Olympiaattentat 1972: Ein Gedenkraum wird an die Opfer erinnern

Das Olympiaattentat 1972 - ein Anschlag auf Israel auf deutschem Boden
Das Olympiaattentat 1972 - ein Anschlag auf Israel auf deutschem Boden

Bayern plant einen Gedenkraum für die Opfer des Terroranschlags auf die israelische Olympiamannschaft 1972. Eine Arbeitsgruppe wird jetzt zügig die Konzeption der Gedenkstätte erarbeiten. Sie soll umfassend an das furchtbare Ereignis erinnern.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

„Wir wollen mit einem Gedenkraum die Opfer des heimtückischen Attentats von Terroristen auf die israelischen Sportler 1972 in München und dieses furchtbare historische Geschehen als Ganzes dauerhaft ins Bewusstsein rufen. Die Verbrecher haben dabei auch den Frieden, der in besonderer Weise mit der Austragung der Olympischen Spiele verbunden ist, gebrochen“, so Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. Jüngst hatte der Sportminister Sondierungsgespräche geführt, um einen Gedenkraum für die Opfer des Attentats durch die Terrororganisation „Schwarzer September“ in München während der olympischen Spiele 1972 einzurichten.

Minister Spaenle hatte sich nun mit Innenminister Joachim Hermann, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, dem israelischen Generalkonsul Shalev Schlosser, dem Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dr. Michael Vesper, dem Kulturreferenten der Landeshauptstadt Dr. Hans-Georg Küppers und Vertretern des Bundesinnenministeriums getroffen. „Die Vorbereitungen für die Gedenkstätte zum Attentat auf die israelische Olympiamannschaft sollen zügig vorankommen“, wünscht sich der Minister.
Er geht davon aus, dass bis Frühjahr 2013 von entsprechenden Fachwissenschaftlern und Museumspädagogen ein entsprechender Konzeptentwurf erstellt werden kann.

Dazu hat Minister Spaenle eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet und ein Projektteam berufen, dem u.a. Dr. Jörg Skriebeleit, der Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, und Bernhard Purin, der Leiter des jüdischen Museums München, angehören. Dieses soll ein Konzept erstellen, das verschiedene Aspekte berücksichtigen soll, u.a.:

  • das Attentat, das in den Wohnungen der israelischen Mannschaft im Olympischen Dorf verübt wurde, soll in den Zusammenhang der Olympischen Spiele eingeordnet werden
  • das Attentat soll in die Geschichte des internationalen Terrorismus und seiner Opfer eingebettet werden
  • die Opfer des Attentats sollen biographisch vorgestellt werden

Dabei soll auch geklärt werden, inwieweit die Conollystraße 31 als authentischer Ort der Geiselnahme und der Flughafen Fürstenfeldbruck im Gesamtkonzept berücksichtigt werden können.

Die bayerische Staatsregierung hatte anlässlich des 40. Jahrestages des Attentats beschlossen, einen Gedenkraum an die Opfer des Attentats der Terrororgansation „Schwarzer September“ in München einzurichten. Bei dem heimtückischen Überfall auf die Sportler waren elf Mitglieder der Olympiadelegation aus Israel und ein deutscher Polizist ermordet worden.

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