LMU München Institut für Bayerische Geschichte feiert 70-jähriges Jubiläum

Die Feier fand im Lesesaal des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München statt: Hier Prof. Dr. Ferdinand Kramer bei seiner Begrüßungsrede
Die Feier fand im Lesesaal des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München statt: Hier Prof. Dr. Ferdinand Kramer bei seiner Begrüßungsrede

Erforschung der kulturellen Schätze Bayerns: Seit seiner Gründung vor 70 Jahren widmet sich das Institut für Bayerische Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) dieser Aufgabe. Bei der Jubiläumsfeier stand die Frage nach der Rolle des kulturellen Erbes in Bayern im 21. Jahrhundert im Mittelpunkt.

Bereits die Errichtung des Instituts für Bayerische Geschichte im Jahr 1947 erfolgte im engen Schulterschluss zu den Archiven, der sich bis heute bewährt hat. So fanden auch die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Instituts in den Räumen des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München statt.

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung dieser Forschungseinrichtung als zentrale Anlaufstelle für alle wissenschaftlichen Belange der bayerischen Landesgeschichte: "Der Rückblick auf 70 ertragreiche Jahre zeigt, dass Interdisziplinarität, die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Einrichtungen sowie europaweite Vernetzungen wichtige Erfolgsfaktoren für die Arbeit des Instituts sind."

So begleite das Institut auch den 100. Geburtstag des Freistaates Bayern 2018 mit zahlreichen Angeboten. Dieses Jubiläum biete die Gelegenheit, auf ein Jahrhundert bewegter Geschichte zurückzublicken und dabei an die gelungene Etablierung einer demokratischen Gesellschaft zu erinnern. Spaenle, der selbst promovierter Landeshistoriker ist, betonte: "Die erfolgreiche Entwicklung Bayerns nach 1945 basiert insbesondere auf seiner werteorientierten und identitätsstiftenden Verfassung. Diese Entwicklung manifestiert sich an den Orten der Demokratie in Bayern wie der Aula der LMU, dem Tagungsort der verfassungsgebenden Landesversammlung. Oder dem Alten Schloss Herrenchiemsee, wo 1948 bei einem Verfassungskonvent das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vorbereitet wurde."

Ausdrücklich dankte Minister Spaenle der Vorstandschaft des Instituts, Prof. Dr. Ferdinand Kramer, Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon und Prof. Dr. Dieter Weiß für ihr ausgesprochen verdienstvolles Wirken.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (2. v. links) im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Prof. Bettina Reitz und Prof. Dr. Ferdinand Kramer (v. links)
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (2. v. links) im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Heckl, Prof. Bettina Reitz und Prof. Dr. Ferdinand Kramer (v. links)

Ausgehend von einem Impulsreferat des vormaligen Intendanten des Bayerischen Rundfunks Prof. Dr. Albert Scharf diskutierte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle anschließend mit der Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München Prof. Bettina Reitz, dem Direktor des Deutschen Museums Prof. Dr. Wolfgang Heckl sowie dem Vorstand des Instituts für Bayerische Geschichte Prof. Dr. Ferdinand Kramer über die Rolle des kulturellen Erbes in Bayern im 21. Jahrhundert.

Institut für Bayerische Geschichte

Das 1947 gegründete Institut für Bayerische Geschichte der LMU ging aus einer Initiative des Landeshistorikers Max Spindler (1894−1986) sowie des bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner (1887−1980) hervor und sollte mittels Erforschung der bayerischen Geschichte und durch die Ausbildung junger Nachwuchskräfte ein geistiges und kulturelles Fundament für den neuen Freistaat schaffen. Das Institut widmet sich seitdem in Forschung und Lehre Epochen übergreifend der Geschichte Bayerns vom frühen Mittelalter bis zur Zeitgeschichte.

Mit dem Institut sind – aus der Sicht von Historikern – klingende Namen verknüpft: z. B. Max Spindler, Karl Bosl, Andreas Kraus und Walter Ziegler. Mit den Wissenschaftlern sind auch Standardwerke zur Bayerischen Geschichte verbunden wie das Handbuch der Bayerischen Geschichte, der Historische Atlas von Bayern und das Internet-Projekt Historisches Lexikon. Und die Wissenschaftler bringen in die universitäre Lehre und die Begleitung von Nachwuchswissenschaftlern enorme Energie ein.

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