Bundesverdienstkreuz: Holocaust-Überlebender für Erinnerungsarbeit geehrt

Kultusminister Ludwig Spaenle mit Leslie Schwartz und dessen Ehefrau bei dem Festakt in München
Kultusminister Ludwig Spaenle mit Leslie Schwartz und dessen Ehefrau bei dem Festakt in München

"Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau. Ein Junge erkämpft sein Überleben": Das ist der Titel der Autobiographie von Leslie Schwartz. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle händigt dem heute 83-Jährigen New Yorker nun das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste in der Erinnerungsarbeit aus.

Leslie Schwartz wurde 1930 im Nordosten Ungarns geboren und wuchs in einer traditionellen jüdischen Familie auf. Im Frühjahr 1944 wurde er zusammen mit seiner Familie in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Leslie Schwartz überlebte als einziger aus seiner Familie. Als 14-Jähriger wurde er zum Arbeitseinsatz in das Konzentrationslager Dachau/Außenlager Mühldorf verlegt. Schwerverletzt überlebte er den "Poinger Todeszug". 1946 emigrierte er in die USA. Dort arbeitete er zunächst für eine Versicherung und machte sich 1972 mit einer eigenen Druckerei in New York selbständig. 2010 erschien in Deutschland seine Autobiographie "Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau. Ein Junge erkämpft sein Überleben".

Seit 1984 reist er regelmäßig nach Deutschland. Im Juli 2010 besuchte er erstmals nach 65 Jahren das Mahnmal für die in Poing ermordeten Juden und die KZ-Gedenkstätte Dachau. Hier lernte er den Holocaustüberlebenden Max Mannheimer kennen, der ihn ermunterte, seine Erlebnisse an junge Menschen weiterzugeben. Seitdem widmet er sich sowohl in Deutschland als auch in den USA auf vielfältige Weise der Holocaust-Erinnerungsarbeit. In den vergangenen Jahren hielt er beispielsweise zahlreiche Vorträge in Schulen, bei Jugendbegegnungen, in einer Jugend-JVA und in Buchhandlungen. Leslie Schwartz besucht auch Schulen, Synagogengemeinden und jüdische Organisationen in New York und Florida, um dort von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Hierbei vermittelt er einem amerikanisch-jüdischen Publikum ein zeitgemäßes Deutschlandbild, insbesondere im Hinblick auf die Auseinandersetzung junger Deutscher mit der Geschichte ihres Landes.

Als transatlantischer Mittler im Bereich der Holocaust-Erinnerungsarbeit hat sich Leslie Schwartz um das Gemeinwohl besonders verdient gemacht.

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