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Statistisches und Lernmittel

Informationen zum Einsatz von Integrationshelfern

Einzelintegration im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Informationen zum Einsatz von Integrationshelfern

 

Der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und der Präsident des Verbandes der bayerischen Bezirke, Manfred Hölzlein, haben am 1.12.2008 in München "Gemeinsame Empfehlungen" zum Einsatz von Integrationshelfern an Grund- und Hauptschulen vorgestellt. Integrationshelfer unterstützen Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, die die Regelschule besuchen.

"Mit den erstmals vereinbarten 'Gemeinsamen Empfehlungen' stärken wir die Einzelintegration von Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung", betonte Kultusminister Dr. Spaenle im Rahmen eines Besuchs der Grundschule an der Ittlingerstraße und der Otto-Steiner-Schule München (Förderzentrum). Er ergänzte: "Die Empfehlungen geben Schulen, Einrichtungen der Sozialhilfe und Erziehungsberechtigten notwendige Informationen an die Hand und sorgen für mehr Transparenz." Wann kann ein Integrationshelfer eingesetzt werden, welche Aufgaben erfüllt er und wer übernimmt die Kosten? Diese und andere Fragen werden beantwortet - eine wichtige Hilfe für die Betroffenen und ein wichtiger Baustein für eine weitere gute Zusammenarbeit zwischen Kultusministerium und Bezirken.

Kultusminister und Verbandspräsident zogen gemeinsam das Fazit: "Es ist wichtig, dass wir zugunsten der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung einen intensiven Dialog auf staatlicher und bezirklicher Ebene führen. Nur gemeinsam können wir Schule so gestalten, dass wir für jedes Kind den richtigen Weg finden und ermöglichen."
Der bayerische Weg heißt "Integration durch Kooperation". Regelschulen und Förderschulen arbeiten in verschiedenen Modellen zusammen, um Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf bestmöglich zu unterstützen.

Handreichung für den Aufbau eines schulinternen Konzepts zur Stärkung sozialer Kompetenzen

Soziales Lernen in der Mittelschule

„Soziales Lernen in der Mittelschule“ basiert auf dieser Vereinbarung zwischen dem Bayerischen Kultusministerium und der Bayerischen Wirtschaft. Der Leitfaden fokussiert die dort geforderten Sozialkompentenzen, beschreibt systematisch 14 Handlungsfelder rund um die Merkmale der Ausbildungsreife und zeigt strukturierte Zielsetzung für soziales Lernen auf. Mit erprobten Beispielen und konkreten Hinweisen auf vorhandene Materialien bietet er Anregungen für eine kreative Gestaltung von Unterricht zu diesem Thema. So ermutigt er alle Lehrkräfte, ihre Erziehungsaufgabe bewusst wahrzunehmen und die Vermittlung sozialer Kompetenzen ebenso fundiert und planvoll anzugehen wie die Vermittlung von fachlichem Wissen und Können.

Vorbereitungsklassen

Ihr Kind kann, sofern es nicht im Mittlere-Reife-Zug ist, aber dennoch das Potenzial für einen mittleren Schulabschluss hat, an einigen Mittelschulen nach dem qualifizierenden Abschluss der Mittelschule (Durchschnittsnote von mindestens 2,5) in zwei zusätzlichen Schuljahren (Vorbereitungsklasse 1 und 2) den mittleren Schulabschluss an der Mittelschule erreichen.
Zum Schuljahr 2012/13 wurde das Angebot der Vorbereitungsklassen als Regelangebot in das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen aufgenommen.

Kooperation der Mittelschule mit der Wirtschaftsschule

Um die Aussichten der Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern, gibt es die Möglichkeit der Kooperation zwischen der bayerischen Mittelschule sowie der drei- bzw. vierjährigen Form der Wirtschaftsschule.

Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu

Wie stehen die Wirtschaftsschule und die bayerische Mittelschule zueinander?

Für die Weiterentwicklung der Hauptschule war die Intensivierung des Praxisbezugs und der Berufsorientierung besonders bedeutsam. So entstanden im Rahmen der früheren Hauptschulinitiative immer wieder Modelle, die sich am Bildungskonzept der Wirtschaftsschule orientiert haben. Grund hierfür ist, dass sich den Absolventen der Wirtschaftsschule gerade im Bereich Wirtschaft und Verwaltung nachweislich beste Chancen auf dem Ausbildungsstellenmarkt eröffnen.

Das Konzept der bayerischen Mittelschule gründet auf den Erfahrungen der Hauptschulinitiative. Die Mittelschule weist daher folgende Merkmale auf:

  • drei berufsorientierende Zweige: Technik, Wirtschaft, Soziales,
  • ein Ganztagsangebot,
  • ein Angebot, das zum mittleren Schulabschluss führt auf dem Niveau der Real- und Wirtschaftsschule.

Letztgenanntes Merkmal legt eine Partnerschaft mit der Wirtschaftsschule nahe, und es ist möglich, das bewährte und traditionsreiche Bildungsangebot der Wirtschaftsschule im Original in das Konzept der Mittelschule einzupassen.

Die bayerische Wirtschaftsschule ist in der deutschen Bildungslandschaft eine Besonderheit. Sie ist die einzige berufliche Schule, die im Sekundarbereich I angesiedelt ist. Das Bildungsangebot der Wirtschaftsschule verbindet eine solide Allgemeinbildung mit einer praxisnahen kaufmännischen Grundbildung, die den Schülern beispielsweise durch die Fächer „Betriebswirtschaftliche Steuerung und Kontrolle“ und „Übungsunternehmen“ kompetenzorientiert und fächerübergreifend vermittelt wird. Zudem führt die Wirtschaftsschule zum mittleren Schulabschluss. Mit diesem Bildungsangebot und dem eingeführten Markennamen kann die Wirtschaftsschule zu einer attraktiven Partnerin der neuen bayerischen Mittelschule werden.

Was ist das Ziel der Kooperationen?

Eine Kooperation zwischen Mittelschule und Wirtschaftsschule soll das bestehende bayerische Schulsystem weiterentwickeln, indem beispielsweise die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen beider Schularten verbessert und die Zahl der mittleren Schulabschlüsse erhöht wird. Dabei besteht das wichtigste Ziel darin, die Chancen der Jugendlichen auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu verbessern. Dies kann durch die berufliche Kompetenz der Lehrkräfte an Wirtschaftsschulen und deren Marktkenntnis besonders effektiv gelingen. Mittelschülerinnen und -schüler, die einen Ausbildungsberuf im Bereich Wirtschaft und Verwaltung anstreben, können so gezielt, begabungsgerecht und profilorientiert gefördert werden.

Von diesem Kooperationsmodell können beide Schularten gleichermaßen profitieren: die Mittelschule, weil durch die Kooperation mit der Wirtschaftsschule für ihre leistungsstarken Schülerinnen und Schüler mit wirtschaftlicher Orientierung ein zusätzliches Angebot eröffnet wird, das von der Wirtschaft besonders geschätzt wird; die Wirtschaftsschule, weil sich der erfolgreiche Markenname dieser Schulart weiter verbreiten wird.
 

Die Kooperationen entstehen durch die Neugründung von Wirtschaftsschulen in den Räumen der Mittelschule bzw. durch die Einrichtung von Klassen der drei- (Jahrgangsstufen 8 bis 10) bzw. vierstufigen Form (Jahrgangsstufen 7 bis 10) durch bestehende Wirtschaftsschulen in den Räumen der Mittelschule. Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler, die beispielsweise die Jahrgangsstufe 8 oder 9 der Mittelschule besuchen, gezielt individuell gefördert werden, sodass sie auch in die Jahrgangsstufe 9 oder 10 des Kooperationsmodells Mittelschule und Wirtschaftsschule übertreten können, wenn sie die entsprechenden Aufnahmebedingungen erfüllen.

Darüber hinaus bieten sich weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit, wie einige Beispiele verdeutlichen: So könnten interessierte Mittelschüler an profilbildenden Unterrichtsangeboten der Wirtschaftsschule (z. B. der Übungsunternehmen) partiell teilnehmen und ein entsprechendes Zertifikat erwerben. Auch außerhalb des Unterrichts ist eine Zusammenarbeit denkbar, wenn Fachräume und Sportanlagen gemeinsam genutzt werden und die Ausgestaltung des Schullebens miteinander erfolgt. Mittelschule und Wirtschaftsschule können zusammen Intensivierungskurse konzipieren und anbieten, z. B. zur Deutschförderung, in musischen Fächern und im Bereich Sport sowie in Wahlfächern.

Was sind die Grundzüge der Kooperationen?

Für das Kooperationsmodell sind folgende Aspekte wesentlich:

Allgemeine Aspekte

Beide Schularten - Mittelschule und Wirtschaftsschule - bleiben beim Kooperationsmodell eigenständig. Berufliche Partnerschule kann eine bereits bestehende Wirtschaftsschule oder eine neu zu gründende Wirtschaftsschule sein, die dann mit einer Berufsschule organisatorisch verbunden ist. In beiden Fällen wird die Wirtschaftsschulklasse in den Räumen der Mittelschule betrieben.

Der Einzugsbereich der Klassen der Wirtschaftsschulen, die im Gebäude derMittelschule angesiedelt sind, reicht über den Sprengel der Mittelschule hinaus. Für die Schülerbeförderung ist der nach dem Gesetz über die Kostenfreiheit des Schulwegs bezeichnete Aufgabenträger zuständig.

Schulorganisatorische Aspekte

Die Wirtschaftsschulklasse im Gebäude der Mittelschule wird nach der Schulordnung für Wirtschaftsschulen (WSO) geführt, sodass ihre Schüler der Wirtschaftsschule angehören. In die Wirtschaftsschulklasse kann aufgenommen werden, wer die Aufnahmebedingungen für die drei- bzw. vierstufige Wirtschaftsschule erfüllt oder die Zugangsvoraussetzungen nach der Mittelschulordnung für die Aufnahme in die M-7 des M-Zuges der Mittelschule vorweisen kann.


Der Unterricht in der Wirtschaftsschulklasse im Gebäude der Mittelschule wird nach den entsprechenden Lehrplänen der Wirtschaftsschule sowohl von Lehrern der Mittelschule als auch der Wirtschaftsschule erteilt. Dabei orientiert sich der Einsatz der Lehrkräfte nach dem beruflichen Bezug der Fächer. Die wirtschaftskundlichen Fächer werden von Lehrkräften der beruflichen Schule im Rahmen ihrer entsprechenden Lehrbefähigungen unterrichtet. Lehrkräfte der Mittelschule werden in den allgemein bildenden Fächern eingesetzt, vorausgesetzt, dass das Fach, in dem sie eingesetzt werden sollen, ihrem studierten Unterrichtsfach entspricht.

Den Kooperationen liegt folgende Stundentafel mit Lehrereinsatz zugrunde:

Welchen Schularten nützt die Partnerschaft?

Die beteiligten Schularten können aus dem Kooperationsmodell gleichermaßen Nutzen ziehen.

Mittelschule

Die Stärkung der Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen beider Schularten und das Angebot eines wohnortnahen Wirtschaftsschulabschlusses steigert die Attraktivität der Mittelschule und somit des Mittelschulstandortes. Die Schülerinnen und Schüler können in ihrem vertrauten Umfeld, in ihrer gewohnten Schulfamilie verbleiben, und ein Teil der Lehrkräfte steht als Bezugsperson im Lern- und Erziehungsprozess weiterhin zur Verfügung. Hinzu kommt, dass sich durch dieses zusätzliche Angebot eines mittleren Schulabschlusses "vor Ort" der oftmals von den Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler der Grundschule empfundene Übertrittsdruck deutlich reduzieren dürfte.

Wirtschaftsschule

Allen Wirtschaftsschulen - unabhängig von der Trägerschaft - ist bewusst, dass die Existenz der Schulart Wirtschaftsschule letztlich an den dauerhaften Fortbestand der Mittelschule als abgebende Schulart gebunden ist. Darüber hinaus ist den Wirtschaftsschulen daran gelegen, dass sich ihr traditionsreiches "Erfolgsmodell" weiterverbreitet und in der sich ändernden Schullandschaft zukunftssicher gemacht wird. Dies geschieht auch dadurch, dass vermehrt Beratungen zum Besuch der Wirtschaftsschule durch die Grund- und Mittelschule zu erwarten sind. Selbst Wirtschaftsschulen, die nicht am Kooperationsmodell beteiligt sind, dürften davon mittelbar profitieren.

Berufsschule

Für die Berufsschulen ist diese Kooperation ebenfalls vorteilhaft, da sie als aufnehmende Schulart vermehrt Schüler mit profunden kaufmännischen Vorkenntnissen erhalten werden. Davon abgesehen dürfte sich durch die intensivierte Zusammenarbeit der Mittelschule mit der Berufsschule, die über professionelle Kontakte zum örtlichen Ausbildungsstellenmarkt verfügt, die Anzahl der "Jugendlichen ohne Ausbildungsverhältnis (JoA)" fühlbar vermindern.

An welchen Standorten gibt es das Kooperationsmodell Mittelschule und Wirtschaftsschule?

  • Oberbayern
    • Mittelschule Burgkirchen a. d. Alz und Staatliche Berufsschule Altötting
    • Mittelschule Freilassing an der Martin-Luther-Straße und Staatliche Berufsschule Berchtesgadener Land
    • Mittelschule Oberhaching und Staatliche Wirtschaftsschule München
  • Niederbayern
    • Mittelschule Abensberg und Staatliche Berufsschule Kehlheim
  • Oberpfalz
    • Mittelschule Neumarkt an der Woffenbacher Straße und Staatliche Berufsschule Neumarkt i. d. Opf.
    • Mittelschule Wackersdorf und Staatliche Berufsschule Schwandorf
  • Oberfranken
    • Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg und Staatliches Berufliches Schulzentrum Kulmbach
  • Mittelfranken
    • Mittelschule Bad Windsheim und Staatliche Wirtschaftsschule Bad Windsheim
    • Mittelschule Lauf a. d. Pegnitz I und Staatliche Berufsschule Nürnberger Land
    • Mittelschule Greding und Staatliche Berufsschule Eichstätt
  • Unterfranken
    • Mittelschule Hammelburg und Staatliche Wirtschaftsschule Bad Neustadt
  • Schwaben
    • Mittelschule Pöttmes und Berufliche Schulen Wittelsbacher Land, Staatliche Berufsschule Aichach-Friedberg

Kooperation von Mittelschule und Realschule

Schüler können ihre Potentiale besonders dann ausschöpfen, wenn ihnen ein hohes Maß an Individualität in ihren Lernprozessen ermöglicht wird. Dieser Erkenntnis wurde und wird in Bayern Rechnung getragen, indem ein begabungsgerechtes, breit gefächertes Bildungsangebot bereitgehalten und kontinuierlich weiterentwickelt wird. In diesen Kontext war das Modellvorhaben „Kooperation zwischen Mittelschule und Realschule“ eingebettet, das mit Ablauf desSchuljahres 2015/16 endete. Bestehende Kooperationen können fortgeführt werden. Neue Kooperationen werden unterstützt, sofern sie auf einem schlüssigen Konzept beruhen.

Die Kooperationen zwischen Mittelschulen und Realschulen sind vor allem darauf angelegt, begabungsgerechte individuelle Bildungswege zu fördern.

Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu

Was ist das Ziel der engeren Zusammenarbeit?

Die Kooperationsformen zwischen Mittelschulen und Realschulen unterstützen begabungsgerechte Bildungsbiographien. Konkret können z. B. folgende Ziele in den Fokus genommen werden:

  • Erleichterung des Übertritts von der Jahrgangsstufe 5 bzw. 6 der Mittelschule in die Jahrgangsstufe 6 bzw. 7 der Realschule durch von beiden Partnerschulen gestaltete Intensivierungskurse (Reduzierung der Übergänge von Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule nach Jahrgangsstufe 5 der Realschule)
  • Systematische Vorbereitung der Realschülerinnen und Realschüler, die als Externe den qualifizierten Abschluss der Mittelschule anstreben
  • Stabilisierung schwächerer Realschüler an den Realschulen
  • Erhöhung der Zahl der mittleren Schulabschlüsse
  • Förderung schwächerer Mittelschüler zur Sicherung der Ausbildungsreife
  • Senkung der Zahl der Schüler ohne Abschluss der Mittelschule
  • Zusammenarbeit in Schulorganisation und Fortbildungswesen

Was sind die Rahmenbedingungen der Kooperation?

Mittelschulen und Realschulen sind eigenständige Schularten, die gemäß ihrem jeweiligen Bildungsauftrag Schüler mit unterschiedlichen Begabungspotenzialen ansprechen. Kooperationen zwischen den genannten Schularten finden in unterschiedlichsten Ausprägungen statt und erstrecken sich oft auf schulorganisatorische Bereiche wie Mittagsbetreuung oder die Nutzung von schulischer Infrastruktur wie z. B. Sportanlagen.

Die Zusammenarbeit zwischen Schulen beider Schularten kann im Interesse der jeweiligen Schülergruppen intensiviert werden. Die Kooperationen müssen sich dabei an folgenden grundlegenden Rahmenbedingungen orientieren:

Anforderungen an die Schulen

  • Die Partner liegen in räumlicher Nähe und müssen mindestens zweizügig sein. Es können auch Mittelschulen oder -verbünde teilnehmen.
  • Die Intensivierung der Kooperationen erfolgt im Einvernehmen mit den betroffenen Landkreisen, Gemeinden, Schulen und Eltern.
  • Soweit die Durchführung der Kooperationen mit einer noch zu gründenden Realschule angestrebt wird, ist der zuständige Ministerialbeauftragte für die Realschulen hinzuzuziehen. Dieser prüft das Kooperationsmodell und stellt gegebenenfalls das Einvernehmen für die Realschulseite her. Er kann die Aufgabe an eine Realschule in seinem Zuständigkeitsbereich übertragen.

Anforderungen an das Kooperationskonzept

Bei der konzeptionellen Ausgestaltung vor Ort sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Die Eigenständigkeit der beiden Schulen/Schularten bleibt gewahrt. Jeder Schüler muss auch im Rahmen der Kooperation wissen, welcher Schulart und Schule er angehört.
  • Ein wechselseitiger Pflichtunterricht ist nicht Bestandteil der Ausschreibungsbedingungen. Im Rahmen der Förder- und Intensivierungsangebote zur Ergänzung des Unterrichts in den Pflichtfächern sowie in den Wahlangeboten ist jedoch wechselseitiger Unterricht ausdrücklich erwünscht.
  • Die Zusammenarbeit erstreckt sich z. B. auf Intensivierungskurse in den Kernfächern und weitere Angebote wie z.B. im musischen Bereich, Sport, Wahlfächer, Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Praxismaßnahmen entsprechen dem üblichen Ganztagsprogramm.
  • Einbezogen werden außerdem die außerunterrichtliche Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit bei der Nutzung von Fachräumen und Sportanlagen und im sonstigen Schulleben.

An welchen Standorten kooperieren Mittelschulen mit Realschulen?

Mittelschulen mit Realschulen arbeiten z. B. an folgenden Standorten zusammen, wobei sich die jeweiligen Kooperationsformen stets an den individuellen Gegebenheiten vor Ort orientieren:

  • Maria-Caspar-Filser-Schule, Mittelschule Brannenburg + Dientzenhofer-Schule, Staatliche Realschule Brannenburg
  • Mittelschule Rottach-Egern + Staatliche Realschule Gmund
  • Mittelschule Poing + Staatliche Realschule Poing
  • Mittelschule München am Gotzinger Platz + Städtische Maria-Probst-Realschule München
  • Mittelschule Karlsfeld + Dr. Josef Schwalber-Schule - Staatliche Realschule Dachau
  • Mittelschule Murnau + Staatliche Realschule Murnau
  • Mittelschule Oberding + Staatliche Realschule Oberding
  • Mittelschule Odelzhausen + Staatliche Realschule Odelzhausen
  • Franziska-Hager-Mittelschule Prien + Staatliche Realschule Prien
  • Mittelschule Kemnath + Staatliche Realschule Kemnath
  • Mittelschule Waldsassen und Realschule im Stiftland – Staatliche Realschule für Knaben – Waldsassen
  • Mittelschule Arnstorf + Staatliche Realschule Arnstorf
  • Mittelschule Mainburg + Staatliche Realschule Mainburg
  • Mittelschule Gefrees (+ Sebastian-Kneipp-Mittelschule Bad Berneck) + Jacob-Ellrod-Realschule Gefrees
  • Mittelschule Gräfenberg + Ritter-Wirnt-Schule – Staatliche Realschule Gräfenberg
  • Mittelschule Hirschaid + Staatliche Realschule Hirschaid
  • Gutenbergschule Rehau, Mittelschule + Markgraf-Friedrich-Schule – Staatliche Realschule Rehau
  • Mittelschule Langenzenn + Staatliche Realschule Langenzenn
  • Senefelder-Schule Treuchtlingen
  • Mittelschule Zirndorf + Staatliche Realschule Zirndorf
  • Mittelschule Hofheim + Jacob-Curio-Realschule – Staatliche Realschule Hofheim
  • Mittelschule Höchberg + Leopold-Sonnemann-Realschule – Staatliche Realschule Höchberg
  • Mittelschule Bad Brückenau + Staatliche Realschule Bad Brückenau
  • Staatliche Mittelschule Babenhausen + Staatliche Realschule Babenhausen
  • Mittelschule Kempten (Wittelsbacher Schule) + Staatliche Realschule Kempten a. d. Salzstraße
  • Mittelschule am Lechrain Aindling + Staatliche Realschule Affing
  • Anton-Sturm-Mittelschule Füssen + Johann-Jakob-Herkomer-Schule, Staatliche Realschule Füssen

Welche pädagogischen Maßnahmen gibt es?

Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit der Schularten gestaltet sich durchaus vielfältig. Art und Anzahl der Angebote variieren. So dienen gemeinsame Intensivierungskurse bzw. Übungen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch für schwächere Realschüler und stärkere Mittelschüler nicht nur einer Stärkung der Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen beider Schularten, sondern auch einer gezielten individuellen Förderung der Schüler. Auf diese Weise wird insbesondere auch ein Übertritt von geeigneten Mittelschülern an die Realschule nach der Gelenkjahrgangstufe 5 gefördert. Gemeinsame Vorbereitungskurse für den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule zielen auf eine systematische Vorbereitung der Realschüler, die den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule als externe Prüflinge anstreben. Darüber hinaus werden gemeinsame berufsorientierende Projekte, Arbeitsgemeinschaften und/oder Berufsinformationsveranstaltungen jeweils in Kooperation mit bzw. unter der Leitung der heimischen Wirtschaft angeboten. Auch in dem immer wichtiger werdenden Handlungsfeld „Sicherung der Selbst- und Sozialkompetenz“ gibt es gemeinsame Maßnahmen, etwa zur Gewaltprävention, Streitschlichtung und zum Anti-Mobbing. Schließlich gibt es ein breites Spektrum an gemeinsamen Angeboten der Partnerschulen im Bereich der offenen Ganztagsangebote sowie in gemeinsamen Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Theater, Sport und Musik.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Partnern?

Die gemeinsamen pädagogischen Maßnahmen werden zumeist von gemeinsamen Lehrerkonferenzen und -fortbildungen sowie einem Austausch auf der Ebene der Elternbeiräte begleitet.

Welchen Nutzen hat das Kooperationsmodell vor Ort?

Bei den Rückmeldungen überwiegen eindeutig positive Resonanz und Lob. Dabei werden die Verbreiterung des Bildungsangebotes, die Verbesserung der Fördermöglichkeiten, Erhöhung der Teilnehmerquote externer Realschüler am qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, die Verbesserung der Transparenz der Übertrittsmöglichkeiten, das gemeinsame Schulleben und der damit verbundene Abbau von etwaigen Vorurteilen zwischen den Schülern beider Schularten, aber auch eine erhöhte Motivation der Schüler beider Schularten genannt. Ergänzend wird zudem die Verbesserung des Austauschs auf Lehrerseite angeführt.

Die hohe Bandbreite der Ausgestaltung der verschiedenen Kooperationen verdeutlicht, dass die Kooperationspartner ihre Freiräume nutzen, um unter Berücksichtigung der konkreten Gegebenheiten vor Ort individuelle Modelle für eine Kooperation zu entwickeln.

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