Schulversuch Flexible Grundschule - Dokumentation, Ergebnisse, Emfpehlungen für die Praxis - page 33

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II 2 Die Einführung der Flexiblen Grundschule als Schulentwicklungsprozess
weiterentwickelt und die Übergänge im Bildungs-
prozess werden begleitet. Es empfiehlt sich, die
Einführung der Flexiblen Grundschule als Ziel in
das verpflichtende Schulentwicklungsprogramm
(vgl. Art. 2 Abs. 4 BayEUG) aufzunehmen.
Zum Erfolg der Implementierung des Konzepts
der Flexiblen Grundschule tragen folgende Fak-
toren bei, die sich auf die Person und Rolle der
Schulleitung beziehen:
überzeugendes Vertreten des Konzepts
Verständnis für die Prozesshaftigkeit von Ver-
änderungen
frühe und umfassende Kommunikation
rechtzeitiges Einbinden aller Beteiligten
Eröffnen von Handlungsspielräumen
Einbindenvon Lehrkräften, die den Verän-
derungsprozess aktiv gestaltend umsetzen
(„change agents“)
Strukturieren und aktives Begleiten des Verän-
derungsprozesses
Nutzung von Kreativität als Quelle und Antrieb
für Veränderung
regelmäßige Rückmeldungen über den Status
des Einführungsprozessesunddessen Auswir-
kungen an alle Beteiligten
Zulassen von Fehlern
konstruktiver Umgang mit Konflikten
Ob eine Innovation wie die Flexible Grund-
schule tragfähig ist und nachhaltig gelingt, hängt
auch davon ab, ob die Schulleitung den Ablauf
von Veränderungsprozessen kennt und im Blick
behält.
Abb. 3: Reaktionen von Betroffenen im Verlauf eines Veränderungsprozesses
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Veränderungsprozesse laufen grundsätzlich
in sieben Schritten ab: Während zu Beginn die
Kompetenzkurve der Beteiligten aufgrund von
Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität, fal-
scher Selbsteinschätzung, Einsicht in die Notwen-
digkeit von Veränderung und Unsicherheit stark
schwankt, pendelt sie sich auf der Suche nach
neuen Verhaltensweisen gegen Ende des erfolg-
reichen Veränderungsprozesses auf höherem Ni-
veau ein (s. Abb. 3).
Nicht alle Mitarbeiter begleiten den Innovati-
onsprozess mit der gleichen Überzeugung und
dem gleichen Engagement. Trotzdem darf kein
Zweifel bestehen, dass jede Lehrkraft den Grund-
auftrag hat, Innovationsprozesse mitzugestalten.
Klarheit in diesem Punkt hilft beim Umgang mit
bestehenden Widerständen. Gleichzeitig besteht
die Möglichkeit, Bedenken und Ängste konstruk­
tiv einzubringen. Die positive Funktion von Wi-
derstand liegt darin, dass er auf die Gefahr des
Verlustes bestehender Werte und Qualitäten hin-
weist. Durch eine offene, wertschätzende Ein­
bindung der Bedenken seitens der Schulleitung
können Störungen oder Fehlentwicklungen ver-
hindert werden.
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