Deutschförderung an bayerischen Grund- und Mittelschulen

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Deutschklassen

Weitere Maßnahmen

Mütter lernen Deutsch an der Schule ihrer Kinder

Als Hauptursache für die oft beklagte mangelhafte Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache werden Verständnisschwierigkeiten und Schwellenängste der sprachgehemmten Eltern angegeben. Zahlreiche ausländische Mütter, verfügen nur über geringe, teilweise keinerlei Deutschkenntnisse.

Durch die Organisation von Sprachkursen am Vormittag für Mütter an Schulen lassen sich diese Defizite beheben. Zudem dient ein solcher Sprachkurs der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. In den Sprachkursen werden auch schulische und fächerspezifische Inhalte aufgegriffen, etwa Elternbriefe, Schullaufbahn, Erziehungsfragen, Lernmittelfreiheit, Formulare aller Art, Fachausdrücke oder Rechenverfahren. Die Durchführung dieser Kurse im Bereich der Erwachsenenbildung ist ohne die Unterstützung und Koordination durch die Schule, die zeit- und arbeitsintensiv ist, nicht möglich.

Notwendig hierzu ist die Kooperation verschiedener Partner: 

  • der Schulen (Koordination des Angebots, schulrelevanter Input des Unterrichtsangebotes),
  • dem Sachaufwandsträger (stellt Räumlichkeiten an der Schule zur Verfügung),
  • Trägern der Erwachsenenbildung (Lehrpersonal für Mütter),
  • privaten Sponsoren (zur Finanzierung des Fachpersonals zur Kinderbetreuung),
  • der an Sprachunterricht und Schule interessierten Mütter (kleiner finanzieller Eigenbeitrag)

Tätigkeit von Beraterinnen und Beratern Migration

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Optimierung des Unterrichts für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund - und damit ihrer Integration - stellen im Freistaat Bayern die Beraterinnen und Berater Migration dar, die die Lehrkräfte bei den Aufgaben der Vermittlung des Faches 'Deutsch als Zweitsprache' und der interkulturellen Erziehung unterstützen.
 

Deutsch als Zweitsprache

Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache werden auf breiter Basis in der deutschen Sprache gefördert. Dabei muss zwischen Intensiv- und Begleitmaßnahmen unterschieden werden. Alle Maßnahmen basieren auf dem Lehrplan für das Fach 'Deutsch als Zweitsprache' , der für alle allgemein bildenden Schulen gilt. Er berücksichtigt einerseits neueste didaktisch-methodische Erkenntnisse aus dem Zweitsprachenerwerb, andererseits bezieht er mehr als dreißig Jahre Erfahrung im Unterrichtsfach Deutsch als Zweitsprache mit ein.

Der Lehrplan "Deutsch als Zweitsprache" setzt wichtige und aktuelle Erkenntnisse aus Praxis und Fachwissenschaft um und findet bundesweite Anerkennung. Er ist im Internetauftritt des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München zu finden. Der Lehrplan ist für alle Jahrgangsstufen verbindlich. Er gilt für den Unterricht im Fach Deutsch als Zweitsprache in Grundschule, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Wirtschaftsschule, Berufsschule und Förderschule.

Grenzen der Förderung

Herausforderungen und Lösungsversuche

Trotz vielfältiger Fördermaßnahmen stellt sich jedoch nicht bei allen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund der gewünschte Schulerfolg ein. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass eine große Anzahl der betroffenen Familien - trotz der Tendenz zum Daueraufenthalt - im täglichen Umgang überwiegend die Muttersprache benützt, sich in die eigene Kultur und Religion zurückzieht und von daher die Förderung der eigenen Kinder in der deutschen Sprache nicht nachhaltig genug unterstützt wird. Ein weiteres Problem stellen auch die anhaltenden Wanderungsbewegungen der ausländischen Wohnbevölkerung dar. Zahlreiche Zu- und Wegzüge von ausländischen Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter in den Freistaat Bayern wirken sich ungünstig auf den Schulerfolg dieser Schülergruppe aus. Schule ist auf einen regelmäßigen und dauerhaften Unterricht hin ausgerichtet. Aus dem hohen Anteil der Quer- und Seiteneinsteiger erwächst trotz intensiver Fördermaßnahmen das Problem, dass bei einer Verweildauer von nur wenigen Schuljahren die Ziele der bayerischen Mittelschule nicht voll erreicht werden können und die staatlichen Eingliederungsbemühungen an den Schulen an Grenzen stoßen.

Zudem ist die Schule allein nicht in der Lage, eine vollständige Integration und Förderung von Kinder und Jugendlicher mit Migrationshintergrund zu gewährleisten, wenn diese Bemühungen von den Familien - aus welchen Gründen auch immer - nicht mitgetragen werden. Eine regelmäßige und enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Jugendhilfe, Sozialbehörden, Arbeitsverwaltung, Ausländerbehörden, Polizei und Justiz, die zu konkreten Lösungen für das einzelne Kind führen muss, erscheint unerlässlich. Eine besonders wichtige Rolle spielt an Schulen in sozialen Brennpunkten mit hohem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund die präventive Zusammenarbeit zwischen sozialpädagogischen Fachkräften der Jugendhilfe und den Lehrkräften. Rasche Krisenintervention bereits in der Schule sowie kind- und familienbezogene therapeutische Hilfen dürfen nicht nur vereinzelt zur Verfügung stehen. Deshalb ist die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe durch vielfältige Maßnahmen intensiviert worden.

Vorhandene Potenziale können so besser vernetzt und ausgebaut werden. Damit wird noch mehr zur Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen beigetragen und der Schulerfolg dieser Gruppe gesteigert.

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