Bundeslandwechsel/Lehrertausch

Wechsel des Bundeslands - allgemeine Informationen

Für Lehrkräfte besteht nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.05.2001 die Möglichkeit über das Lehreraustauschverfahren zwischen den Ländern und die Freie Bewerbung im Rahmen des Einstellungsverfahrens das Bundesland zu wechseln. Beide Möglichkeiten werden im Folgenden erläutert und können parallel genutzt werden.

Das planstellenneutrale Lehreraustauschverfahren zwischen den Ländern dient vor allem dem Zweck der Familienzusammenführung. Können mangels geeigneter Tauschpartner nicht alle Bewerber berücksichtigt werden, so erfolgt die Auswahl der Bewerber nach folgenden Gesichtpunkten:

  • Eignung
  • Soziale Situation (vorrangiger Tausch bei Familienzusammenführung mit minderjährigen Kindern)
  • Bedarf (fächerspezifisch, regional)
  • Wartezeit

Wer kann am planstellenneutralen Lehreraustauschverfahren teilnehmen?
Am Verfahren können grundsätzlich nur Lehrkräfte teilnehmen, die im staatlichen Schuldienst eines Landes in einem Beamtenverhältnis oder in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis tätig sind. Beurlaubte Lehrkräfte können nur einbezogen werden, wenn sie sofort nach ihrer Versetzung beim aufnehmenden Dienstherrn den Dienst antreten. Weitere Voraussetzungen einer Teilnahme am Lehreraustauschverfahren sind u. a. die Einbeziehung in das Tauschverfahren durch das abgebende Land (= Freigabe) und die Anerkennung der vom Bewerber durchlaufenen Ausbildung durch das Zielland. Die Anerkennung der Lehrbefähigung wird im Lehreraustauschverfahren von Amts wegen während des Verfahrens geprüft.

Die Grundlagen für das planstellenneutrale Lehreraustauschverfahren sind in den KMK-Beschlüssen vom 10.05.2001 und vom 07.11.2002 i. d. F. vom 02.03.2012 (Umsetzung) vereinbart.

Die Tauschverhandlungen zwischen den Bundesländern finden etwa Anfang April statt. Im Anschluss daran werden die Antragsteller zeitnah vom Herkunftsland über das Ergebnis der Verhandlungen informiert.

Das aufnehmende Land erwartet, dass Sie Ihren Dienst im Falle eines Wechsels zu Beginn des entsprechenden Schuljahres aufnehmen. Mit Abgabe des Versetzungsantrags erklären Sie sich hiermit ausdrücklich einverstanden.

Nicht in jedem Fall kann der erste Versetzungsantrag erfolgreich sein; es kann durchaus zu Wartezeiten kommen. Ursachen hierfür können u. a. die Tauschsituation zwischen den Ländern (unterschiedliche Anzahl an Tauschpartnern) oder mangelnde Einsatzmöglichkeiten im Zielland (regional, fächerspezifisch) sein.

Wechsel von Bayern in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland

Im Freistaat Bayern ist der Wechsel von Lehrkräften im Rahmen des planstellenneutralen Lehreraustauschverfahrens jeweils zu Beginn des Schuljahres (1. August) möglich.

Wie läuft das planstellenneutrale Lehreraustauschverfahren ab und wann findet es statt? Vorlesen lassen

Der Antrag auf Versetzung/Übernahme in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland ist unter Verwendung des hierfür vorgesehenen Formulars auf dem Dienstweg einzureichen und muss bis spätestens sechs Monate vor dem Tauschtermin (somit spätestens zum 31. Januar) der zuständigen personalaktführenden Dienststelle (siehe unten) vorliegen. Bitte informieren Sie sich dort rechtzeitig über evtl. hiervon abweichende (frühere) Abgabetermine.

Die für Sie zuständige Dienststelle richtet sich nach Ihrem Lehramt bzw. Ihrer Stammschule:
Lehramt für Grund- bzw. Mittelschulen sowie für Sonderpädagogik -> Bezirksregierung
Lehramt für Realschulen -> Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Lehramt für Gymnasien -> Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
Lehramt für berufliche Schulen (ohne FOS/BOS) -> Bezirksregierung
Lehramt für berufliche Schulen (FOS/BOS) -> Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die zuständige Dienststelle prüft, ob eine Freigabe für eine Versetzung zum kommenden Schuljahr möglich ist. Die Bundesländer haben sich verpflichtet, Freigabeerklärungen unter Beachtung dienstlicher Interessen so großzügig wie möglich zu erteilen. Bei einer Freigabe wird der Antrag zusammen mit der Personalakte an das Zielland zur Prüfung der Übernahmemöglichkeiten weitergeleitet. Die Übernahmeentscheidung trifft das Zielland.


Den Bewerbern wird empfohlen, sich vor Antragstellung über länderspezifische Besonderheiten der Besoldung, Versorgung sowie evtl. Altersgrenzen beim künftigen Dienstherrn (Zielland) kundig zu machen.

Die Angabe mehrerer Zielländer ist möglich; es kann jedoch nur ein Antrag eingereicht werden, der alle Zielwünsche enthalten muss.

Hinweise:
Der Freistaat Bayern nimmt jedes Jahr nur zum Versetzungstermin 1. August (nicht zum 1. Februar) am Lehreraustauschverfahren teil.
Es können nur fristgerecht eingereichte Anträge berücksichtigt werden.
Sollte der gestellte Versetzungsantrag nicht berücksichtigt werden können, so ist bei fortbestehendem Versetzungswunsch zum nächsten Termin ein erneuter Antrag einzureichen.
 

Online-Antragsstellung Vorlesen lassen

Mit Ablauf des 31. Januar 2016 endete die Antragsfrist für das aktuelle Lehreraustauschverfahren zum Versetzungstermin 1. August 2016. Eine Antragstellung ist daher zurzeit nicht möglich.

Als nächster Versetzungstermin steht der 1. August 2017 zur Verfügung. Anträge hierfür können ab September 2016 (bis 31. Januar 2017) an dieser Stelle online gestellt werden. 

Wie kann ich am Einstellungs- oder Bewerbungsverfahren für den Schuldienst eines anderen Bundeslandes teilnehmen? Vorlesen lassen

Neben dem Lehreraustauschverfahren besteht die Möglichkeit einer Teilnahme am Einstellungs- oder Bewerbungsverfahren für den Schuldienst eines anderen Landes der Bundesrepublik Deutschland (Freie Bewerbung).

Bitte informieren Sie sich über das jeweilige Verfahren und die Fristen direkt bei der zuständigen Einstellungsbehörde des Ziellandes.

Für eine Bewerbung in den öffentlichen Schuldienst eines anderen Bundeslandes benötigen Sie eine Freigabeerklärung Ihres bayerischen Dienstherrn. Hierfür ist ein schriftlicher, formloser Antrag auf Freigabe mit Angaben über das Zielland und den angestrebten Einstellungstermin zu stellen.

Der formlose Antrag auf Erteilung einer Freigabeerklärung ist auf dem Dienstweg zu stellen bei:
1. GS/MS/FöS ► zuständige Bezirksregierung
2. RS ► Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
3. GYM ►Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
3. BS (ohne FOS/BOS) ► zuständige Bezirksregierung
4. BS (FOS/BOS) ► Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
 

Allgemeiner Hinweis:
Bei einer Versetzung aus Bayern in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland kann keine Zusage auf eine mögliche Rückversetzung in den bayerischen Schuldienst erteilt werden. Sofern Sie nach einem Wechsel in ein anderes Bundesland wieder in den bayerischen Schuldienst zurückkehren möchten, steht Ihnen der Weg über das Lehreraustauschverfahren und das Einstellungsverfahren im Rahmen einer Freien Bewerbung zur Verfügung.

Wechsel aus einem anderen Land der Bundesrepublik Deutschland nach Bayern

Wie kann ich am Lehreraustauschverfahren nach Bayern teilnehmen? Vorlesen lassen

Der Antrag auf Versetzung/Übernahme in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland ist unter Verwendung des hierfür vorgesehenen Formulars bei Ihrem derzeitigen Dienstherrn zu stellen. Das Herkunftsland legt den Antragsschluss (grundsätzlich 31. Januar) wie auch den Antragsweg (online und/oder papiergebunden) fest. Bitte informieren Sie sich dort über die Modalitäten (siehe unten). 

Bayern nimmt jeweils nur zum Schuljahresbeginn (Versetzungs zum 1. August) am planstellenneutralen Lehreraustauschverfahren teil.

Bei der Antragstellung auf Versetzung im Rahmen des Lehreraustauschverfahrens wird die Erteilung der Freigabeerklärung und die Prüfung der Anerkennung Lehramtsbefähigung von Amts wegen im Verfahren durchgeführt.

Als Versetzungsgrund kann in der Regel nur die Familienzusammenführung mit minderjährigen Kindern oder im Sinne der Zusammenführung von Ehegatten anerkannt werden, die aus beruflichen Gründen getrennt leben oder deshalb nicht getrennt leben, weil sich ein Ehepartner unter Inkaufnahme finanzieller Einbußen hat beurlauben lassen. Ob auch Versetzungsanträge mit anderem Hintergrund berücksichtigt werden können, kann erst im Lauf des Verfahrens entschieden werden.

Bei beamteten Bewerbern, die das 45. Lebensjahr zum Übernahmezeitpunkt bereits vollendet haben, wird im Einzelfall geprüft, ob eine Übernahme im Beamtenverhältnis oder im unbefristeten Beschäftigungsverhältnis möglich ist (siehe unten).

Die Besetzung von Funktionsstellen erfolgt im Wege der Ausschreibung.

Falls dem Antrag auf Versetzung nicht entsprochen werden kann und der Versetzungswunsch aufrechterhalten wird, so muss der Antrag zum nächsten Termin erneut gestellt werden.

Hinweis zum Ausfüllen des Antrags:
zu Nr. 5:
Die personalaktenführende Behörde des Ziellandes richtet sich danach, für welches Lehramt Sie den Antrag stellen:
GS/HS/FöS  ► jeweilige Bezirksregierung
RS  ► Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
GYM  ►Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst
BS (ohne FOS/BOS)  ►jeweilige Bezirksregierung
BS (FOS/BOS)  ► Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Auf der Seite der Kultusministerkonferenz finden Sie Verlinkungen zu länderspezifischen Informationen und ggf. zur Online-Antragstellung der einzelnen Länder.

Was kann ich tun, wenn über das Lehreraustauschverfahren kein Wechsel möglich war? Vorlesen lassen

Neben der Teilnahme am Lehreraustauschverfahren können Sie sich parallel auch im Rahmen des Einstellungsverfahrens als Freier Bewerber für die Übernahme in den bayerischen Schuldienst bewerben. Das Einstellungsverfahren ist unabhängig von einem Tauschpartner. Sie stehen hier jedoch in Konkurrenz zu den Mitbewerbern um eine Einstellung (Leistungsgrundsatz).

Unabdingbare Voraussetzung für die Übernahme in den staatlichen Schuldienst ist, dass die Bewerber eine in Bayern anerkannte Lehramtsbefähigung vorweisen. Die Anerkennung der Lehramtsqualifikation kann unter Beifügung der erforderlichen Unterlagen (beglaubigte Kopien des Zeugnisses über die Erste und Zweite Staatsprüfung, Lebenslauf und ggf. Nachweis über Berufsausbildung, -Praktikum) - beim Bildungsministerium beantragt werden.

 

Hinweis für Bewerber, die das 45. Lebensjahr bereits vollendet haben Vorlesen lassen

Bei Bewerbern, die das 45. Lebensjahr zum Übernahmezeitpunkt bereits vollendet haben, wird im Einzelfall geprüft, ob eine Übernahme im Beamtenverhältnis oder im unbefristeten Beschäftigungsverhältnis möglich ist.
 

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