Apps & Datenschutz So verwenden Sie Ihr Smartphone sicherer

Einfache Bedienbarkeit und interaktive Inhalte: Diese Eigenschaften zeichnen viele Apps aus und machen diese auch für Kinder attraktiv. Am eigenen mobilen Gerät oder dem Smartphone bzw. Tablet-PC der Eltern wird dann gespielt, gesurft und alle Möglichkeiten der App-Welt ausprobiert.

Aber: Was machen Apps wirklich auf dem Smartphone? Welche Internetadressen kontaktieren sie? Welche Daten übertragen sie? Wo verbergen sich versteckte Kosten? Wie kann ich mich weitestgehend schützen?

Ein kompetenter Umgang mit Apps ist wichtig, um Gefahren zu minimieren. 

Einrichten von Einschränkungen (Kindersicherung)

Wenn Sie z.B. nicht möchten, dass ihr Kind im Internet surft oder Apps herunterlädt, können Sie entsprechende Einstellungen an Ihrem Smartphone vornehmen oder spezielle Apps installieren. Ebenfalls können Sie nicht jugendfreie Inhalte und Lieder sperren und Altersgrenzen für Filme und Apps einstellen.

iPad & iPhone: Einrichten von Einschränkungen

Geführten Zugriff aktivieren

Durch den geführten Zugriff können Eltern bestimmte Bereiche in einer App sperren und eine Zeitbeschränkung einstellen. Dadurch verhindern Eltern, dass ihre Kinder eine bestimmte App verlassen oder zu lange spielen.

  • Öffnen Sie die "Einstellungen"-App auf Ihrem iPhone oder iPad.
  • Unten im Bildschirm finden Sie den Menüpunkt "Allgemein".
  • "Einschränkungen" wählen.
  • Den Button "Einschränkungen aktivieren"
  • Einen beliebigen Sicherheitscode eingeben und wiederholen.
  • Die Kindersicherung ist nun aktiviert.
  • Verlassen Sie die Einstellungen zu einem späteren Zeitpunkt, benötigen Sie den Code um diese wieder zu betreten.
  • Um die Kindersicherung dann wieder zu deaktivieren, klicken Sie oben auf den Button "Einschränkungen deaktivieren".

Wie Sie die Kindersicherung richtig konfigurieren, lesen Sie hier:

Android-Smartphone: Kindersicherung mittels App

Auf Ihrem Smartphone können Sie Kindersicherungen über diverse Apps einrichten. Hier eine Erklärung, wie es mit der App Kids Place funktioniert:

  • Laden Sie sich "Kids Place Mit Kindersicherung" herunter und starten Sie die App auf dem Smartphone Ihres Kindes.
  • Akzeptieren Sie die Endnutzer-Lizenzvereinbarungen.
  • Klicken Sie im Startup-Fenster auf "Definieren Sie eine PIN" und geben Sie eine vierstellige PIN ein. Um die PIN zu speichern, klicken Sie auf "PIN aktualisieren".
  • Im folgenden Fenster müssen Sie Ihre E-Mail zur PIN-Wiederherstellung angeben. Sie können einen Hinweis auf Ihre PIN hinterlassen. Klicken Sie anschließend auf "Fortsetzen".
  • Kids-Place wird nun gestartet. Tippen Sie zuerst auf "Hometaste sperren", wo Sie ein Häkchen setzen sollten. So sperren Sie die Geräte-Hometaste durch eine temporäre Umleitung auf Kids Place. Im nun geöffneten Fenster klicken Sie ebenfalls auf "Hometaste sperren".
  • Nun werden Sie gefragt, ob Sie diese Aktion standardmäßig mit der App ausführen wollen. Sie setzen ein Häkchen und klicken auf "Kids Place".
  • Das Startfenster öffnet sich erneut. Klicken Sie auf "Anwendungen für Kids Place auswählen". Es öffnet sich nun eine Übersicht aller Apps, die sich auf dem Smartphone bereits befinden. Markieren Sie die Apps, die Ihr Kind nutzen darf. Klicken Sie auf "Fertig".
  • Da Ihr Kind die PIN nicht weiß, kann es diese App nicht beenden und auch nicht die Einstellungen (die über die Menü-Taste erreichbar sind) öffnen.
  • Um Kids Place auch standardmäßig bei Neustart des Smartphones zu öffnen, klicken Sie auf die Menü-Taste und wählen die "Einstellungen". Geben Sie Ihre PIN an und setzen Sie im Einstellungsmenü ein Häkchen bei "Autostart Kids Place".
  • In diesen Einstellungen können Sie z. B. auch den "Marketplace sperren". Funktionen in Apps, die den Play StoreEigene Android-App erstellen – so geht’s aufrufen, werden so gesperrt. Diese Option blockiert u.a. auch das Installieren von Apps.
  • Wollen Sie Kids Place wieder beenden, dann klicken Sie auf die Menü-Taste und wählen "Beenden". Geben Sie die PIN ein und bestätigen Sie.

(In-)App-Käufe absichern

In-App-Käufe können schnell Kosten verursachen, nicht nur bei Spielen. Die App selbst ist kostenlos, kostenpflichtig sind Extras, die weitere Funktionen eröffnen oder den Spielverlauf beschleunigen. Sowohl bei Android als auch bei iOS lassen sich (In-)App-Käufe erschweren oder ganz sperren.

Auch bei anderen Apps kann man durch In-App-Käufe Funktionen dazu buchen oder Werbung ausschalten, aber gerade bei Spielen summieren sich die Zahlungen. Die Spieleentwickler setzen Psychologen ein, um die Hemmschwelle für solche Käufe zu senken.

Die Anbieter Apple, Google und Amazon haben sich Anfang 2015 immerhin dazu verpflichtet, solche sogenannten Freemium-Apps nicht mehr als „kostenlos“ oder „gratis“ zu bewerben. Trotzdem gehören die vermeintlich kostenlosen Spiele zu den Großverdienern in den App-Stores – drei viertel des Umsatzes in den App-Stores stammen aus Spielen. Gerade Kinder sind gefährdet, bei Spielen Geld auszugeben, ohne es zu wollen.

Eltern haben verschiedene Möglichkeiten: Wer gar keine (In-)App-Käufe erlauben will, kann sie in den Einstellungen sperren beziehungsweise mit einer Passwortanfrage erschweren.

Android: Passwortabfrage bei (In-)App-Käufen einrichten

Android-Nutzer können In-App-Käufe nicht vollständig sperren. Sie können nur eine PIN oder ein Passwort festlegen, das sie bei jedem Einkauf, alle 30 Minuten oder nie eingeben müssen. Die Einstellung kann man im Google-Play-Store im Menü „Einstellungen“ vornehmen.

  • Play Store App öffnen
  • Menü-Icon in der linken oberen Ecke klicken
  • „Einstellungen“ wählen
  • Unter „Nutzersteuerung“ findet man nun den Eintrag „Passwort für Käufe erforderlich“
  • Gewünschtes Vorgehen beim In-App-Kauf anklicken

Gerade zu Beginn empfiehlt es sich die Installation von Apps auf dem Smartphone Ihres Kindes noch nicht zu ermöglichen oder zumindest einzuschränken. Eine Anleitung, wie Sie diese Einstellung vornehmen können, finden Sie hier:

iOS: (In-)App-Käufe deaktivieren bzw. einschränken

iPhone oder iPad-Nutzer haben zwei Möglichkeiten: Sie können entweder wie bei Android eine Passwortabfrage aktivieren oder aber In-App-Käufe komplett sperren.

  • Einstellungen wählen
  • Allgemein wählen
  • Einschränkungen wählen
  • Persönlichen Einschränkungscode eingeben
  • Einschränkungscode bestätigen
  • In-App-Käufe / App-Installation deaktivieren

Falls Sie App-Installationen nicht komplett sperren möchten, kann in dieser Auswahl auch unter "Zulässiger Inhalt" die Installation von - für eine bestimmte Altergruppe zugelassenen - Apps erlaubt werden. 

Weiter Informationen finden Sie hier: 

Jugendschutz-Apps

Um das Smartphone oder Tablet kindersicherer zu machen eignet sich neben den Sicherheitseinstellungen am Gerät auch die Nutzung von Jugendschutz-Apps.

Meine-Startseite

Die App Meine-Startseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist die erste mobile Anwendung, die auf dem KinderServer der AG KinderServer aufbaut. Sie nutzt die Whitelist der Kindersuchmaschine fragFINN mit derzeit etwa 11.000 Domains, die URLs der Kindersuchmaschine Blinde Kuh sowie alle Webseiten mit einer Anbieterkennzeichnung bis 12 Jahren. Die App steht kostenlos zur Verfügung.

Mit der App wird ein Kinderbrowser installiert, bei dem Meine-Startseite voreingestellt ist. Meine-Startseite lässt sich immer neu gestalten und führt das Kind direkt zu guten Kinderseiten mit aktuellen Infos. Im Browser lassen sich nur Seiten aufrufen, die im KinderServer freigeschaltet sind. Bei iOS sollte zusätzlich der Internetzugriff über Safari und ggf. weitere installierte Browser blockiert werden, damit das Gerät komplett abgesichert ist. Wie dies erfolgt, wird in der App erklärt.

fragFINN-App

fragFINN hat eine Kinderschutzapp für Smartphones und Tablets mit den mobilen Betriebssystemen Android und iOS entwickelt. Die App ist ein Browser, mit dem nur auf den von Medienpädagogen geprüften Webseiten derfragFINN-Whitelist gesurft werden kann. Mithilfe der Suchmaschine können Kinder geeignete Internetinhalte schnell auffinden. Ergänzend stellt die Redaktion im regelmäßigen Wechsel besondere Angebote vor. 

Weitere Informationen

Das Informationsangebot „Apps sicher nutzen – Mobile Geräte in Kinderhand“ der Stiftung Medienpädagogik Bayern unterstützt Eltern von Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren dabei, die Risiken, die mit der Nutzung von Apps einhergehen, im Blick zu behalten. Eltern finden in der Broschüre unter anderem nützliche Hintergrundinformationen zum Thema Apps, praktische Tipps, wie Sicherheitseinstellungen an mobilen Geräten vorgenommen werden können, und eine Übersicht, was gute Kinderapps ausmacht.

Das Informationsangebot wurde im Auftrag der gemeinnützigen Stiftung von jugendschutz.net erstellt und kann kostenlos über die Webseite der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) bestellt werden. Neben der Publikation "Apps sicher nutzen - Mobile Geräte in Kinderhand" finden Sie im Materialbereich kostenlose, medienpädagogische Materialien, z.B. zu Themen wie Cyber-Mobbing oder Datenschutz, aber auch zu Chancen und Risiken von Computerspielen.

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