Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ 2022 Schülerinnen und Schüler beweisen rhetorisches Geschick

Die bayerischen Landessiegerinnen überzeugten bei „Jugend debattiert
Die bayerischen Landessiegerinnen überzeugten bei „Jugend debattiert" mit rhetorischer Raffinesse und guten Argumenten

Brillante rhetorische Fähigkeiten und großes gesellschaftspolitisches Interesse beim Landesfinale „Jugend debattiert“ 2022: Junge Rednerinnen aus Lohr, München und Haar hatten die besten Argumente – Kultusstaatssekretärin Anna Stolz gratuliert und wünscht viel Erfolg beim Bundeswettbewerb.

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz
Kultusstaatssekretärin Anna Stolz

Eine gute Debatte lebt von Respekt und Wertschätzung. Wer auch in hitzigen Debatten bestehen will, der sollte kühlen Kopf bewahren sowie klug und besonnen argumentieren. Kultusstaatssekretärin Anna Stolz kennt dies alles nur allzu gut aus dem politischen Tagesgeschäft. Am 9. Mai schlüpfte die Staatssekretärin einmal von der Regierungsbank in die Rolle der Zuschauerin und zeigte sich beeindruckt vom rhetorischen Geschick der bayerischen Schülerinnen und Schüler beim Landesfinale von „Jugend debattiert“: „Ob Familien- oder Energiepolitik: Die Rednerinnen und Redner hatten sehr kluge Ideen und haben sehr schlüssig die wichtigen Fragen unserer Zeit miteinander erörtert. Die Debatten waren dabei so, wie sie sein sollen: Lebendig, spannend, stets auf Augenhöhe und mit großer Leidenschaft. Das finde ich großartig und dazu möchte ich allen Schülerinnen und Schülern ganz herzlich gratulieren.“

Das Landesfinale von „Jugend debattiert“ wurde coronabedingt zum zweiten Mal in virtueller Form ausgetragen. In zwei Altersgruppen beschäftigten sich die Jugendlichen der 8. bis 10. Jahrgangsstufe in diesem Jahr mit der Frage „Soll in Deutschland für Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, ein verpflichtender Elternführerschein eingeführt werden?“ und die Schülerinnen und Schüler der 10. bis 13. Jahrgangsstufe mit der Aufgabenstellung „Soll Deutschland in die friedliche Nutzung der Kernenergie wieder einsteigen?“

Anna Stolz nutzte die Gelegenheit und hob in einem Redebeitrag zudem die Bedeutung des Wettbewerbs hervor: „‚Jugend debattiert‘ begeistert die Schülerinnen und Schüler schon seit vielen Jahren. Auch heute haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezeigt, dass sie über viele Fertigkeiten verfügen, die ihnen im späteren Leben von Nutzen sein werden: Klar Stellung beziehen, mit Kritik umgehen können, über sicheres Auftreten verfügen und klar und fachlich argumentieren. Den heutigen erst- und zweitplatzierten Preisträgerinnen, die sich unter 20.000 in ganz Bayern durchgesetzt haben, wünsche ich viel Erfolg und Energie für den Bundeswettbewerb in Berlin. Ich bin überzeugt, dass sie Bayern würdig vertreten werden.“

Die Kultusstaatssekretärin dankte zudem allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern für ihr Engagement und würdigte dabei auch den Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer, die die Jugendlichen bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb begleitet und unterstützt haben.

Ilse Aigner, Schirmherrin des Wettbewerbs und Präsidentin des Bayerischen Landtags, betonte: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ‚Jugend debattiert‘ wissen sich mit Themen aus den unterschiedlichsten politischen Bereichen auseinanderzusetzen, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und sich schließlich ein Urteil zu bilden. Sie haben gelernt, ihren Standpunkt sprachlich gewandt und argumentativ geschickt darzulegen und ihre Position klar, überzeugend und selbstbewusst zu vertreten. Unsere Gesellschaft und unsere Demokratie braucht Menschen wie sie – Menschen, die erfahren haben und wissen, wie wichtig eine positiv verstandene Streitkultur und das Ringen mit Argumenten um die beste Lösung sind! Ich danke allen Schülerinnen und Schülern, die mitgemacht haben, den Siegerinnen und Siegern gratuliere ich herzlich und den Finalteilnehmerinnen wünsche ich viel Erfolg auf Bundesebene!“

Schülerinnen und Schüler überzeugten durch rhetorisches Geschick

In der Altersgruppe 8. bis 9./10. Jahrgangsstufe trat Anka Fahrbach vom Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium Lohr zur Frage „Soll in Deutschland für Eltern, die ihr erstes Kind erwarten, ein verpflichtender Elternführerschein eingeführt werden?“ überzeugend auf und konnte die Debatte für sich entscheiden.

Marlena Thiel vom Ernst-Mach-Gymnasium Haar argumentierte in der Altersgruppe 10./11. bis 13. Jahrgangsstufe bei der Frage „Soll Deutschland in die friedliche Nutzung der Kernenergie wieder einsteigen?“ eindrucksvoll und wurde ebenfalls Landessiegerin.

Die beiden Erstplatzierten des Landesfinales vertreten gemeinsam mit den Zweitplatzierten jeder Altersstufe den Freistaat Bayern bei den Bundesfinaltagen von „Jugend debattiert“ vom 16. - 19. Juni 2022. Als Auszeichnung für ihre Leistung und zur Vorbereitung auf das Bundesfinale erhalten die Gewinnerinnen ein fünftägiges professionelles Rhetorik-Training. An dem Seminar nehmen auch die Siegerinnen und Sieger der anderen Bundesländer teil.

Die Finalistinnen und Finalisten im Landeswettbewerb „Jugend debattiert“ in Bayern 2022:

Debatte Altersgruppe 1 (Jahrgangsstufen 8 bis 9/10):
1. Platz: Anka Fahrbach, Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium Lohr
2. Platz: Veronika Seidel, Oskar-von-Miller-Gymnasium München
3. Platz: Carolin Ruppert, Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium Amberg
4. Platz: Annalena Stangl, Gymnasium Kirchseeon

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 10/11 bis 13):
1. Platz: Marlena Thiel, Ernst-Mach-Gymnasium Haar
2. Platz: Emily Binding, Pestalozzi-Gymnasium München
3. Platz: Maria Pacurariu, Melanchton-Gymnasium Nürnberg
4. Platz: Benjamin Reiser, Gymnasium Gröbenzell

Struktur des Wettbewerbs

Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ findet auf Schul-, Regional-, Landes- und Bundesebene statt. Die Vorbereitung der Jugendlichen auf den Wettbewerb erfolgt an den Schulen im Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften.

Bei den Debatten treten jeweils zwei Pro- und Contra-Redner gegeneinander an. Jede Debatte dauert insgesamt 24 Minuten. In der Eröffnungsrunde hat jeder der vier Teilnehmer zwei Minuten Zeit, um seinen Standpunkt deutlich zu machen. Einer freien Aussprache von insgesamt zwölf Minuten Dauer schließen sich vier Schlussworte von je einer Minute an. Die Jury achtet bei ihrer Bewertung auf die Sachkenntnis, das Ausdrucksvermögen, die Gesprächsfähigkeit und die Überzeugungskraft der Redner.

Trotz der noch immer pandemiebedingten Sondersituation haben im laufenden Schuljahr in ganz Bayern über 100 Schulen (Realschulen, Gymnasien und FOS/BOS) an dem Projekt teilgenommen. Dies entspricht bayernweit etwa 20.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern.

„Jugend debattiert“ ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Stiftung Mercator sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. Zudem wird „Jugend debattiert“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Der Landeswettbewerb in Bayern wird durch Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus finanziert und maßgeblich durch den Bayerischen Landtag unterstützt.

Weitere Informationen finden sich unter https://www.jugend-debattiert.de.

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