Der Zweite Bildungsweg bietet Bildungsangebote für Menschen, die nach ihrer eigentlichen Schulzeit weitere Abschlüsse machen wollen oder die den angestrebten Schulabschluss nicht im Normal- durchlauf an der Regelschule erworben haben.
In Bayern gibt es dazu die Abendrealschule, das Abend- gymnasium, das Kolleg und das Telekolleg. Auch die Begabtenprüfung zählt zum Zweiten Bildungsweg.

Voraussetzungen sind

In der Regel am Abend. Er umfasst wöchentlich 17 bis 20 Stunden. In der Abschlussklasse kann auch Tagesunterricht erteilt werden.

Sie führt Berufstätige in drei oder vier Jahren zum Realschulabschluss.
Unterrichtet wird nach dem Lehrplan der Realschule. Die Anzahl der Fächer ist jedoch geringer.
Auch an der Abendrealschule gibt es drei Wahlpflichtfächergruppen. Sie entsprechen im wesentlichen denen der Realschule. Bereits im ersten Schuljahr muss man sich für eine Gruppe entscheiden.

In den Vorkurs des Abendgymnasiums können insbesondere Bewerberinnen und Bewerber ohne mittleren Schulabschluss aufgenommen werden, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 17 Jahren aufweisen. Die endgültige Aufnahme setzt das Bestehen einer Probezeit voraus.

Das Abendgymnasium umfasst die Jahrgangsstufen I und II (Eingangsphase), III und IV (Kursphase). Es führt berufstätige Erwachsene im vierjährigen Abendunterricht zur allgemeinen Hochschulreife.
Es gibt verschiedene Ausbildungsrichtungen:
Der Unterricht findet an fünf oder sechs Abenden pro Woche statt. In den Jahrgangsstufen I und II kann er auch auf vier Abende verteilt werden. Stoffauswahl und Lehrmethode berücksichtigen Vorbildung, Lebensreife und Berufserfahrung der erwachsenen Schüler. Die Zahl der Fächer ist wegen der Berufstätigkeit im Vergleich zum Gymnasium geringer.
In den Jahrgangsstufen I und II wird der Unterricht nach einer festen Stundentafel erteilt. In den Jahrgangsstufen III und IV belegt der Schüler - ähnlich wie in der Kollegstufe des Gymnasiums - Leistungs- und Grundkurse.

Das Kolleg führt Erwachsene in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife.
In den Vorkurs des Kollegs können insbesondere Bewerber ohne mittleren Schulabschluss aufgenommen werden, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 17 Jahren aufweisen. Die endgültige Aufnahme setzt das Bestehen einer Probezeit voraus.

Das Kolleg führt Erwachsene in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife. Es umfasst die Jahrgangsstufen I (Eingangsphase), II und III (Oberstufe).
Die Kollegs gibt es mit zwei Ausbildungsrichtungen: altsprachlich und neusprachlich
Die Sprachenfolge ist am altsprachlichen Kolleg:
Latein - Griechisch / Englisch
Am neusprachlichen Kolleg:
Englisch - Französisch / Latein / Russisch / Italienisch / Spanisch
Der Unterricht am Kolleg ist ganztägig, eine berufliche Tätigkeit daneben ist nicht möglich.
Stoffauswahl und Lehrmethode berücksichtigen Vorbildung, Lebensreife und Berufserfahrung der erwachsenen Schüler.
In der Jahrgangsstufe I wird der Unterricht nach einer festen Stundentafel erteilt. In den Jahrgangsstufen II und III wird nach dem System der gymnasialen Oberstufe unterrichtet.

Mittlerer Schulabschluss oder verpflichtende Teilnahme am Vorkurs sowie erfolgreiche Teilnahme an den ersten Feststellungsprüfungen im ersten Trimester in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Und: Abgeschlossene oder bis zum Ende des Lehrgangs abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens vierjährige Berufserfahrung.

Aufgenommen werden auch Meister, Absolventen von Fachschulen mit staatlicher Abschlussprüfung und Bewerber mit Fortbildungsprüfungen, die vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannt sind (z. B. Fachwirt).

Das Telekolleg ist eine Bildungseinrichtung des Freistaats Bayern und des Bayerischen Rundfunks. Das Telekolleg Multimedial führt in vier Trimestern zur Fachhochschulreife .
Das Telekolleg stützt sich auf
Die Kollegtage finden etwa jeden zweiten Samstag statt. Sie werden vom Kultusministerium festgelegt und sollen den Kursteilnehmern Gelegenheit zur Aussprache mit den Lehrkräften geben.
Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Fachoberschule.
Im Telekolleg Multimedial gibt es drei Ausbildungsrichtungen:
Die Ausbildungsrichtung ist durch die berufliche Vorbildung festgelegt.

Standorte der Kollegtagschulen:
Oberbayern:
Altötting, Bad Tölz, Freilassing, Freising, Ingolstadt, München, Rosenheim
Niederbayern:
Landshut, Passau
Oberpfalz:
Amberg, Regensburg, Weiden
Oberfranken:
Bamberg, Bayreuth, Hof
Mittelfranken:
Ansbach, Nürnberg
Unterfranken:
Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg
Schwaben:
Augsburg, Donauwörth, Neu-Ulm

Die Begabtenprüfung soll besonders befähigten Berufstätigen ermöglichen, die Berechtigung zu einem Hochschulstudium zu erwerben. Diese Prüfung ist für Personen gedacht, die aufgrund ihrer Begabung, ihrer Persönlichkeit und ihrer Vorbildung für ein Hochschulstudium in Frage kommen, aber wegen ihres Entwicklungsgangs keinen schulischen Bildungsgang bis zur Hochschulreifeprüfung durchlaufen konnten.

Eine abgeschlossene Berufsausbildung und im Anschluss daran eine mindestens fünfjährige Berufstätigkeit. Die Hauptwohnung muss in Bayern sein. Das Mindestalter beträgt 25 Jahre.

Interessenten sollten sich unbedingt vorher über die Prüfungsanforderungen informieren.
Nicht zugelassen werden Bewerber, die bereits erfolglos versucht haben, die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife zu erlangen. Ausgeschlossen sind auch Bewerber, die die allgemeine Hochschulreife durch eine Ergänzungsprüfung erlangen können (Schüler und Absolventen der Berufsoberschule).
Die Prüfung wird zweimal im Jahr durchgeführt:
Sie findet im Kultusministerium statt.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil.
Der schriftliche Teil umfasst
Der mündliche Teil umfasst
Die Vorbereitung auf diese Prüfung erfolgt im Selbststudium.
Ergänzend dazu gibt es die Möglichkeit, einen Oberstufenlehrgang an einer Abendrealschule, Fernlehrgänge oder Kurse an einer Volkshochschule zu belegen.
