Pressemitteilung Nr. 047 vom 26.02.2016 Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: Freistaat investiert gut 160 Millionen Euro - 1079 Stellen und mehrere hundert Beschäftigungsmöglichkeiten - 10 Millionen Euro für Drittkräfte

Massiver Ausbau des Unterrichts für Flüchtlinge und erstmals Mittel für flexible Hilfen für die Schulen möglich

MÜNCHEN. Mit enormer Kraftanstrengung geht der Freistaat Bayern die Herausforderungen an, die sich aus dem massiven Zustrom von jungen Menschen mit Fluchthintergrund ergeben. Bayern hat im bundesweiten Vergleich einen sehr hohen Anteil von rund 40 Prozent Kindern und Jugendlichen unter allen Flüchtlingen und Asylbewerbern und damit entsprechende Herausforderungen. „Die Kinder und Jugendlichen mit einer hohen Bleibeperspektive wollen wir bei der Integration nachhaltig unterstützen“, so Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. „Wir können auf der Basis des Nachtragshaushalts die Anzahl der besonderen Sprachförderklassen an Grund-, Mittel- und Berufsschulen im Jahr 2016 gegenüber 2015 verdreifachen und den Schulen flexible Hilfen anbieten.“

160,7 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt - Unterricht ausgeweitet

Zu diesem Zweck hat der Bayerische Landtag 160,7 Millionen Euro allein zusätzlich für das Jahr 2016 im Nachtragshaushalt bereitgestellt. Auf dieser Basis – verbunden mit 1079 Planstellen sowie mehreren hundert Beschäftigungsmöglichkeiten für Lehrkräfte – hat das Kultusministerium die Unterrichtsangebote massiv ausgeweitet und kann sie im Laufe des Jahres weiter ausbauen – flexibel und nach dem Bedarf vor Ort. Der Ausbau der Übergangsklassen an Grund- und Mittelschulen ist so im Laufe des Jahres auf rund 1.600 möglich. An den Berufsschulen kann Bayern in 2016 das auf zwei Jahre angelegte Berufsintegrationsjahr auf 1.200 Klassen ausweiten.
Bei seinem Vorgehen setzt Bayern auf Flexibilität. Diese gilt in der Fläche wie auch an einzelnen Standorten, wo die Schulen für unterschiedliche Zielgruppen verschiedene pädagogische Angebote unterbreiten. Viele Flüchtlinge besuchen an Grund- und Mittelschulen z.B. die Übergangsklassen, viele auch die Deutschförderklassen und -kurse.
Vielfältige andere Formen der Sprachförderung werden an Bayerns Schulen für die jungen Flüchtlinge und Asylbewerber angeboten – von den Vorkursen in Zusammenarbeit zwischen den Grundschulen und Kindergärten bis zu besonderen Angeboten an Realschulen wie SPRINT-Klassen, und Gymnasien etwa in den INGYM-Klasse. SPRINT- wie INGYM-Klassen werden ausgeweitet. Zum Schuljahr 2016/2017 wird es auch Angebote an weiteren beruflichen Schulen wie FOS und BOS geben.

Schulen flexibel unterstützen – auch durch 10 Millionen Euro Sondermittel

Um Schulen unbürokratisch und flexibel unterstützen zu können, steht 2016 auch erstmals eine Summe von 10 Millionen Euro zur Verfügung - für „Mittel für Drittkräfte“. Mit diesem Betrag kann das schulische Angebot an Sprachförderung  von jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern durch zusätzliche Kräfte ergänzt werden. Genutzt werden können die Mittel z.B. für:
- Sprach- und Alphabetisierungskurse – hier liegt ein besonderer Schwerpunkt,
- eine Verstärkung der Lehrkräfte der Schule durch Fachkräfte für Deutsch als Zweitsprache oder Deutsch als Fremdsprache,
- den Einsatz von Dolmetschern für Elterngespräche in Einzelfällen
- und interkulturelle Projekte zur Förderung der Integration. Für diese Projekte können z.B. auch Musiker, Sozialpädagogen, Trainer oder Theaterpädagogen eingesetzt werden.
Die Mittel aus diesem Haushaltsansatz werden über die Stabsstelle für Flüchtlingsintegration im Bildungsbereich des Kultusministeriums bewilligt.

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

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