Universitäten Wissenschaftsrat gibt grünes Licht für zwei neue Forschungsbauten

Am Campus Hubland Süd der Universität Würzburg soll ein neuer Forschungsbau entstehen
Am Campus Hubland Süd der Universität Würzburg soll ein neuer Forschungsbau entstehen

Stärkung des Wissenschaftsstandorts Bayern: Der Wissenschaftsrat hat für zwei Forschungsbauprojekte bayerischer Universitäten eine Förderempfehlung gegeben. Die beiden Anträge aus Erlangen und Würzburg haben sich in einem Wettbewerbsverfahren durchgesetzt.

Es handelt sich dabei um einen Forschungsbau für die Astroteilchenphysik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie für das Institut für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor als Schlüsselelement der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Kosten für den Forschungsbau in Erlangen sind auf rund 40 Millionen Euro angesetzt, die für den Institutsbau auf dem Würzburger Campus Hubland-Süd mit rund 19,4 Millionen Euro.

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle erklärte: „Die zwei Förderanträge bayerischer Universitäten werden in einem sehr harten Wettbewerbsverfahren mit klaren Kriterien vom Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen. Die Empfehlung der beiden nordbayerischen Einrichtungen unterstreicht die Leistungsfähigkeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und des Forschungsstandorts Bayern und lässt diesen weiter wachsen. Die Projekte der Friedrich-Alexander-Universität und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sind von hoher wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz.“

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Wissenschaftsrats entscheidet die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern über die Förderanträge. Die konkrete Finanzierung der Forschungsbauten wird dann vom jeweiligen Land und dem Bund je zur Hälfte übernommen.

Geplante Forschungsbauten

Forschungsbau für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Forschungsbau für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird eine Nutzfläche von etwa 3.500 qm haben. Die Gesamtkosten sind auf eine Höhe von rund 40 Mio. € angesetzt. Der Forschungsbau für die Astroteilchenphysik unter der Sprecherschaft von Prof. Dr. Stefan Funk soll auf dem Erlanger Südgelände unmittelbar benachbart zu den Instituten des Departments Physik und zum Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts entstehen. Der Bau ist für rund 150 Nutzerinnen und Nutzer entworfen und soll Anfang 2022 bezugsfertig sein. Er wird eine exzellente Forschungsinfrastruktur für die Forschung in der Astroteilchenphysik bereitstellen, die an der FAU im Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) gebündelt ist.

Astroteilchenphysik ist ein hochaktuelles Forschungsfeld. In diesem werden Fragen, Erkenntnisse und Methoden von Elementarteilchenphysik, Astrophysik und Kosmologie interdisziplinar zusammengeführt. Die Astroteilchenphysik wirkt auch z. B. durch Technologietransfer in andere Disziplinen hinein. Zentrale Themen der Astroteilchenphysik sind der Ursprung höchstenergetischer Teilchen im Universum, Natur und Eigenschaften der dunklen Materie sowie Fragen der Elementarteilchenphysik, die durch Messung von Teilchen aus dem Universum beantwortet werden.

Institut für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor als Schlüsselelement (ICB) an der Universität Würzburg

Das Institut für nachhaltige Chemie und Katalyse mit Bor als Schlüsselelement (ICB) an der Universität Würzburg ist als Forschungsneubau mit einer Nutzfläche von rund 1.390 m2 geplant. Die Gesamtkosten liegen bei rund 19,4 Mio. €. Das Institut wird am Campus Hubland Süd errichtet. In dem Institut wollen die international renommierten Professoren Holger Braunschweig und Todd Marder ein international führendes Kompetenzzentrum mit dem Fokus auf der Chemie des Elements Bor und dessen Einsatz zur Lösung gesellschaftlich bedeutender Fragestellungen bei Ressourcenschonung und Energie aufbauen. Das Element Bor ist aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften von wachsender Bedeutung für die moderne Synthesechemie und die Materialwissenschaften. So ist Bor in der organischen Synthese nahezu universell einsetzbar, beispielsweise um neue chemische Verbindungen zu knüpfen. Deshalb sind borhaltige chemische Verbindungen sowohl im Bereich großchemischer Prozesse wie auch für die Synthese von Feinchemikalien für pharmazeutische und medizinische Anwendungen von größter und wachsender Bedeutung.

Weitere Informationen

Vorlese-Funktion