Informationen zu den Einstellungsmöglichkeiten im Bereich der Realschulen

Aktuelle fächerspezifische Einstellungsdaten zum Einstellungstermin September 2016

Zum September 2016 haben sich insgesamt 710 Personen aus dem laufenden Prüfungsjahrgang, 1.657 Wartelistenberechtigte sowie 44 Freie Bewerber um Einstellung in den staatlichen Realschuldienst beworben.

Trotz der an den staatlichen Realschulen demografiebedingt deutlich rückläufigen Schülerzahlen hat sich die Einstellungssituation in den staatlichen Realschuldienst zum Schuljahr 2016/17 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Ursachen dafür liegen insbesondere in den zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung getätigten Stellenzuweisungen aus der demografischen Rendite sowie der im Vergleich zum Vorjahr höheren Fluktuation von Lehrkräften.

In der Zusammenschau konnten 105 Bewerber aus dem laufenden Prüfungsjahrgang, 163 Wartelistenbewerber und 3 Freie Bewerber und somit insgesamt 271 Realschullehrkräfte auf Planstelle in den staatlichen Realschuldienst eingestellt werden. Hierfür ergingen an 302 Bewerber Stellenangebote, 31 Bewerber haben das Stellenangebot abgelehnt. Die gegenüber dem laufenden Prüfungsjahrgang höhere Anzahl an Einstellungen von Wartelistenbewerbern hat zwei Ursachen:

  • in manchen Fächerverbindungen hatten Wartelistenbewerber eine bessere Einstellungsnote (Gesamtprüfungsnote, ggf. unter Berücksichtigung einer Erweiterungsprüfung) als die besten Bewerber aus dem Prüfungsjahrgang; hierdurch verschob sich das Einstellungsverhältnis zugunsten der Warteliste
  • in manchen Fächerverbindungen gab es sehr wenige Bewerber aus dem Prüfungsjahrgang, so dass zur Bedarfsdeckung ein höherer Anteil aus der Warteliste eingestellt wurde
Zudem wurden 3 Fachlehrer in den staatlichen Realschuldienst übernommen.

10 Bewerber aus dem laufenden Prüfungsjahrgang mit der Fächerverbindung Mathematik/Physik wurden auf ihre Bewerbung hin im Bereich der staatlichen Beruflichen Oberschule eingestellt. Diese werden dort im Rahmen einer einjährigen Sondermaßnahme nachqualifiziert.

Aufgrund der hohen Bedarfslage im Bereich der Mittelschulen und beruflichen Schulen sowie im Bereich der Förderschulen wurden in diesen Schularten zum Schuljahr 2016/17 Sondermaßnahmen zur Nachqualifizierung von Lehrkräften mit der Befähigung für das Lehramt an Realschulen bzw. Gymnasien durchgeführt. Diese Sondermaßnahmen eröffnen Lehrkräften, die derzeit in der angestammten Schulart nicht dauerhaft eingestellt werden können, eine Möglichkeit, zu einer Verbeamtung beim Freistaat Bayern zu gelangen.

Ähnlich wie im letzten Jahr variiert die Einstellungsquote in den staatlichen Realschuldienst wie bereits seit einigen Jahren prognostiziert zum Teil deutlich zwischen den verschiedenen Fächerverbindungen. In etlichen Fächerverbindungen bestand ein deutliches Überangebot an Bewerbern. Mit dem Fach Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt in den grundständigen Fächerverbindungen hingegen gab es – trotz hervorragender Einstellungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren – zum Einstellungstermin 2016 weder Absolventen aus dem laufenden Prüfungsjahrgang noch Bewerber von der Warteliste.

Im Gegensatz zum Vorjahr konnte zum September 2016 erfreulicherweise auch in den realschulrelevanten Fächerverbindungen, in denen kaum Bedarf bestand, wieder ein Einstellungskorridor für die besten Bewerber sichergestellt werden.

Hervorragende Einstellungsmöglichkeiten bis hin zur Volleinstellung bestanden in den Fächerverbindungen Englisch/Biologie, Englisch/Chemie, Englisch/Informationstechnologie, Physik/Informationstechnologie, Wirtschaftswissenschaften/Informationstechnologie und Biologie/Physik, da es hier nur sehr wenige Bewerber gab.

In Fächerverbindungen mit großer Bewerberzahl (mehr als 30 Bewerber) bestanden lediglich in der Fächerkombination Biologie/Chemie vergleichsweise gute Einstellungschancen (Einstellungsquote ca. 40%).

Die unten als PDF-Datei aufgeführten Tabellen zeigen die fächerspezifische Einstellungssituation zum Einstellungstermin September 2016.

Wie in den vergangenen Schuljahren können im Verlauf des Schuljahres 2016/17 weitere Bewerber im Rahmen von befristeten Aushilfsverträgen beschäftigt werden, um bei Abwesenheit von dauerhaft beschäftigten Stammlehrkräften (z.B. wegen Erkrankungen, Mutterschutz und Elternzeit/Beurlaubung), die ein Rückkehrrecht nach Ende der Abwesenheit besitzen, Ersatz zu gewährleisten. Die hierfür notwendigen Geldmittel sind vorhanden.

Nach hiesigem Kenntnisstand konnten Bewerber außerdem in maßgeblicher Zahl Einstellungsangebote durch private oder kommunale Schulträger erhalten. Auch die Einstellungssituation in anderen Bundesländern ermöglichte einigen Bewerbern, dort ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen. So hat sich beispielsweise ein beträchtlicher Teil der über 3200 grundsätzlich wartelistenberechtigten Personen überhaupt nicht um eine Einstellung in den staatlichen Realschuldienst beworben. Zahlreiche Wartelistenbewerber haben dann noch vor Einstellungsbeginn ihre Bewerbung wieder zurückgezogen, andere das Einstellungsangebot abgelehnt. Dies unterstreicht, dass die Einstellungsbewerber mit der Befähigung für das Lehramt an Realschulen aufgrund ihrer guten Ausbildung auch anderweitig vielfältige Beschäftigungschancen haben.

Zur Einschätzung der zukünftigen Einstellungssituation wird auf die auf der Homepage des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst veröffentlichte Schüler- sowie Lehrerbedarfsprognose (beides zu finden unter: /ministerium/statistiken-und-forschung.html) verwiesen.

Für die staatlichen Realschulen wird bis einschließlich Schuljahr 2018/19 eine nochmalige, demografisch bedingte Schülerminderung um insgesamt etwa 3.400 Schüler prognostiziert, anschließend steigen die Schülerzahlen wieder an. Angesichts der mittlerweile deutlich gesunkenen Studierendenzahlen für das Lehramt an Realschulen sollten die Studienanfängerzahlen – insbesondere in den Fächerverbindungen, in denen es schon jetzt kaum Wartelistenbewerber und auch vergleichsweise wenige Bewerber aus dem Prüfungsjahrgang gibt – wieder ansteigen. Diese Information sollte bei der Beratung von Studienreferendaren und vor allem auch bei der Studienberatung Berücksichtigung finden.

Informationen für Bewerber zum nächstmöglichen Einstellungstermin

Bei Bewerbern ohne Festanstellung wird zwischen bayerischen Bewerbern und nicht-bayerischen Bewerbern unterschieden. Als bayerische Bewerber gelten diejenigen Bewerber, welche die Zweite Staatsprüfung in Bayern abgelegt haben.

Als Bewerber mit Festanstellung gelten alle diejenigen Bewerber, bei denen derzeit bereits an einer bayerischen Schule oder einer staatlichen Schule eines anderen Landes der Bundesrepublik Deutschland ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis vorliegt.

Einstellungen zum jeweiligen Einstellungstermin erfolgen gemäß Art. 94 Abs. 2 der Bayerischen Verfassung nach Eignung, Befähigung und Leistung.
Der Einsatz an einer staatlichen Realschule in Bayern im Rahmen einer unbefristeten Anstellung setzt grundsätzlich die entsprechende Lehramtsbefähigung für diese Schulart voraus. Der Erwerb dieser Lehramtsbefähigung erfordert die erfolgreiche Ablegung der Ersten Staatsprüfung sowie des 24-monatigen Vorbereitungsdienstes mit Zweiter Staatsprüfung in zwei gemäß § 39 Abs. 1 Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) zugelassenen Fächern.

Informationen über das Angebot und Bedarf an Lehrkräften an Realschulen

Informationen zu Angebot und Bedarf an Lehrkräften an Realschulen sind in der jährlich vom Staatsministerium veröffentlichten "Prognose zum Lehrerbedarf in Bayern" zu finden.

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