Jugend forscht Bayerische Projekte gewinnen bei Bundesfinale

Die beiden Bundessieger im Fachgebiet Chemie: Paul Kunisch und Thomas Derra vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg (v. li.)
Die beiden Bundessieger im Fachgebiet Chemie: Paul Kunisch und Thomas Derra vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg (v. li.)

Mehr als 2.000 Teilnehmer aus dem Freistaat und Auszeichnungen für neun zukunftsweisende Projekte: Beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“ schneiden bayerische Schüler hervorragend ab.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

Ob die Bekämpfung von Ölteppischen im Meer, die Berechnung von Flugbahnen per Computerprogramm, die Rotfärbung einer bestimmten Pflanzenart oder künstliche Intelligenz für jedermann: Die Bandbreite der ausgezeichneten bayerischen Projekte beim diesjährigen Bundesfinale von „Jugend forscht“ in Chemnitz ist groß und facettenreich. Kultusminister Michael Piazolo zeigte sich beeindruckt von den „herausragenden Ergebnissen“ der bayerischen Schulen beim Bundesfinale von „Jugend forscht“: „Ein zentrales Anliegen dieses Nachwuchswettbewerbs ist es, Talente zu finden und zu fördern. Es macht mich stolz, dass diese Bemühungen an den bayerischen Schulen auch in diesem Jahr so besonders erfolgreich waren.“ Der Minister bedankte sich ausdrücklich bei allen Schülerinnen und Schülern, die an dem Wettbewerb auf Landes- und Bundesebene teilgenommen haben: „Auch wenn es vielleicht nicht immer für einen der ersten Plätze gereicht hat: Mit eurem Wissensdrang und eurer Neugierde verlasst ihr die vertrauten Pfade und beschreitet gemeinsam mit euren Lehrerinnen und Lehrern neue Wege. Das erfordert Fleiß, Kreativität und auch Mut“, so der Minister an die mehr als 2.000 jugendlichen Entdecker gewandt.

Die bayerischen Bundessieger „Jugend forscht 2019“

Der 17-jährige Paul Kunisch und der 16-jährige Thomas Derra vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg gewannen den mit 2.500 Euro dotierten ersten Preis im Fachgebiet Chemie. Ihre Arbeit „Die ASA-Therapie zur Bekämpfung der Ölpest“, für die sie ein innovatives Bindemittel zur Beseitigung von Rohöl und Kohlenwasserstoffen herstellten, wurde zudem mit dem Europa-Preis ausgezeichnet. Die beiden Jungforscher dürfen sich darüber hinaus über eine Einladung zum European Union Contest for Young Scientists in Sofia freuen.

Der 20-jährige Nils Wagner von der Technischen Universität München faszinierte sich für die enorme Flugweite von Wurfgeräten wie z. B den bekannten Frisbeescheiben. Mehr als 300 Meter können diese zum Teil geworfen werden. Wagner widmete sich den Flugeigenschaften eines ähnlichen Wurfgerätes, nämlich eines dünnwandigen Hohlzylinders, für das er in einem Computerprogramm Flugbahn und Flugweite errechnete. Seine Arbeit trägt den Titel „Untersuchung fliegender Gyroskope“ und wurde mit dem ersten Preis im Fachgebiet Physik ausgezeichnet. Die Höhe des Preisgeldes liegt ebenfalls bei 2.500 Euro.

Nils Wagner (20) aus Eching errang den Bundessieg im Fachgebiet Physik mit einer Arbeit über fliegende Gyroskope
Nils Wagner (20) aus Eching errang den Bundessieg im Fachgebiet Physik mit einer Arbeit über fliegende Gyroskope

Eine ganz besondere Ehre wurde im Rahmen der Preisverleihung dem Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach zuteil: Die Schule wurde für den begehrten Sonderpreis „Jugend forscht Schule 2019“ der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland nominiert und erhielt einen 2. Preis. Mit diesem Preis werden Schulen ausgezeichnet, denen es in besonderer Weise gelingt, Schülerinnen und Schüler in den MINT-Fächern zu fördern.

Vielzahl an Einsendungen aus Bayern

Unter dem Motto „Frag nicht mich. Frag Dich!“ haben sich in diesem Schuljahr bayernweit mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler zur 54. Runde des Wettbewerbs angemeldet. Das entspricht über 16 Prozent der Gesamtteilnehmer – Bayern liegt damit bundesweit auch in diesem Jahr an der Spitze.

Wegen der hohen Anmeldezahlen stellte der Freistaat erneut das größte Teilnehmerfeld unter den 16 Ländern am Bundeswettbewerb: Elf Projekte aus Bayern konnten sich für das Bundesfinale in Chemnitz qualifizieren. Ihre Themen reichten von der Erstellung eines Analyserasters zur Bewahrung der ökologischen Vielfalt des Waldes bis hin zum Programmieren einer künstlichen Intelligenz auf dem PC. Neun bayerische Projekte wurden in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Sonntag mit einem der begehrten Preise ausgezeichnet.

Die Erfolge der bayerischen Jungforscher im Überblick

Paul Kunisch (17) und Thomas Derra (16)
Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg
Die ASA-Therapie zur Bekämpfung der Ölpest
1. Platz im Fachgebiet Chemie (2.500 Euro)
Europa-Preis
Teilnahme am European Union Contest for Young Scientists in Sofia

Nils Wagner (20)
Technischen Universität München
Untersuchung fliegender Gyroskope
1. Platz im Fachgebiet Physik (2.500 Euro)

David Haney (15), Dominik Kanzler (15) und Michael Merk (16)
Simpert-Kraemer-Gymnasium Krumbach
Die Rotfärbung an Blättern des Stinkenden Storchschnabels – eine Ursachenforschung
2. Platz im Fachgebiet Biologie (2.000 Euro)

Gerold Kiefl (12), Anna Kiefl (12) und Felix Kiefl (16)
Ludwigsgymnasium Straubing
Stoma Warner
3. Preis im Fachgebiet Arbeitswelt (1.500 Euro)
Preis für „Gute Prävention und Rehabilitation“ (1.000 €)

Jakov Wallbrecher (14), Paul Schappert (15) und Jonathan Treffler (16)
Gymnasium der Regensburger Domspatzen Regensburg
Lösung des n-Damenproblems auf einem adiabatischen Quantencomputer
4. Preis im Fachgebiet Mathematik/Informatik (1.000 Euro)
Preis für eine Arbeit zum Thema „Zukunftsorientierte Technologien“ (1.500 €)

Thomas Sedlmeyr (18) und Philip Haitzer (17)
Chiemgau-Gymnasium Traunstein
Annl, eine künstliche Intelligenz für jeden
5. Preis auf dem Gebiet der Mathematik/Informatik (500 Euro)

Jonas Köhler (16)
Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach
Analyse von oben – Analyse der Biodiversität des Spessarts anhand von Baumart und –alter
5. Preis im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften (500 Euro)
Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Geographie (1.000 €)

Josef Henn (18)
Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen
Kartierung des Fledermausvorkommens in Kirchen des Landkreises Pfaffenhofen im Sommer 2018
Sonderpreis – Teilnahme an der International Wildlife Research Week in der Schweiz

Leonie Prillwitz (15)
Maria-Ward-Gymnasium Augsburg
Mikrofasern – Gefahr aus der Waschmaschine? 2.0
Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Umwelttechnik (1.000 €)

Wettbewerb „Jugend forscht 2019“: Mehr als 110 Projekte im Bundesfinale

Beim Bundesfinale „Jugend forscht 2019“ wurden mehr als 110 Projekte von 190 Schülerinnen und Schülern präsentiert. Die Teilnehmer am Bundeswettbewerb hatten sich zuvor bei den Regional- und Landeswettbewerben für die Bundesebene qualifiziert. Dabei messen sich Nachwuchsforscher im Alter von 15 bis 21 Jahren. In den sieben Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik können Einzel- oder Gruppenarbeiten von Teams mit maximal drei Mitgliedern eingereicht werden.

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