Table of Contents Table of Contents
Previous Page  15 / 52 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 15 / 52 Next Page
Page Background

INTERNETNUTZUNG DURCH MENSCHEN MIT EINSCHRÄNKUNGEN

3

Um das Internet nutzen zu können, benötigen Menschen mit Behinderungen

spezielle Hard- und Software. Im Folgenden wird vorgestellt, mit welchen

Hilfsmitteln sich blinde, sehbehinderte, gehörlose sowie motorisch und kognitiv

beeinträchtigte Internetnutzer elektronische Informationen zugänglich machen

können und wie die Bedürfnisse dieser Nutzergruppen in die Gestaltung von

Internetseiten einfließen.

3.1 Blinde Nutzer

Anders als jemand, der den Bildschirminhalt mit Sehhilfen oder dem bloßen

Auge erfassen kann, sind blinde Nutzer auf technische Lösungen angewiesen.

Deshalb können sie den Inhalt nicht wie Sehende „überfliegen“, sondern

müssen diesen mit ihren Hilfsmitteln linear auslesen.

Kernstück eines blindengerecht ausgestatteten Endgeräts zur Nutzung des

Internets ist eine Brückensoftware, der so genannte Screenreader. Dieser liest

den Bildschirminhalt per Sprachausgabe aus und ermöglicht es, per Tastatur

gezielt zu Überschriften, Absätzen, Links und Eingabefeldern zu navigieren.

Zusätzlich können sich blinde Internetnutzer Informationen auch in Blinden-

schrift taktil auf einer Braillezeile anzeigen lassen. Diese besteht aus mehreren

Braillemodulen mit jeweils acht beweglichen Stiften, die bei Bedarf über den

Screenreader angesteuert und nach oben gedrückt werden.

Damit sich blinde Nutzer im Internet zurechtfinden, müssen Internetseiten

per Tastatur bedienbar sein und die auf dem Bildschirm angezeigten Inhalte

nutzergerecht an den Screenreader weitergereicht werden. Dazu muss der

Sprachausgabe am Anfang einer Seite durch Steuerkommandos die zu ver-

wendende Landessprache und im Text Sprachwechsel bei Fremdwörtern

sowie die Aussprache von Akronymen mitgeteilt werden.

Internetseiten werden oft mit visuellen Elementen wie Bildern, Grafiken und

Schaltflächen gestaltet. Diese kann man jedoch auch blinden Nutzern zugäng-

lich machen, indem man sie mit eindeutigen beschreibenden Alternativtexten

versieht.

15