Institut für Zeitgeschichte Zentrum für Holocaust-Studien wirkt als zentraler Pfeiler der internationalen Forschung

Der Sitz des Zentrums für Holocaust-Studien in München
Der Sitz des Zentrums für Holocaust-Studien in München

Existenzielle Forschung: Seit Juli 2013 hat das Institut für Zeitgeschichte im engen Schulterschluss mit der Ludwig-Maximilians-Universität München begonnen, ein Zentrum für Holocaust-Studien aufzubauen. Erstmals in Deutschland wurde damit ein institutionelles Forum geschaffen, das im Netzwerk mit internationalen Partnern die Forschung über den Holocaust vorantreiben sollte.

Minister Spaenle betonte: „Zwei Wissenschaftler haben sich unmittelbar bei der Gründung des Zentrums für Holocaust-Forschung dieser Aufgabe gewidmet. Ich bin sehr froh, dass es dem Freistaat Bayern auch in intensiven Verhandlungen auf der Ebene der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz gelungen ist, aus diesen kleinen Anfängen eine solide finanzierte Forschungsstelle zu entwickeln und diese zukunftsfähig zu machen.“ Seit Anfang 2017 ist das Zentrum in eine Bund-Länder-Finanzierung überführt und wurde in der Folge personell und materiell erweitert. Zugleich ist es seitdem fester Bestandteil des Instituts für Zeitgeschichte.

„Lange Zeit war es das Verdienst überwiegend ausländischer Institutionen wie Yad Vashem in Jerusalem oder dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington die internationale Forschung über den Holocaust auf hohem Niveau zu bündeln“, erklärte der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, Prof. Dr. Andreas Wirsching. Wissenschaftliches Ziel beim Aufbau des Zentrums für Holocaust-Studien in München war es deshalb, die deutsche und internationale Forschung zum Holocaust institutionell zu stärken und erstmals auch in Deutschland ein Kompetenz- und Kommunikationszentrum für die empirische Erschließung des Holocaust zu schaffen.

Minister Dr. Ludwig Spaenle mit IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching und LMU-Präsident Prof. Dr. Bernd Huber bei der Pressekonferenz (von links)
Minister Dr. Ludwig Spaenle mit IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching und LMU-Präsident Prof. Dr. Bernd Huber bei der Pressekonferenz (von links)

„Die enge Zusammenarbeit zwischen der LMU und dem IfZ ist ein gelungenes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Universitäten - in diesem Fall in den Geisteswissenschaften“, betonte LMU-Präsident Professor Bernd Huber. „Durch das Zentrum können neue Akzente in der Forschung und Lehre gesetzt und die Bedeutung Münchens auf diesem wichtigen Forschungsgebiet weiter gestärkt werden.“

Nicht zuletzt bietet München als historischer Ort des Nationalsozialismus ein intensives Netzwerk an Dokumentationsstätten und Erinnerungsorten, wie beispielsweise die KZ Gedenkstätte Dachau und das NS-Dokuzentrum. Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle: „Die Forschung zum Holocaust ist existenziell – auch für das Selbstverständnis des demokratischen Rechtsstaats Deutschland und Bayern. Sie liefert die Grundlagen für neue wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch für den öffentlichen Diskurs und die auch heute und in Zukunft nötige Erinnerungsarbeit. Es ist höchst erfreulich, dass an dem Ort, von dem aus einst der menschenverachtende Nationalsozialismus sein schreckliches Tun entfaltet hat, heute intensiv über seine Ideologie des Rassismus und des Unrechts geforscht wird und damit auch ein wichtiger Beitrag zum ,Nie wieder‘ geleistet wird.“

„Das Pionierprojekt Zentrum für Holocaust-Studien hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt“, so das Resümee von Staatsminister Ludwig Spaenle. Gerade München, das sich unter den Nationalsozialisten noch als berüchtigte „Hauptstadt der Bewegung“ verstand, dürfe heute als zentraler Pfeiler der internationalen Holocaust-Forschung gelten.

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