Schulversuch Flexible Grundschule - Dokumentation, Ergebnisse, Emfpehlungen für die Praxis - page 37

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Personaleinsatz und -entwicklung
Grundsätzlich ist jede Lehrkraft geeignet und
befähigt, eine Klasse der flexiblen Eingangsstufe
zu führen. Bei der Einführung des Konzepts plant
die Schulleitung Personaleinsatz sowie Personal-
entwicklung frühzeitig gemeinsam mit der Schul-
aufsicht. Lehrkräfte, die neue Aufgaben ange­
hen, können sich dann mit ausreichend Zeit auf
die Neuerungen vorbereiten. Solch planmäßiges
Vorgehen trägt dazu bei, unterschiedliche Kom­
petenzen, Stärken und Persönlichkeiten einzubin-
den. Es ist dringend zu empfehlen, die Bildung
eines Teams anzubahnen, dessen Mitglieder sich
gegenseitig ergänzen, entlasten, unterstützen
und so voneinander profitieren.
Kooperative Lernformen bei den Schülerinnen
und Schülern verlangen nach dem Vorbild der
Lehrkräfte. Die gemeinsame Planung von Unter-
richt, Teamteaching, kollegiale Hospitation und
die kritische Reflexion des erzieherischen und
unterrichtlichen Handelns erfordern Teamkultur.
Die Schulleitung unterstützt und befördert dieses
veränderte Rollenverständnis von Lehrkräften,
indem sie regelmäßige und verbindliche Abspra­
chen ermöglicht, diese gegebenenfalls initiiert und
den Teamgedanken selbst vorlebt. Fortbildungen
können geeignete Impulse zur Weiterentwicklung
der Teamfähigkeit liefern.
Organisation der schulischen Abläufe
Stundenplangestaltung
Zur strukturellen Organisationsentwicklung in
der Flexiblen Grundschule gehört auch die Stun­
denplangestaltung. Die jahrgangsgemischten
Klassen in der flexiblen Eingangsstufe erhalten
je nach Größe und Zusammensetzung der Klasse
zwei bis fünf Differenzierungsstunden. Nach
Möglichkeit bleiben die Differenzierungsstunden
komplett in der Hand einer zweiten Lehrkraft
bzw. der Förderlehrkraft, um die Teamkultur
zu unterstützen, im Sinne eines Teamteachings
enge Absprachen mit der Klassenleitung zu er-
möglichen und für die Kinder personelle Konti-
nuität herzustellen. Diese Stunden werden unter
pädagogischen Gesichtspunkten im Stundenplan
verteilt. Als wenig zielführend hat es sich erwie-
sen, die Differenzierungsstunden als Block oder
in Randstunden einzuplanen. Die Schulleitung
achtet daher auf eine gleichmäßige Verteilung
dieser Stunden über die Woche und legt sie in ein
Zeitfenster, in dem die Schüler der Eingangsstufe
noch aufnahmebereit und leistungsfähig sind.
Nach Möglichkeit übernehmen eine Förderlehr­
kraft oder eine unterhälftig tätige Lehrkraft an
der Schule diese Aufgaben. So können Flexibili-
tät, Kontinuität und Teamabsprachen am besten
gewährleistet werden.
Die Planung einer klassenübergreifenden Team-
stunde wird ebenfalls bereits bei der Stundenplan­
gestaltung berücksichtigt. So kann sichergestellt
werden, dass die klassenübergreifende Zusam­
menarbeit der Lehrkräfte in der Eingangsstufe
unter geeigneten Rahmenbedingungen erfolgt.
Raum- und Materialplanung
Für die Flexible Grundschule sind weder beson­
dere Räume noch eine besondere Ausstattung der
Klassenzimmer erforderlich. Dennoch gilt, wie für
alle Formen des offenen Unterrichtens, dass es för-
derliche und weniger förderliche Raumsituationen
gibt. Hilfreich ist es, wenn das Klassenzimmer so
gestaltet ist, dass ein rascher und störungsfreier
II 2 Die Einführung der Flexiblen Grundschule als Schulentwicklungsprozess
jektkalender bietet der Schulleitung eine zeitliche
und inhaltliche Modellstruktur an, die als organi­
satorisches Instrument genutzt werden kann.
Der Kalender benennt jeweils den Zeitpunkt
im Schuljahr, zu dem bestimmte Themen und In-
halte umgesetzt werden sollten. Die Spalte „Ver-
antwortliche“ beschreibt, wer diese Aufgabe um-
setzt. Die Spalte „Adressaten“ benennt die Perso-
nengruppen, die informiert werden. In der Spalte
„Maßnahmen“ werden Umsetzungsmöglichkeiten
benannt, zu denen sich in einem Anhangkon-
krete Beispiele finden. Die zweifarbig gestaltete
Darstellung unterscheidet zwischen dem vorbe-
reitenden Jahr vor der Einführung der Flexiblen
Grundschule und dem ersten Jahr der Flexiblen
Grundschule. Während einige Vorbereitungen nur
einmal anfallen (z.B. die Information des Sach­
aufwandsträgers, der Kindertageseinrichtungen
oder der benachbarten Schulen), wiederholen
sich andere Maßnahmen in jedem Schuljahr neu
(z.B. die Information der Eltern der Schulanfän-
gerinnen und -anfänger).
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