Politische Bildung Antisemitismus hat an Bayerns Schulen keinen Platz

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (Mitte) im Gespräch mit dem Ehepaar Mansour
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (Mitte) im Gespräch mit dem Ehepaar Mansour

Dem Antisemitismus keine Chance geben: Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Ahmad Mansour betonen die Bedeutung von Aufklärungsarbeit und Antisemitismusprävention an Bayerns Schulen. 

Kultusminiser Prof. Dr. Michael Piazolo machte es gleich zu Beginn Pressegesprächs am 19. Januar 2023 unmissverständlich deutlich: „Antisemitismus hat an unseren Schulen keinen Platz, ganz gleich in welcher Form.“ Die Thematik ist aktuell und hat an Dynamik zuletzt noch zugenommen, denn noch immer sehen sich Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland Vorurteilen, verbalen Entgleisungen oder körperlichen Aggressionen ausgesetzt.

Um zu zeigen, welche Wege die bayerischen Schulen in ihrem Einsatz gegen Antisemitismus gehen, hatte Piazolo gemeinsam mit dem deutschlandweit bekannten Psychologen und Extremismusexperten Ahmad Mansour heute Journalistinnen und Journalisten nach München geladen. Kultusminister Piazolo betonte im Pressegespräch: „Unsere Schulen haben aufgrund ihrer Bedeutung und ihrer Reichweite eine ungeheure Chance und auch eine Verpflichtung, präventiv tätig zu sein und wertvolle Aufklärungsarbeit gegen jedwede Form des Extremismus zu leisten. Deshalb sind politische Bildung sowie eine beständige Präventionsarbeit selbstverständliche Bestandteile von Unterricht und Schulleben. Ziel ist es, alle jungen Menschen für die Bedeutung von Demokratie und Werten zu begeistern und sie darin zu stärken, für eine offene Gesellschaft ohne Vorurteile und Ressentiments einzustehen. In diesem Sinne danke ich Herrn Mansour und seinem Team von ‚MIND prevention‘ sehr für ihre beständige Präventionsarbeit und ihren engagierten Einsatz gegen antisemitische und extremistische Einstellungen.“

Ahmad Mansour, der im Rahmen seiner Initiative „MIND prevention“ eng mit der bayerischen Staatsregierung zusammenarbeitet, unterstreicht ebenfalls: „Antisemitismus ist ein gesellschaftsübergreifendes Problem. Auch sind die Risikofaktoren für eine Radikalisierung herkunftsunabhängig. Die Zugänge und Prägungen unterscheiden sich allerdings. In unseren Programmen sollen sich Menschen begegnen, sich miteinander auf Augenhöhe austauschen und so in die Rolle anderer schlüpfen können. Durch die veränderten Perspektiven wächst Empathie für den anderen. Für junge Menschen, die aus autoritären Staaten zu uns kommen, in denen Antisemitismus und die Ablehnung des Staates Israels zur Staatsräson gehört, ist diese Auseinandersetzung ein wesentlicher Schritt auch emotional anzukommen. Der Freistaat Bayern nimmt seine Verantwortung sehr ernst, Antisemitismus zu bekämpfen. Es freut mich sehr, dass mein Team und ich in dieser Aufgabe unterstützen dürfen.“

„ReThink“, „ReAct“ und „ReMember“

Die drei Programme „ReThink“, „ReAct“ und „ReMember“, die in enger Zusammenarbeit zwischen „MIND prevention“, der von Mansour und seiner Frau gegründeten Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention, und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus entstanden sind, stellen ein besonders gelungenes Projektbeispiel für die Antisemitismusprävention in bayerischen Schulen dar. Sie sind zudem fester Bestandteil des Bayerischen „Gesamtkonzepts Jüdisches Leben und Bekämpfung des Antisemitismus“. „ReThink“ richtet sich dabei in erster Linie an Jugendliche mit Migrations- oder Fluchthintergrund, die aus muslimisch und/oder patriarchal geprägten Strukturen stammen. Ziel von „ReThink“ ist es, die jungen Menschen darin zu unterstützen, die eigenen Einstellungen und Weltbilder kritisch hinterfragen zu können. Dafür erweist sich die Methode des Rollenspiels als besonders geeignet: Von den Trainern werden für die Jugendlichen meist typische Alltagssituationen nachgespielt. Durch die Beobachtung im geschützten Raum des Klassenzimmers kann es den Jugendlichen dann gelingen, über bislang unreflektierte Stereotype, die ihr Leben bewusst oder unterbewusst prägen, nachzudenken und diese im Idealfall aufzubrechen. Ergänzt wird das Programm durch das Fortbildungsangebot „ReAct“, das sich gezielt an Lehrkräfte wendet und diesen die Methoden von „ReThink“ vermittelt. „ReMember“ stellt ein weiteres Projekt für Schülerinnen und Schüler dar, in dessen Zentrum die interkulturelle Auseinandersetzung mit der Shoa und ihrer historischen Bedeutung steht.

Die verschiedenen Programme erfreuten sich bayernweit großer Beliebtheit und so verdeutlicht Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo abschließend: „Wir möchten allen jungen Menschen, ganz gleich ob mit oder ohne Migrationshintergrund, vermitteln: Demokratie und Menschenwürde sind das Fundament unseres Landes. Sie sind keine Selbstverständlichkeit, sondern sie müssen immer wieder aufs Neue eingefordert werden. Dafür stehen wir als Freistaat und dafür setze ich mich auch ganz persönlich mit voller Kraft ein.“

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