Mödlareuth Schülern aus Bayern, Thüringen und Sachsen erinnern an Mauerfall

1966 wurde eine 700m lange Betonsperrmauer quer durch das Dorf Mödlareuth gebaut. Weitere historische Aufnahmen finden Sie durch KLICK ins Bild
1966 wurde eine 700m lange Betonsperrmauer quer durch das Dorf Mödlareuth gebaut. Weitere historische Aufnahmen finden Sie durch KLICK ins Bild

30 Jahre Mauerfall: Bei der Eröffnung des „Freiheitcampus“ in Mödlareuth kamen Schüler aus Bayern, Thüringen und Sachsen zusammen. Sie sprachen mit Zeitzeugen über den Alltag an der innerdeutschen Grenze und die Sehnsucht nach Freiheit. ​

Das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth, die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und die Staatskanzlei Thüringen haben beim „Freiheitscampus“ Schüler aus Bayern, Sachsen und Thüringen mit Zeitzeugen in Mödlareuth zusammengebracht, um sich mit der Geschichte des Ortes, der Teilung Deutschlands, dem Alltag der Menschen diesseits und jenseits der damaligen Mauer sowie der Wiedervereinigung auseinanderzusetzen. Anlass für diese länderübergreifende Veranstaltung ist der Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren.

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz
Kultusstaatssekretärin Anna Stolz

„Wir müssen an der Einheit der Menschen in den alten und neuen Ländern weiterarbeiten. Wir dürfen aber auch die Teilung unseres Landes vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1989 nicht vergessen: Unter dieser haben viele Menschen in Deutschland, gerade auch in Bayern, Thüringen und Sachsen, gelitten.“ Dies betonte Kultusstaatssekretärin Anna Stolz bei der Eröffnung des „Freiheitscampus“ in Mödlareuth. Zu diesem kamen über 100 Schülerinnen und Schüler aus Bayern, Thüringen und Sachsen nach „little Berlin“, wie Mödlareuth aufgrund der Teilung des Ortes an der Grenze von Bayern und Thüringen genannt wurde. Etwa die Hälfte der Einwohner lebte in der freiheitlichen Demokratie in Bayern und der Bundesrepublik Deutschland, die andere Hälfte in der DDR.

„Die Schülerinnen und Schüler bauen die Gesellschaft der Zukunft. Ihre Begegnung und gemeinsame Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, der Teilung und der Wiedervereinigung sind sehr wichtig“, so die Staatssekretärin. „Mödlareuth ist dazu der ideale Ort. Der Fall des Eisernen Vorhangs wird auf dem Freigelände des Deutsch-Deutschen Museums bis heute besonders greifbar“, erklärte die Staatssekretärin mit Blick auf Teile der Grenzanlage, die dort ausgestellt sind.

Bayern investiert 5,6 Millionen Euro in das Deutsch-Deutsche Museum

„Bayern wird in den kommenden Jahren 5,6 Millionen Euro in die Erweiterung und Neugestaltung des Deutsch-Deutschen Museums investieren, damit dieses Museum mit modernsten Mitteln die Geschichte der DDR-Diktatur und die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit erlebbar machen kann. Ich bin sehr dankbar, dass die Bundesrepublik Deutschland die gleiche Summe aufwendet und sich auch der Freistaat Thüringen sowie der Zweckverband Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth mit einem namhaften Betrag beteiligen“, sagte Anna Stolz.

Die bayerischen Schüler, die an dem Freiheitscampus teilnehmen, besuchen das Reinhart-Gymnasium Hof, die Wirth-Realschule Hof und die Mittelschule Feilitzsch. Die sächsischen Schüler kommen aus Plauen, die thüringischen Schüler aus Bad Lobenstein und Hirschberg.

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