30 Jahre Mauerfall Schüler gehen auf Spurensuche

Öffnung des Grenzübergangs Mödlareuth an der bayerisch-thüringischen Grenze am 9. Dezember 1989
Öffnung des Grenzübergangs Mödlareuth an der bayerisch-thüringischen Grenze am 9. Dezember 1989

2019 jährt sich der Fall der Mauer zum 30. Mal: Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit schreibt zu diesem Anlass einen Schüler- und Jugendwettbewerb mit dem Titel „Wege zur Freiheit“ aus.  Auch Lehrerfortbildungen zum Wettbewerb werden angeboten. Jetzt mitmachen!

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

„Wege zur Freiheit“ - unter diesem Titel ruft die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit zur Teilnahme an einem Schüler- und Jugendwettbewerb anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls auf. Sie will mit dem Wettbewerb daran erinnern, dass die Menschen hinter dem Eisernen Vorhang in einem totalitären Regime lebten und viele von ihnen „Wege zur Freiheit“ suchten.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo hat die Schirmherrschaft über den Schülerwettbewerb übernommen: „Der Lebensalltag der Menschen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs, ihr Drang zur Freiheit und letztlich ihr erfolgreicher Weg dorthin dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Mit dem Wettbewerb ‚Wege zur Freiheit‘ können junge Leute sich auf eine hochinteressante Spurensuche begeben und kreative Wege finden, die Ergebnisse ihrer Arbeit zu präsentieren“, so der Minister.

„Viele Bürgerinnen und Bürger der DDR haben sich nach einem Leben in Freiheit und Demokratie in Bayern und Deutschland gesehnt. Einigen ist es gelungen, ‚Wege zur Freiheit‘ zu finden und den Eisernen Vorhang zu überwinden. Viele scheiterten an den immer weiter ausgebauten Grenzanlagen des totalitären Regimes und bezahlten dafür mit Haft, ja sogar mit ihrem Leben. Wir wollen an das Leben der Menschen jenseits von Mauer, Zaun und Stacheldraht und ihren Freiheitswillen erinnern. Wir wollen damit einen Beitrag zur Demokratieerziehung leisten“, schildern Direktor Rupert Grübl und Projektleiter Dr. Ludwig Unger die Motivation für das neue Projekt der Bayerischen Landeszentrale. Anlass ist der Fall der Mauer vor 30 Jahren.

Für die Veranstalter ist das Jubiläum Anlass genug zum Handeln: Viele Quellen sind zugänglich, viele Zeitzeugen leben noch – dies biete gute Voraussetzungen für einen Wettbewerb.

Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren können bei dem Wettbewerb Arbeiten einreichen

  • zu Lebenssituationen der Menschen beiderseits der Grenze,
  • zur Suche der Menschen in der DDR und der Tschechoslowakei nach Freiheit und
  • zu authentischen Orten, die für Unterdrückung und für Wege zur Freiheit stehen.

Die Schülerinnen und Schüler können mit verschiedensten Formaten an dem Wettbewerb teilnehmen, z. B. mit Texten, Bildern, Audio- und Videoclips.

Einsendeschluss ist der 9. November 2019.

Der Siegerbeitrag wird mit einem Besuch in Berlin prämiert. Zudem winken Besuche in München und Buchpreise.

Im Zuge des Wettbewerbs veranstaltet die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit auch zwei Lehrerfortbildungen.

Die beiden Lehrerfortbildungen bieten einen historischen Rückblick auf die Diktatur und Herrschaftspraxis der SED sowie den Alltag der Menschen der bundesdeutschen Demokratie und der SED-Diktatur.  Der Fachvortrag wird von Dr. Andreas Malycha vom Institut für Zeitgeschichte geleistet.

Die Fortbildungen geben Lehrkräften zudem Umsetzungsmöglichkeiten für den Unterricht an die Hand.

Lehrerfortbildungen zum Wettbewerb

Im Zuge des Wettbewerbs veranstaltet die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit auch zwei Lehrerfortbildungen.

Die beiden Lehrerfortbildungen bieten einen historischen Rückblick auf die Diktatur und Herrschaftspraxis der SED sowie den Alltag der Menschen in der bundesdeutschen Demokratie und in der SED-Diktatur.  Der Fachvortrag wird von Dr. Andreas Malycha vom Institut für Zeitgeschichte gehalten.

Die Fortbildungen geben Lehrkräften zudem Umsetzungsmöglichkeiten für den Unterricht an die Hand.

Folgende Termine werden angeboten:

  • 26. Juni 2019 in Passau: Die Region Passau grenzt an den ehemaligen „Eisernen Vorhang“. Das Projekt „Begegnungsraum Geschichte“ an der Universität Passau an der Professur für Didaktik der Geschichte (Prof. Dr. Andreas Michler) beschäftigt sich mit außerschulische Lernorten in der bayerisch-böhmischen Grenzregion. Grenzüberschreitende Regionalgeschichte kann so in der Unterrichtspraxis verankert und direkte Begegnungen von tschechischen und bayerischen Jugendlichen an historischen Orten ermöglicht werden. Mit dem dortigen DiLab werden modernste technische und mediendidaktische Voraussetzungen geboten. Die Anmeldung ist über FIBS möglich.
  • 27. Juni 2019 in Bayreuth: Das östliche Oberfranken mit dem Oberzentrum Bayreuth war ebenfalls bis 1989/90 Grenzregion. Weite Teile dieser Region erlebten Zaun und Mauer unmittelbar. Zudem bietet die Regierung von Oberfranken mit dem Landratssaal in Bayreuth eine ideal geeignete Örtlichkeit. Eine Zusammenarbeit erfolgt dort mit dem Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth und dem Lehrerteam des Museums, das im biographischen Lernen anhand von Archivalien weitreichende Erfahrungen vorweisen kann. Die Anmeldung ist über FIBS möglich.

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