Pressemitteilung Nr. 407 vom 19.10.2015 Bayerns Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften vereinbaren einzigartiges Modell der Zusammenarbeit auf Augenhöhe - Bayerisches Wissenschaftsforum BayWISS eingerichtet - Verbundpromotion

Minister Spaenle: "Eine Zusammenarbeit aller Hochschulen in Bayern mit enormer Signalwirkung"

MÜNCHEN. Eine ganz neue Form der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften auf Augenhöhe wurde heute von ihren Präsidenten miteinander auf den Weg gebracht. Die Hochschulleitungen haben die Vereinbarung im Beisein von Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler unterzeichnet. Unter dem gemeinsamen Dach des neuen Bayerischen Wissenschaftsforums BayWISS wird künftig die Zusammenarbeit koordiniert.

„Die Eckpunkte der Zusammenarbeit von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Bayerischen Wissenschaftsforum sind innovativ. Sie bringen die beiden Hochschularten mit ihrem Selbstverständnis zusammen. Sie arbeiten z. B. bei der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern eng und gleichberechtigt zusammen. Sie bringen ihre jeweiligen Fachkompetenzen ein. Davon profitiert der Wissenschaftsstandort Bayern“, so Minister Dr. Spaenle.
Zentrales Gremium des Wissenschaftsforums ist der paritätisch besetzte Lenkungsrat, der sich aus jeweils drei Präsidenten von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zusammensetzt. Die Arbeitsebene für eine vertiefte Zusammenarbeit der Hochschularten bilden Fachforen. Der Lenkungsrat koordiniert auch die künftigen Fachforen und kann bei seiner Arbeit auf eine Geschäftsstelle in München zurückgreifen. Es werden Strukturen für einen Austausch für alle hochschulübergreifenden Themen geschaffen.

Erstes Fachforum organisatorische Grundlage für „Verbundpromotion“

Das erste Fachforum dient als organisatorische Plattform für die „Verbundpromotion“. Hochschullehrer von Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften werden künftig Doktorandinnen und Doktoranden gemeinsam betreuen. Ohne Hinweis auf ihre akademische Herkunft werden die Absolventen ihre Promotionsurkunde erhalten, auf der die beteiligten Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften genannt sind. Das Promotionsrecht liegt auch weiterhin bei den Universitäten.

Minister Spaenle: „Die Verbundpromotion garantiert eine Zusammenarbeit mit Signalwirkung über Bayern hinaus. Mit ihr wollen wir qualifizierten Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften einen gesicherten Zugang zur Promotion eröffnen – ohne organisatorische Hürden.“

Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Vorsitzende der Universität Bayern e.V.  und Präsidentin der Universität Augsburg:
„Das Bayerische Wissenschaftsforum (BayWISS) setzt aus Sicht der Universitäten einen Meilenstein im zukunftsweisenden Verständnis der Zusammenarbeit zwischen bayerischen Universitäten und HAWs. Es bietet ein tragfähiges Strukturmodell für Fachforen, mit denen über die Verbundpromotionen hinaus zahlreiche hochschulstrategische Themen an der Schnittstelle der beiden Hochschultypen bearbeitet werden können.
Kernforderung der Universitäten war und ist es, dass das Promotionsrecht ausschließlich bei den Universitäten verbleibt! Das bayerische Modell der Verbundpromotion eröffnet einen strukturierten Zugang zur universitären Promotion, der über die bisherige Form der kooperativen Promotion hinausgeht und damit den berechtigten Interessen der Absolventinnen und Absolventen der HAWs gerecht wird.
Die Universitäten versprechen sich vom Bayerischen Wissenschaftsforum eine völlig neue bundesweit erstmals verwirklichte, enge und institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und den HAWs.“

Prof. Dr. Michael Braun, Vorsitzender von Hochschule Bayern e.V. und Präsident der Technischen Hochschule Nürnberg:
„Mit der heutigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zu BayWISS wurde mit Unterstützung von Herrn Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst nach vielen Vorarbeiten ganz offiziell der Startschuss für eine vollkommen neuartige Form der Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und Universitäten auf Augenhöhe gegeben. Wir dürfen es aber nicht bei feierlichen Erklärungen belassen. BayWISS muss nun möglichst rasch seine tatsächliche Arbeit aufnehmen und sich zu einem Instrument der gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung der Hochschulen und Universitäten in Bayern entwickeln.

In einem ersten Schritt gilt es über die Errichtung des Fachforums Verbundpromotionen und verschiedener themenbezogener Verbundkollegs die strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten im Bereich der Promotionen in die Realität umzusetzen. Ziel ist die Errichtung eines funktionsfähigen, hochschulartenübergreifenden thematischen Netzwerks zwischen ihren Professorinnen und Professoren. Dabei könnten nach und nach die wissenschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Bereiche Mobilität, Energie, Ressourceneffizienz und Materialwissenschaften, Digitale Produktion oder auch Soziale Arbeit und Gesundheit zum Tragen kommen.

Mit BayWISS und dem Modell der Verbundpromotion entsteht für herausragende Absolventinnen und Absolventen der bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften ein planbarer, strukturell verankerter und barrierefreier Zugang zur Promotion sowie eine institutionalisierte Beteiligung aller betreuenden Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in den Promotionsverfahren. Es liegt an uns allen dafür zu sorgen, dass mit dem heute ins Leben gerufene Wissenschaftsforum ein wegweisendes Modell mit Signalwirkung weit über Bayern hinaus entsteht.“

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

Fotos der Veranstaltung stehen nach der Veranstaltung unter http://steffen-leiprecht.de/download/ (Passwort: kumpr) zum Download zur Verfügung.

 

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