Gymnasiale Oberstufe Neue Oberstufe bietet Gymnasiasten zahlreiche Möglichkeiten zur Vertiefung

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (vorne, 4.v.r.) erläutert im Rahmen einer Pressekonferenz im Kultusministerium die neue gymnasiale Oberstufe gemeinsam mit Walter Baier (Landesvorsitzender der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien), Michael Schwägerl (Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes), Susanne Arndt (Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern) und Joshua Grasmüller (Landesschülersprecher) (v.l.)
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (vorne, 4.v.r.) erläutert im Rahmen einer Pressekonferenz im Kultusministerium die neue gymnasiale Oberstufe gemeinsam mit Walter Baier (Landesvorsitzender der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien), Michael Schwägerl (Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes), Susanne Arndt (Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern) und Joshua Grasmüller (Landesschülersprecher) (v.l.)

Eine Stundentafel nach individuellen Stärken: Die Reform der Oberstufe beinhaltet Vertiefungsangebote in allen Fächern. Zusätzlich wird das Fach „Politik und Gesellschaft“ gestärkt. Gleichzeitig bleibt neben den Pflichtstunden mehr Freiraum für Wahlkurse.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo betonte im Rahmen der Vorstellung der neuen Stundentafel: „Das bayerische Gymnasium behält seinen hohen Qualitätsanspruch. Mit der neuen Profil- und Leistungsstufe haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Wir sichern eine breite Allgemeinbildung und eröffnen zugleich mehr individuelle Wahlmöglichkeiten. Jeder Schüler kann künftig nach Interesse ein Leistungsfach wählen. Die Stundenzahl liegt zwei Stunden über dem Grundlagenfach. Mit bis zu fünf Wochenstunden schaffen wir mit dem Leistungsfach mehr Raum und Zeit für Vertiefung. Es freut mich sehr, dass es gelungen ist, für alle Fächer ein differenziertes Angebot zu schaffen. Weitere Wahl- und Vertiefungsmöglichkeiten bieten die Profil- und Seminarfächer.“

In der neuen Oberstufe wählen die Schülerinnen und Schüler nach ihrem jeweiligen Interesse ein Leistungsfach. Die Wochenstundenzahl im Leistungsfach liegt dabei jeweils um zwei Wochenstunden höher als die des Grundlagenfachs – im Unterricht einer Fremdsprache oder einer Naturwissenschaft bzw. der fortgeführten Informatik kommt man somit auf fünf Wochenstunden. Im Unterricht der übrigen Fächer sind es vier Wochenstunden.

Neben der individuellen Profilbildung ist damit die hohe Qualität des bayerischen Abiturs und die Vermittlung der allgemeinen Studierfähigkeit zuverlässig gesichert. Piazolo ging gemeinsam mit Vertretern der Arbeitsgruppe (AG) Oberstufe auch auf weitere fächerspezifische Neuerungen im Zuge der Reformierung der gymnasialen Oberstufe ein:

Deutsch und Mathematik von zentraler Bedeutung – neue Vertiefungskurse und Differenzierungsstunden

Die Fächer Deutsch und Mathematik sind in den Jahrgangsstufen 12 und 13 von zentraler Bedeutung und daher von allen Schülerinnen und Schülern weiterhin verpflichtend mit mindestens vier Wochenstunden zu belegen. Interessierte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können in Deutsch und Mathematik in Jahrgangsstufe 12 künftig einen Vertiefungskurs besuchen und dadurch ihr sprachliches bzw. mathematisches Profil stärken. Dieser gilt als Wahlpflichtfach. Für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler besteht in Jahrgangsstufe 13 die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis sogenannte Differenzierungsstunden in Deutsch oder Mathematik zu belegen. „Leistungsfach sowie Vertiefungskurs und Differenzierungsstunden in Deutsch und Mathematik ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine stärken- und interessensgeleitete Profilbildung in allen Fächern“, stellte auch Landesschülersprecher Joshua Grasmüller heraus. Dass das persönliche fachliche Interesse der Schülerinnen und Schüler bei der neuen Oberstufe stark im Fokus steht, zeigt sich auch bei der Wahl eines Wissenschaftspropädeutischen Seminarfaches (W-Seminar) oder bei der Wahl der Fremdsprachen, der Naturwissenschaften bzw. der Informatik.

LEV-Vorsitzende Susanne Arndt freute sich: „Die Stärkung der politischen Bildung – ein Anliegen der LEV Gymnasien – wird auch in den Jahrgangsstufen 12 und 13 konsequent im Fach ‚Politik und Gesellschaft‘ fortgesetzt. Ebenso begrüßen wir den Erhalt des W-Seminars, mit den Möglichkeiten den Schülern fächerübergreifende Angebote zur Vertiefung zu bieten und damit die Fächerpluralität in der Oberstufe zu stärken. Damit bleibt ein bewährtes Element der Wissenschaftspropädeutik erhalten.“

Sprachen, MINT und politische und digitale Bildung gestärkt

Ein wichtiges Anliegen der Arbeitsgruppe ist es, die hohe Bedeutung der Fremdsprachen und Naturwissenschaften, der digitalen und der politischen Bildung zu berücksichtigen. Auch künftig besuchen die Schülerinnen und Schüler je eine Fremdsprache bzw. Naturwissenschaft – als Leistungs- oder als Grundlagenfach – über zwei Jahre verpflichtend bis zum Abitur. Darüber hinaus wählen sie eine zweite Fremdsprache oder eine zweite Naturwissenschaft oder Informatik verpflichtend. Bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl erklärte: „In der Arbeitsgruppe haben wir jetzt einen weiteren Fortschritt erzielt. Das Mehr an Vertiefung in den Leistungsfächern ist wichtig, um die verlässliche, hohe Qualität des bayerischen Abiturs zu sichern. Als nächster Schritt müssen wir noch eine gemeinsame Lösung für die Ausgestaltung der Abiturprüfung entwickeln.“

„Wir haben in der Arbeitsgruppe ein wirklich gutes Ergebnis erreicht. Für die Direktorenvereinigung war es wichtig, dass sich die neuen Wahl- und Vertiefungsmöglichkeiten vor Ort organisatorisch umsetzen lassen. Die Schulleitungen werden bei der Stundenplangestaltung geeignete Lösungen finden“, so BayDV-Landesvorsitzender Walter Baier.

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