassen sich hier bisweilen rasch und unkompliziert Barrieren überwinden und gangbare Wege aufzeigen.

Berufsorientierung INDIVIDUELL Vorlesen lassen

Das Programm Berufsorientierung INDIVIDUELL leistet wertvolle Unterstützung für all jene Schülerinnen und Schüler,  die aufgrund einer Erkrankung, eines Förderbedarfs oder eines anderen Handicaps am Ende Ihrer Schulzeit auf Schwierigkeiten stoßen, eine realistische berufliche Perspektive zu entwickeln. Dank dieser Maßnahme können Jugendliche aus den Abgangs- und Vorabgangsklassen aller Schularten für bis zu 6 Monate eine individuelle professionelle Begleitung bei der Berufsorientierung durch geschulte Fachkräfte der Integrationsfachdienste (IFD) in Anspruch nehmen.

Berufsorientierung ist eine Maßnahme im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Initiative Inklusion". Sie wurde 2011 in Kooperation der Bayerischen Staatsministerien für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) sowie für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Integration (StMAS) und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen. Mit Einverständnis des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben die bayerischen Kooperationspartner 2014 beschlossen, die Maßnahme in unveränderter Weise bis zum Ende des Schuljahres 2015/16 fortzuführen. Somit können nochmals mehr als 3000 Jugendliche diese Unterstützung in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen sowie die Daten von Ansprechpartnern der Integrationsfachdienste, der Schulen und der Agenturen für Arbeit finden Sie unter:

"Inklusion an Schulen in Bayern: Informationen für Beratungslehrkräfte und Schulpsychologen" als E-Paper

Wissenschaftlicher Beirat "Inklusion"

"Profilbildung inklusive Schule - ein Leitfaden für die Praxis" als E-Paper

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Der Leitfaden ist als Impuls für inklusive Schulentwicklung zu verstehen. Dieser wurde von den Professoren Herrn Fischer, Herrn Heimlich, Herrn Kahlert und Herrn Lelgemann erarbeitet. Darüber hinaus sind Fragen der fachspezifischen Umsetzung im Hinblick auf die verschiedenen sonderpädagogischen Förderschwerpunkte und die Fachdidaktiken der allgemeinen Schule zu entwickeln, z. B. für Schülerinnen und Schüler mit Sinnesbehinderungen.

Bericht zum 1. Beauftragungszeitraum des Wissenschaftlichen Beirats "Inklusion" (Januar 2014)

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Das Thema Inklusion in LEHRERINFO und Schule & Wir

LEHRERINFO mit Titelthema "Inklusion" Vorlesen lassen

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Die LEHRERINFO 2/2011 mit dem Titelthema

Elternzeitschrift Schule & Wir mit Titelthema "Inklusion" Vorlesen lassen

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Die Schule & Wir 2/2011 mit dem Titelthema

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