LehrplanPLUS Grundschule - page 15

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Bayerische Leitlinien für die Bildung und Erziehung
6.6 Soziale Netzwerkarbeit bei Kindeswohlgefährdung
Zu den Aufgaben außerfamiliärer Bildungsorte zählen auch die Sorge um jene Kinder, deren Wohl-
ergehen gefährdet ist, sowie deren Schutz vor weiteren Gefährdungen. Ein gutes Netzwerk der mit
Kindeswohlgefährdung befassten Stellen vor Ort trägt zur Prävention, Früherkennung und Unter-
stützung in konkreten Fällen bei.
6.7 Kommunale Bildungslandschaften
Die Umsetzungschancen der Leitlinien in allen Bildungsorten steigen in dem Maße, in dem es
gelingt, Bildungsfragen zum Schwerpunktthema der Kommunalpolitik zu machen. Kommunale
Bildungslandschaften bündeln und vernetzen die Bildungsangebote vor Ort und liefern einen Rah-
men für deren Weiterentwicklung. Sie verstehen sich als lernende Region. Kommunale Innovations-
prozesse werden in gemeinsamer Verantwortung ressort- und institutionenübergreifend geplant und
gestaltet, möglichst alle bildungsrelevanten Einrichtungen und Bürger einbezogen und innovative
Kooperationsformen und Handlungskonzepte für lebenslanges Lernen und Bildungsgerechtigkeit
entwickelt. Positive Kooperationserfahrungen schaffen Netzwerkidentität und sorgen dafür, dass
Veränderungsprozesse von allen mitgetragen werden.
7 Qualitätsentwicklung in Bildungseinrichtungen
Die Anforderungen an ein Bildungssystem unterliegen aufgrund der gesellschaftlichen Veränderun-
gen einem fortlaufenden Wandel. Die aktuelle Praxis und neue Entwicklungen werden reflektiert
und so eine Balance zwischen Kontinuität und Innovation gefunden. Daraus resultiert das Selbst-
verständnis von Bildungseinrichtungen als lernenden Organisationen.
7.1 Team als lernende Gemeinschaft
Als lernende Organisationen schaffen Bildungseinrichtungen den Transfer von neuem Wissen in die
gesamte Organisation und sind daher fähig, auf neue Herausforderungen angemessen zu reagieren
und gemeinsam aus ihnen zu lernen. Gelingende Teamarbeit ist maßgeblich für die Qualitätsent-
wicklung der Prozesse und Ergebnisse in Bildungseinrichtungen. Erforderlich ist die Kompetenz, in
Arbeitsgruppen gemeinsam zu planen und zu handeln sowie diese Prozesse zu reflektieren. Team-
lernen erfordert Übung und stellt kein punktuelles Vorhaben dar, sondern erfordert den konsequen-
ten Dialog mit Kolleginnen und Kollegen sowie die gemeinsame Verantwortung aller für die gesteck-
ten Ziele und die Festlegung von Strategien und Regeln innerhalb einer zeitlichen und organisa-
torischen Struktur.
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