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4 Schüler arbeiten gemeinsam an einem Tisch

So arbeiten Gymnasium und Grundschule zusammen Vorlesen lassen

Mit dem Wechsel von der Grundschule an das Gymnasium begegnen die Schüler einer neuen Schulart und damit auch vielen neuen Strukturen in der Gestaltung des Unterrichts und des Schulalltags. Zur pädagogischen Koordination und Gestaltung dieses Überganges werden sogenannte „Lotsen“ eingesetzt, die auch im Bereich der Realschulen eingesetzt werden.

Wer ist als Lotse tätig?
Lotsen sind Grundschullehrkräfte, die mit einem Teil ihres Stundenkontingents an ein Gymnasium abgeordnet worden sind. Sie unterrichten dort insbesondere in der Jahrgangsstufe 5 einzelne Fächer oder halten Förderunterricht bzw. Intensivierungsstunden.

Was ist ihre Aufgabe?
Sie intensivieren die Kooperation zwischen Gymnasium und Grundschule und initiieren oder intensivieren den Erfahrungsaustausch unter den Lehrkräften der beiden Schularten.

Wie erreiche ich den Lotsen an einem Gymnasium?
Jede Lotsin und jeder Lotse richtet eine spezielle Sprechstunde pro Woche ein, um für Gespräche mit Schülern, Eltern oder Lehrkräften zur Verfügung zu stehen.

Welche weiteren Aufgabenbereich kann ein Lotse haben?
Sie können bei den Übertrittsveranstaltungen in Jahrgangsstufe 3 und 4 mitwirken. Darüber hinaus geben Sie ihre Erfahrungen an die Kollegien der Grundschule und des Gymnasiums weiter.

Förderung von begabten Schülern an bayerischen Gymnasien Vorlesen lassen

An bayerischen Gymnasien erhält jede Schülerin, jeder Schüler die Förderung, die ihren bzw. seinen individuellen Begabungen entspricht. Dabei stellt die Förderung besonders Begabter eine ebenso wichtige gesellschaftliche Aufgabe dar wie die Förderung von weniger Begabten. Das bayerische Gymnasium nimmt diesen Auftrag durch eine Vielzahl von Förderangeboten wahr, die auf die Bedürfnisse hochbegabter und besonders leistungsfähiger Schülerinnen abgestimmt sind.

In der Begabungsforschung werden grundsätzlich zwei Arten von Förderangeboten unterschieden:
- Einmal akzelerierende, d. h. das Lerntempo beschleunigende Maßnahmen – hierzu zählt etwa das Überspringen einer Jahrgangsstufe.
- Andererseits das sog. „Enrichment“, bei dem die Schülerinnen und Schüler zwar den regulären Unterricht im Klassenverband besuchen, aber durch „anreichernde“, d. h. über den normalen Lehrplan hinausgehende Lernangebote zusätzliche Anreize und Impulse für ihre kognitive und soziale Entwicklung erhalten.
- Eine Mischung aus akzelerierenden und anreichernden Förderangeboten bieten die bayerischen Hochbegabtenklassen.

Eine besondere Form der Begabtenförderung stellen auch die zahlreichen Wettbewerbsangebote dar (z. B. Landeswettbewerb Alte Sprachen, Bundeswettbewerb Fremdsprachen, Wettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn“, Wettbewerb „Experimente antworten“, Bundes- und Landeswettbewerb Mathematik u. v. a.).

Darüber hinaus bestehen finanzielle, fachliche und persönlichkeitsbildende Fördermaßnahmen (Förderung gemäß Bayerischem Eliteförderungsgesetz, Stiftung Maximilianeum, Oskar-Karl-Forster-Stipendium).

Informationen zu Hochbegabtenprüfungen Vorlesen lassen

Die Studienförderung ist vorgesehen für hochbegabte Schüler der Schulen und Institutionen in Bayern, die eine Hochschulzugangsberechtigung vermitteln (50 v.H. eines Aufnahmejahrgangs) und hochbegabte Studentinnen und Studenten der bayerischen Hochschulen (50 v. H. eines Aufnahmejahrgangs); alle hochbegabten Schüler werden über ein schulisches Auswahlverfahren ausgewählt.

Ist in der Unterstufe ein Notenausgleich möglich? Vorlesen lassen

Leider nein. Ein Vorrücken von der 5. in die 6. und von der 6. in die 7. Klasse mit Notenausgleich ist nicht möglich.

Streitsache Dialekt - Plädoyer für eine bedrohte Sprachform Vorlesen lassen

Unter dem Titel "Streitsache Dialekt" setzt sich Studiendirektor Hermann Ruch (ISB) in dem Artikel der Lehrerinfo 2/06 mit dem Thema Dialekt in der Schule auseinander.


Sommer – Ferien – Reisezeit. Wer dann dem Lockruf der Ferne widersteht und in der Heimat bleibt, kann auch dort einiges erleben: beim Urlaub auf dem Bauernhof mit seinen Kindern, entlang der romantischen Straße vom Allgäu bis nach Unterfranken, bei einer Kanufahrt und Radltour im Altmühltal oder auf einsamen Pfaden im Naturpark Bayerischer Wald. Im Sommer 2006 haben zudem die große Frankenausstellung in Nürnberg und die Landesgartenschau in Marktredwitz, die jenseits der Grenze in Eger ein attraktives Pendant findet, ihre Tore geöffnet.

Ferien in Bayern – das bedeutet stets die Begegnung mit einer traditionsreichen Kulturlandschaft, zu der auch heute noch eine Vielzahl von Dialekten gehört.
Die Mundart lebt, allen Gefährdungen und Unkenrufen zum Trotz. Mit dem lokalen und regionalen Brauchtum und seinen Festen bewahrt sie die Identität des Einzelnen wie die des Freistaats im Ganzen. Das unverwechselbare „ou“ der Oberpfalz, die Mutation des „s“ zum „sch“ im Schwäbischen oder der Zusammenfall von „p“ und „t“ mit „b“ und „d“ im Fränkischen, die so genannte „binnendeutsche Konsonantenschwächung“ – die Sprache zeigt, woher wir kommen, wer wir sind, zuhause wie in der Fremde.

Mundart im Aufwind
Das Thema „Mundart“ erfreut sich gegenwärtig großer Beliebtheit. Der Bayerische Rundfunk strahlte 2003 die ersten Folgen seiner zehnteiligen Sendereihe Dialekte in Bayern aus, die in Zusammenarbeit mit den renommiertesten Dialektforschern der bayerischen Universitäten entstand und seither mehrmals wiederholt wurde.
2004 organisierte der BR den Wettbewerb „Mein liebstes Bayerisches Wort“, zu dem mehr als 10.000 Vorschläge eingereicht wurden. „Fei“, „dantschig“, „Gnärzla“ und „schdriala“ gewannen.
2005 erschien die Neuauflage des „Bairischen Duden“, Ludwig Zehetners Bairisches Deutsch. Lexikon der deutschen Sprache in Altbayern. Es folgten der an der Universität Passau erarbeitete Sprechende Sprachatlas von Niederbayern (SNIB) sowie der Kleine Bayerische Sprachatlas der Augsburger Mundartforscher Werner König und Ludwig Renn. Grundlage hierfür waren die Ergebnisse des seit mehr als zwei Jahrzehnten an fünf bayerischen Universitäten betreuten Sprachatlas-Projekts, für das seit den 1980er-Jahren fast tausend Gewährspersonen in allen Regionen Bayerns befragt wurden. Mittlerweile sind 21 dickleibige Bände erschienen, zuletzt der über München und Umgebung, 14 weitere sind in Vorbereitung.
Bleibt noch Band 1 des lange erwarteten Bayerischen Wörterbuchs der Kommission für Mundartforschung bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu erwähnen mit dem augenzwinkernden Titel Von A bis Bazi.
Die Fertigstellung dieses Monumentalwerks, das die Tradition des Bayerischen Wörterbuches (1827–1838) von Johann Andreas Schmeller fortsetzt, dürfte allerdings noch etwas auf sich warten lassen. 12 Millionen Belege der bayerischen Kultur-und Sozialgeschichte erschließen sich nicht von heute auf morgen.


Impulse vom Salvatorplatz
Das Kultusministerium stellte den bayerischen Schulen die umfängliche Handreichung Dialekte in Bayern zur Verfügung, die die gleichnamige Sendereihe des Bayerischen Rundfunks für den Unterricht aufbereitet. Die ISB-Handreichung Drunt in da greana Au bietet 96 für das Grundschulalter geeignete Lieder und Melodien aus allen bayerischen Regionen, zu denen Erläuterungen und Gestaltungsvorschläge gegeben werden. Ebenfalls mit Musik und Mundart hat es ein Wettbewerb der Stiftung art 131 und der Regensburger Mundart-AGEH zu tun, der alle bayerischen Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 zur Einsendung selbst komponierter Mundartlieder einlud. Die Siegertitel werden auf einer CD veröffentlicht, die Siegerbands zu einer Probenwoche mit Bühnenprofis eingeladen, bevor sie auf den Mundart-Festivals des Jahres 2006 live auftreten dürfen. Jüngst sorgte das von der Biermösl Blosn begleitete Fortbildungsprojekt Auftanz für Furore, das Volkstänze und Volkslieder für Kinder und Jugendliche vermittelt.
 

Mundart in Not
Ursachen für den Niedergang der Mundart gibt es viele. Manche davon reichen weit zurück wie die Erfindung des Buchdrucks und die Bibelübersetzung Martin Luthers, der Verlust der Kleinräumigkeit im Prozess der Herausbildung der arbeitsteiligen Industriegesellschaft oder die folgenreiche Normierung der deutschen Bühnensprache durch Theodor Siebs gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Andere sind jüngeren Datums wie der tief greifende gesellschaftliche Wandel in Stadt und Land seit 1945 und der allgegenwärtige Einfluss der Medien, die die bayerischen Mundarten zu einem Nischendasein verdammen oder ins Unterhaltungsgenre abdrängen. Ganz offensichtlich hat der Siegeszug der hochdeutschen Standardsprache auch mit einem Minderwertigkeitskomplex der Bayern selbst zu tun, denen Schriftsteller wie Johann Christoph Gottsched seit der Aufklärung das Etikett eines intellektuell eher mminderbemittelten Naturvolks anhefteten. Vielleicht auch deshalb riefen Königshaus und Wirtschaft Scharen von Nordlichtern ins Land, deren sprachliche Hinterlassenschaft und Gegenwart kaum zu überhören sind: Sahne statt Rahm, Kohlroulade statt Krautwickerl, Rettich statt Radi, Rotkohl statt Blaukraut, Murmeln statt Schusser.


Geij bou, dassd fei schee schmaadzd!
„Gell Bub, dass du mir ja schön redest!“ Diese Ermahnung seiner Mutter hörte der Oberpfälzer Schriftsteller Josef Fendl jeden Tag, bevor er vor nunmehr gut sechzig Jahren zur Schule in die Stadt aufbrach. „Schee schmaadzen“, das meinte „nach der Schrift“ reden und die Regeln der Standardsprache beherzigen, die im Zuge der nationalen Vereinheitlichungsbestrebungen des 19. Jh. in den deutschen Klassenzimmern zum erklärten Erziehungsziel erhoben wurden. „Ein Staat, eine Sprache“ lautete das Motto. Hochdeutsche Sprachratgeber, Wörterbücher und Grammatiken normierten fortan, was richtiges, gutes und schönes Deutsch sei – im Schriftlichen wie im Mündlichen. Schon 1867 monierte deshalb Rudolf Hildebrand, dass den Dorfschullehrern das Hochdeutsche „ihr neues Latein“ geworden und dies eine Sprache sei, die vom Lehrer ebenso hoch bewertet würde, wie sie den Schülern fremd sei.
Die sicherlich folgenreichste Debatte jüngeren Datums zum Verhältnis Dialekt und Schule stellt die so genannte Spachbarrierendiskussion der 1960er- und 1970er-Jahre dar, die von dem Engländer Basil Bernstein ausgelöst wurde. Dieser stellte dem elaborierten Code der Ober-und Mittelschicht den angeblich restringierten Code der Unterschicht gegenüber. Die hieraus resultierende Defizithypothese empfahl einen kompensatorischen Sprachunterricht, um möglichst allen Kindern den sozialen Aufstieg zu ermöglichen.
Um die Mundart in der Schule war es seither schlecht bestellt. Sie wurde erneut als defizitäres Sprachsystem stigmatisiert und als minderwertig abgelehnt.

Dialekt macht schlau
Kritiker Bernsteins wie William Labov kritisierten die vorschnelle Gleichsetzung von Sprache und Denken. Sie wandten sich gegen Bernsteins normativen Ansatz und forderten dazu auf, unterschiedliche sprachliche Ausdrucksformen nicht als Mangel, sondern wertfrei als lediglich andersartig zu interpretieren. Dies bahnte den Weg für die Varietätenlinguistik, die das Konzept der inneren und äußeren Mehrsprachigkeit entwickelte. Ziel des schulischen Sprachunterrichts ist demnach die Herausbildung einer möglichst umfassenden und breit gefächerten Sprachkompetenz, die es dem Sprecher erlaubt, flexibel auf die jeweilige Kommunikationssituation einzugehen. Fremdsprachen und die Mundart spielen dabei eine wichtige Rolle.
Zumal die Spracherwerbs-und Hirnforschung unterstützen diese Ansicht und verweisen auf die sprachlichen, sozialen und kognitiven Vorteile einer mehrsprachigen Erziehung ausgehend von der jeweiligen Muttersprache, die zwangsläufig zu einem erhöhten Sprachbewusstsein führt. Demnach ist es kein Wunder, dass ausgerechnet jene deutschen Länder im Bereich Lesen und Textverständnis die besten PISA-Ergebnisse erzielten, die am stärksten dialektgeprägt sind: Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und – als Spitzenreiter – Bayern.

Kontakt:
e-mail: hermann.ruch@isb.bayern.de

Die Handreichung „Dialekte in Bayern“ kann unter www.isb.bayern.de (Publikationen) als pdf heruntergeladen werden.

Die Broschüre „Drunt in da greana Au“ kann über das ISB München, Schellingstraße 155, 80797 München (Preis 3,00 Euro, Voreinsendung in Briefmarken) angefordert werden.

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