DFG-Programm Sonderforschungsbereiche / Transregio Bayerische Wissenschaftler erhalten Förderung von 61 Millionen Euro

Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben, müssen international sichtbar sein und bedeuten für die Universitäten einen beträchtlichen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich
Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben, müssen international sichtbar sein und bedeuten für die Universitäten einen beträchtlichen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich

Großartiger Erfolg für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Bayreuth, Erlangen, München, Regensburg und Würzburg: Der Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sieben Anträge mit bayerischer Beteiligung bewilligt; damit verbunden sind Fördermittelzusagen in Höhe von insgesamt gut 61 Millionen Euro.

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle sagte: „Ich freue mich sehr über den landesweiten Erfolg der bayerischen Universitäten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit einmal mehr unter Beweis gestellt haben. Ich gratuliere allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Bayreuth, Erlangen, München, Regensburg und Würzburg zu ihrem großartigen Erfolg.“

In der Sitzung am 23. und 24. Mai 2017 in Bonn hat die DFG insgesamt 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) und SFB-Transregio (TRR) für eine erste Förderperiode von zunächst vier Jahren eingerichtet. Der Ausschuss bewilligte außerdem die Verlängerung von 17 SFB/TRR für jeweils eine weitere Förderperiode von vier Jahren. An zwei Neueinrichtungen und fünf erfolgreichen Fortsetzungsanträgen sind bayerische Forschungseinrichtungen beteiligt, bei fünf davon haben sie die Sprecherschaft.

Hohe Qualitätsanforderungen

Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben, müssen international sichtbar sein und bedeuten für die Universitäten einen beträchtlichen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich.

Die nächste Entscheidungssitzung für SFB/TRR findet im November 2017 statt. In ihrem Vorfeld werden sieben weitere bayerische Anträge der Universitäten in Würzburg, München, Erlangen, Regensburg, Augsburg und Bayreuth vor Ort von internationalen Experten begutachtet werden. Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle betonte: „Diese beeindruckende Antragsdynamik belegt die hohe Qualität der universitären Spitzenforschung in Bayern.

Mit bayerischer Beteiligung werden folgende zwei SFB/TRR neu eingerichtet:

  • „Die Nebenniere: Zentrales Relais in Gesundheit und Krankheit"; TU Dresden, LMU München; Prof. Dr. Bornstein (Dresden); bayerischer Förderanteil 6,7 Mio. Euro. Der Sonderforschungsbereich/Transregio will die komplexen Wechselwirkungen innerhalb der Nebenniere sowie mit anderen Organsystemen verstehen. Die Nebenniere produziert maßgeblich zwei Hormonklassen und spielt so eine entscheidende Rolle in der Regulation von Stressreaktionen. Sie hat damit durch unseren modernen Lebenswandel stark an Bedeutung gewonnen. Funktionsstörungen oder Tumore der Nebenniere können zudem überlebenswichtige Prozesse beeinflussen. Die Forscherinnen und Forscher wollen grundlagenwissenschaftliche und translationale Fragestellungen rund um die Neben-niere beantworten und können dazu auf eine große Menge an Proben in Biobanken zurückgreifen.
  • „Emergente relativistische Effekte in der Kondensierten Materie: Von grundlegenden Aspekten zu elektronischer Funktionalität"; Universität Regensburg; Prof. Dr. Klaus Richter; bayerischer Förderanteil 10,6 Mio. Euro. Der Sonderforschungsbereich untersucht neuartige topologische Materialien und aus ihnen aufgebaute Heterostrukturen. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen dazu besonders die elektronischen, magnetischen, optischen und Transport-Eigenschaften in den Blick. So wollen sie herausfinden, wie relativistische Effekte, beispielsweise in Form der Spin-Bahn-Wechselwirkung, ausgenutzt werden können, um zukünftige Konzepte in Elektronik, Optoelektronik und Spin-Elektronik auszuarbeiten.

Unter bayerischer Leitung bzw. Beteiligung werden folgende fünf SFB / TRR fortgesetzt:

  • „Pathogene Pilze und ihr menschlicher Wirt: Netzwerke der Interaktion“; Universität Jena, JMU Würzburg; Prof. Dr. Brakhage (Jena); zweite Förderphase; bayerischer Förderanteil 3 Mio. Euro.
  • „B-Zellen: Immunität und Autoimmunität“; FAU Erlangen-Nürnberg, Universität Freiburg, Charité Berlin; Prof. Dr. Nitschke (Erlangen); zweite Förderphase; bayerischer Förderanteil 5,2 Mio. Euro.
  • „Bildgebung zur Selektion, Überwachung und Individualisierung der Krebstherapie“; TU München; Prof. Dr. Schwaiger; dritte Förderphase; bayerischer Förderanteil 16,1 Mio. Euro.
  • „Von partikulären Nanosystemen zur Mesotechnologie“; Universität Bayreuth; Prof. Dr. Breu; dritte Förderphase; bayerischer Förderanteil 7,9 Mio. Euro.
  • „Chromatindynamik“; LMU München; Prof. Dr. Becker; zweite Förderphase; bayerischer Förderanteil 12 Mio. Euro.

Hintergrundinformation Sonderforschungsbereiche

Sonderforschungsbereiche (SFB) sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren (in der Regel drei mal vier Jahre) angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Der klassische Sonderforschungsbereich (SFB) wird in der Regel von einer Hochschule beantragt. Der SFB-Transregio (TRR) wird von mehreren (in der Regel bis zu drei) Hochschulen gemeinsam beantragt. Die Förderung ermöglicht eine enge überregionale Kooperation zwischen Hochschulen und den dort Forschenden sowie eine Vernetzung und gemeinsame Nutzung der Ressourcen. Für SFB/TRR stehen im Haushalt der DFG insgesamt jährlich knapp 600 Millionen Euro zur Verfügung. Die DFG fördert damit ab Juli 2017 insgesamt 267 Sonderforschungsbereiche.

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