Hochschulausbau

Neubau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg
Neubau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg

Seit 2009 sind die Studienanfängerzahlen in Bayern wie auch im gesamten Bundesgebiet deutlich angestiegen. Im Freistaat haben sie im Jahr 2011 – dem Jahr des „doppelten Abiturjahrgangs“ in Bayern – ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Seitdem haben sich die Studienanfängerzahlen auf einem sehr hohen Niveau verstetigt: Im Studienjahr 2015 nahmen 74.223 junge Menschen ein Studium im Freistaat auf, davon 67.635 an einer staatlichen Universität oder Hochschule für angewandte Wissenschaften. Das sind 21.013 Studienanfängerinnen und –anfänger an den staatlichen Hochschulen mehr als noch im Jahr 2005.

Ein bereits im Jahr 2007 aufgelegtes und seitdem ständig fortentwickeltes, umfangreiches Programm zur Bewältigung der steigenden Studierendenzahlen ermöglicht es, all diesen Studienanfängern gute Studienbedingungen zu bieten. Mit einem jährlichen Finanzvolumen von weit über 300 Mio. € werden mit Unterstützung durch Hochschulpaktmittel des Bundes rund 4.200 Personalstellen und über 50.000 zusätzliche Studienplätze finanziert.

Die Konzeption, Überprüfung und Weiterentwicklung dieses Ausbauprogramms erfolgte in Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Wissenschaftsministerium, den staatlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF). So konnte nicht nur ein flächendeckender Ausbau in allen Regionen Bayerns unter Berücksichtigung der individuellen Gegebenheiten an den einzelnen Hochschulstandorten gewährleistet werden; auch wurde dem absehbaren wachsenden Bedarf an Absolventinnen und Absolventen im Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT-Fächer) sowie der Stärkung der Fachhochschulen Rechnung getragen. Zudem konnte der Ausbau der Hochschulen dazu beitragen, den Anteil von Frauen bei der Besetzung von Professuren und sonstigen Stellen zu erhöhen.

Nach der jüngsten Vorausberechnung der Anzahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger durch die KMK ist in Bayern bis 2025 mit weiterhin sehr hohen Anfängerzahlen zu rechnen. Bis 2020 werden die Anfängerzahlen an allen Hochschulen in Bayern voraussichtlich nicht unter 70.000 sinken. Daher sehen die im März 2014 abgeschlossenen Zielvereinbarungen zwischen dem Ministerium und den Hochschulen Regelungen vor, um die bisher geschaffenen Kapazitäten zu verstetigen und den Hochschulen weiterhin verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen zu geben.

Ausbau von Masterstudienplätzen

Neubau der Universität Erlangen-Nürnberg
Neubau der Universität Erlangen-Nürnberg

Bereits bei den Planungen zum Ausbauprogramm wurde der zu erwartende Bedarf im Bereich der Masterstudiengänge mit berücksichtigt. Die Schaffung von Lehrkapazitäten ermöglichte es den Hochschulen damit von vorneherein, mit Blick auf die jeweilige Entwicklung vor Ort zunehmend Angebote für Studierende in höheren Fachsemestern im grundständigen Bereich und in der Folge auch in Masterstudiengängen zur Verfügung zu stellen. Um auch für jene Studierenden zusätzliche Angebote im Bereich der Masterstudiengänge bereitstellen zu können, die in den Jahren 2011 und 2012 insbesondere in Folge der Aussetzung der Wehrpflicht zusätzlich von den Hochschulen aufgenommen worden waren, werden den Hochschulen ab dem Wintersemester 2014/2015 zusätzlich nochmals weitere 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Räumlicher Ausbau und weitere Maßnahmen

Neubau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Neubau der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

Massiv wird auch in den räumlichen Hochschulausbau investiert, um den zusätzlichen Studierenden gute Studienbedingungen und dem zusätzlichen Personal adäquate Arbeitsbedingungen bieten zu können: Insgesamt werden zusätzliche Flächen in einer Größenordnung von über 175.000 qm über Baumaßnahmen und Anmietungen bereitgestellt, wobei der jeweilige Bedarf standortbezogen und individuell ermittelt wurde. Für den erforderlichen Anmietbedarf werden zusätzliche Mittel von jährlich rund 22 Mio. Euro bereitgestellt. Die Baumaßnahmen im Ausbaukonzept umfassen ein Volumen von weit über 500 Mio. Euro.

Über das eigentlich „Ausbauprogramm“ hinaus hat der Freistaat Bayern ein Bündel weiterer Maßnahmen aufgelegt, die ergänzend zur Erhöhung der Studienplatzkapazitäten beitragen. Verschiedene Programme, wie z.B. bauliche Modernisierungsmaßnahmen, die Stärkung der Internationalisierung der Hochschulen, der Ausbau dualer Studiengänge und virtueller Lehrangebote („E-Learning“) u.v.m., kommen in gleicher Weise den zusätzlichen Studienanfängerinnen und Studienanfängern zugute.

Bayern hat damit gemeinsam mit den Hochschulen frühzeitig die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Erweiterung der Ausbildungskapazitäten geschaffen. So wurden die Weichen rechtzeitig gestellt, um das aktuelle Studierendenhoch als große Chance zu nutzen und den Studierenden eine hochwertige Ausbildung an den Hochschulen in Bayern zu ermöglichen.

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