Digitalisierung Bayern erweitert Online-Portal Deutsche Biographie

Mit erweiterten Visualisierungsoptionen baut die Deutsche Biographie (DB) die Netzwerkforschung aus. So weist der Graph zu dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) 60 Forschungskontakte auf
Mit erweiterten Visualisierungsoptionen baut die Deutsche Biographie (DB) die Netzwerkforschung aus. So weist der Graph zu dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) 60 Forschungskontakte auf

Das Online-Portal Deutsche Biographie (DB) wird von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) betrieben. Es bietet nun weitere qualitative Vernetzung, kombinierte Recherche und vielfältige Visualisierungsmöglichkeiten.

Seit 2010 ist die Deutsche Biographie (DB), deren Kern die aktuell 48.000 Artikel der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB) und der Neuen Deutschen Biographie (NDB) bilden, online. Seitdem hat sich dieses von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) gemeinsam betriebene und seit vielen Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft kontinuierlich geförderte Projekt lebhaft entwickelt, auch im letzten Förderabschnitt 2014 bis 2016.

Zu Max Skladanowsky in der digitalen Deutschen Biographie bitte ins Bild klicken
Zu Max Skladanowsky in der digitalen Deutschen Biographie bitte ins Bild klicken

Valide Angaben zu mehr als einer halben Million Persönlichkeiten

Mit zuletzt regelmäßig mehr als 100.000 Nutzern im Monat rangiert die DB auch im Rahmen der Angebotspalette der BSB ganz weit oben. Mittlerweile wurde die Web-Site für Suchmaschinen optimiert. Von Dezember 2014 bis Juni 2016 hat sich die Zahl der recherchierbaren Personen in der DB noch einmal auf nunmehr ca. 540.000 verdoppelt. Dies gelang durch die Integration von weiteren hochkarätigen Partnerangeboten, deren zahlenmäßig größte Kalliope (Autographen, Staatsbibliothek zu Berlin), das Filmportal (Deutsches Filminstitut, Frankfurt a.M.) und die Jahresberichte für deutsche Geschichte (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) sind. So erschien zum Beispiel 2010 der Beitrag über den Filmpionier Max Skladanowsky (1863-1939) in der NDB. Durch die Integration des Filmportals in das Angebot der DB gelangt man nun unter anderem auf dessen Filmographie und dieses Foto des Erfinders des Bioscops (1895).

Auch die Geofunktionen wurden ausgebaut, so dass zu mehr als 17.000 Orten nach Persönlichkeiten gesucht werden kann.

Auf dem Weg zum dynamischen Forschungslabor

Die DB hat sich in wenigen Jahren mit zahlreichen Kooperationen auf nationaler Ebene als zentraler Einstiegspunkt für wissenschaftliche historisch-biographische Forschungen aller Art etabliert. Dazu haben viele erfolgreiche Partnerschaften beigetragen. Der nächste Schritt wird die Weiterentwicklung des Informationssystems zu einem dynamischen Forschungslabor sein, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, so Malte Rehbein, Projektleiter der Deutschen Biographie auf Seiten der Historischen Kommission, „zum Beispiel künftig in die Lage versetzen wird, mit einem individuellen Sample von Daten aus der Deutschen Biographie zu ihren jeweiligen Forschungsfragen zu arbeiten“.

Die Präsentation der neuen DB war Gegenstand eines Workshops am 24. Juni 2016 im Historischen Kolleg in München.

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