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DIE „SIEBEN SÄULEN DER BARRIEREFREIHEIT“

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Gerade Internetverantwortliche, die sich in das Thema Barrierefreiheit ein-

arbeiten, stehen vor der Frage, wie sie ihre Internetseiten so gestalten können,

dass möglichst viele verschiedene Behindertengruppen profitieren. Eine grobe

Orientierung hierzu bietet das Konzept der „Sieben Säulen der Barrierefreiheit“

nach Jan Eric Hellbusch und Kerstin Probiesch, das nachfolgend vorgestellt

wird. Es geht über die bereits genannten Kriterien der Barrierefreiheit hinaus

und kann somit Entscheidungsträgern als erste „Checkliste“ zur Prüfung der

Zugänglichkeit ihrer eigenen Internetseite dienen. Werkzeuge und Tests, mit

denen man die technische Barrierefreiheit von Internetseiten prüfen kann,

werden in Kapitel 7.2 vorgestellt.

Inhalt, Gestaltung und Verhalten

Die Darstellung von Internetseiten im Web-Browser findet auf drei Ebenen

statt: Anweisungen zur Struktur des Inhalts erhält der Browser in der Program-

miersprache HTML (Hypertext Markup Language). Formatierungsanweisungen

wiederum werden über die so genannten „Kaskadierenden Formatvorlagen“

(Cascading Style Sheets – CSS) an den Browser weitergereicht. Das Verhalten

dynamischer Internetseiten, deren Inhalte sich zum Beispiel in Abhängigkeit von

Nutzereingaben ändern, steuern so genannte JavaScripte. Bei einer barrierefrei

zu gestalteten Internetseite müssen Inhalt (HTML), Gestaltung (CSS) und Ver-

halten (JavaScript) voneinander getrennt angelegt werden.

4.1 Textorientierung

Damit grafische Elemente und Multimedia-Inhalte nicht nur im Web-Browser

angezeigt, sondern auch von einem Screenreader interpretiert werden können,

müssen sie mit Alternativtexten versehen werden. Hinzu kommt bei Multimedia-

Inhalten, dass bei deren Gestaltung auf die Dynamik Rücksicht genommen

werden muss, um die synchrone Wiedergabe von Videos und alternativen

Inhalten, zum Beispiel Bildbeschreibungen und Abschriften, zu ermöglichen.

Anforderungen an eine barrierefreie Textorientierung können grob erfüllt

werden, wenn geklärt ist, ob

die Bedienung der Internetseite bei ein- und ausgeschalteten Grafiken

möglich ist,

beim Einsatz von Multimedia visuelle Inhalte für blinde Nutzer beschrieben

werden

und für hörbehinderte Nutzer Abschriften von Audio-Inhalten zur Verfügung

stehen, die mit diesen synchron abgespielt werden.

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