Landeswettbewerb Alte Sprachen: Humanistische Bildung bleibt weiterhin reizvoll

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit Landessieger Dominik Ruf und Wettbewerbsleiter Reinhold Koller (v.l.n.r.)
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit Landessieger Dominik Ruf und Wettbewerbsleiter Reinhold Koller (v.l.n.r.)

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat acht Sieger des Landeswettbewerbs Alte Sprachen ausgezeichnet. In diesem Jahr wurden wegen des doppelten Abiturjahrgangs zwei Wettbewerbsdurchgänge getrennt für G9 und G8 durchgeführt. Die Preisträger werden in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Die Finalisten hatten sich gegen 700 Mitbewerber durchgesetzt.

Humanistische Bildung hilft, die Wurzeln Europas zu verstehen
Humanistische Bildung hilft, die Wurzeln Europas zu verstehen

"Die Antike bildet die Grundlage unserer Kultur. Mit Latein und Griechisch erlernen die jungen Leute nicht nur zwei Sprachen, sie erwerben einen tiefen Einblick in die Kultur der Antike", betonte Kultusminister Spaenle, selbst promovierter Historiker. "Die antike Kultur wurde gemein- sam mit dem Christentum und der Aufklärung zu den be- stimmenden Elementen des modernen Europa", so Kultus- minister Spaenle in München. "Ich freue mich, dass dieses Interesse an den Sprachen, den Kulturen und damit verbunden mit dem süd- und südost- europäischen Raum in der Vergangenheit bei den jungen Menschen weit verbreitet ist".

An dem Wettbewerb teilnehmen können Schülerinnen und Schüler, die im neunjährigen Gymnasium entweder Latein- oder Griechisch-Leistungskurse belegt haben oder am achtjährigen Gymnasium das entsprechende Fach in der Oberstufe besuchen.

Dialog des Philosophen Seneca mit einem Investmentbanker

Die Preisträger haben drei Runden des Wettbewerbs bestanden. Sie mussten als Erstes einen Text übersetzen und Zusatzfragen beantworten, in der zweiten Runde eine schriftliche Hausarbeit vorlegen und in der dritten in einem Prüfungs- gesprächs überzeugen. Die Hausarbeit für alle war in diesem Jahr ein fiktiver Dialog des Philosophen Seneca mit einem Investmentbanker unserer Zeit. „Hier fanden sich sehr spannungsreiche Berührungspunkte zwischen Antike und Gegenwart“, sagte Kultusminister Spaenle.

Ludwig Spaenle dankte Wettbewerbsleiter Reinhold Koller für die langjährige Leistung
Ludwig Spaenle dankte Wettbewerbsleiter Reinhold Koller für die langjährige Leistung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lösten auch diese schwierige Prüfung summa cum laude. Und zwar in beiden Wettbewerben. „Dies beweist auch: Das hohe Niveau der altsprachlichen Bildung an den bayerischen Gymnasien konnte beim Übergang vom neunjährigen zum achtjährigen Gymnasium gehalten werden“, so Minister Spaenle. Diese Tatsache bestätigte auch der langjährige Leiter des Landeswettbewerbs, Reinhold Koller. „Die beiden Wettbewerbe – vom G8 und vom G9 – erreichen in der 3. Runde auf zwei Stellen hinter dem Komma das gleiche Ergebnis“, sagte er.

Die vier besten Teilnehmer jedes Wettbewerbes werden in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen. Auf Grund des hohen Niveaus sollen heuer aber alle 20 Finalisten von der Studienstiftung eingeladen werden. „Das ist auch nicht in jedem Jahr so“, wie Koller kommentierte.

Die Dankesurkunde des
Die Dankesurkunde des "Minister a cultu Bavariae"

Für ihn war es der letzte Wettbewerb in dieser Funktion: Reinhold Koller übergab das Amt an seine Nachfolger Oberstudien- direktor Manfred Röder (Direktor des Domgymnasiums in Freising) und Studiendirektor Michael Hotz (Schulleiter des Wilhelmsgymnasiums München). Kultusminister Spaenle dankte Koller für „über vierzig Jahre Einsatz im Dienste der Alten Sprachen“.

Die Dankesurkunde des „Minister a cultu Bavariae“ war entsprechend auch auf Latein gehalten. Koller zeigte allen, dass Latein beileibe keine tote Sprache ist. Sehr lebendig dankte er dem Minister: „Commotus sum, maximas gratias ago, minister optime!“ Übersetzt hat er das nicht – schließlich war man unter Humanisten. Für diejenigen, die Latein ausschließlich aus Asterix kennen: „Ich bin bewegt, und sage Ihnen herzlichen Dank, bester Herr Minister“ heißt dies.

Bayerische Landessieger Alte Sprachen wurden in diesem Jahr:

- aus dem neunjährigen Gymnasium:

  • Dominik Ruf (Oskar-von-Miller-Gymnasium München)
  • Monika Rechenauer (Wilhelmsgymnasium München)
  • Vinzenz Völkel (Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg)
  • Maria Stöcker (Egbert-Gymnasium Münsterschwarzach)

- aus dem achtjährigen Gymnasium:

  • Carina Friedel (Ignaz-Günther-Gymnasium Rosenheim)
  • Corinna Lang (Herder-Gymnasium Forchheim)
  • Valentin Hofmann (Hans-Carossa-Gymnasium Landshut)
  • Stefan Drechsler (Ohm-Gymnasium Erlangen)

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