Signal gegen das Vergessen: Bayerische Schüler mit Simon-Snopkowski-Preis geehrt

Ministerpräsident Horst Seehofer mit Schülerinnen und Schülern der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Staatlichen Realschule am Judenstein in Regensburg
Ministerpräsident Horst Seehofer mit Schülerinnen und Schülern der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Staatlichen Realschule am Judenstein in Regensburg

„Menschenwürdige Zukunft braucht stetige Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Preisverleihung. Der Simon-Snopkowski-Preis ging 2012 an drei Schülergruppen aus Bayern: für besondere Leistungen der Erforschung jüdischer Geschichte in Bayern.

Bei der Verleihung des Simon-Snopkowski-Preises 2012 für Arbeiten zur jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern betonte Ministerpräsident Horst Seehofer die Bedeutung einer aktiven Erinnerungskultur. Seehofer: „Die Gestaltung einer menschenwürdigen Zukunft in Frieden und Freiheit braucht stetige Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur. Nie wieder darf bei uns jemand wegen seiner Religion oder Herkunft gedemütigt, gefoltert oder getötet werden. Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus und Antisemitismus haben in diesem Land keinen Platz.“

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marktbreit: ausgezeichnet mit dem zweiten Preis
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Marktbreit: ausgezeichnet mit dem zweiten Preis

Der Ministerpräsident zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. „Junge Menschen wollen aus der Vergangenheit lernen. Sie wollen Verantwortung tragen und für Freiheit und Demokratie einstehen. Mit ihren Projekten tragen sie dazu bei, dass jüdische Geschichte lebendig bleibt. Das ist ein klares Signal gegen das Vergessen.“

Mit dem Simon-Snopkowski-Preis wurden heuer drei bayerische Schulen sowie eine Einzelbewerbung ausgezeichnet:

Der erste Preis ging an die Staatliche Realschule am Judenstein in Regensburg für das Projekt „Alles koscher? Jüdisches Leben in Regensburg“. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte erkundeten in vielseitigen Aktionen die vergangene und gegenwärtige Lebenswelt der Regensburger Juden. Aus der Projektarbeit gingen eine Ausstellung und ein Theaterstück über jüdische Schicksale während der Regensburger Pogrome 1519 und 1938 hervor.

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neutraubling: ausgezeichnet mit dem zweiten Preis
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neutraubling: ausgezeichnet mit dem zweiten Preis

Den zweiten Preis erhielten zwei Schulen. Das staatliche Gymnasium Marktbreit für sein Projekt „Wiederbelebung einer ehemaligen Synagoge - eine kulturelle Bereicherung für Obernbreit“ und das staatliche Gymnasium Neutraubling für die Arbeit „‘Wenn der Krieg um 11 Uhr aus ist, seid ihr um 10 Uhr alle tot‘ – Sterben und Überleben im KZ-Außenlager Traubling“.

Oliver Mehling: Der Schüler nahm den Sonderpreis für seinen Bruder und sich entgegen
Oliver Mehling: Der Schüler nahm den Sonderpreis für seinen Bruder und sich entgegen

Mit einem Sonderpreis wurden die Brüder Fabian und Oliver Mehling aus Höchberg bei Würzburg ausgezeichnet. Thema ihres Beitrags war „‘Bankrott der Ordnung in Würzburg‘ – der Habima-Skandal 1939“. Darin geht es um das von gewaltsamen Nazi-Protesten gestörte Gastspiel des Moskauer Jüdischen Theaters Habima in Würzburg im November 1930 sowie um das anschließende Gerichtsverfahren.

Bernhard Vogel, Ilse Snopkowski, Hans-Jochen Vogel und Ministerpräsident Horst Seehofer (v.l.n.r.)
Bernhard Vogel, Ilse Snopkowski, Hans-Jochen Vogel und Ministerpräsident Horst Seehofer (v.l.n.r.)

Den Ehrenpreis erhielten der Altoberbürgermeister Münchens und Bundesminister a.D., Dr. Hans-Jochen Vogel, und sein Bruder, Ministerpräsident a.D. Dr. Bernhard Vogel, für ihre Verdienste um die deutsch-jüdische Verständigung und ihr Eintreten gegen Rechtsextremismus und für Demokratie.

Der Simon-Snopkowski-Preis wurde von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition ins Leben gerufen und 2006 erstmals verliehen. Er wird alle zwei Jahre vornehmlich an Schüler und Schulklassen in Bayern für eine besondere Leistung auf dem Gebiet der Erforschung jüdischer Geschichte in Bayern und des Holocaust verliehen.

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