Pressemitteilung Nr. 347 vom 13.09.2015 Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle beim Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

"Unsere Geschichte verpflichtet uns, laut ‚Nein‘ zu sagen - gegen jede Form von Unrecht und Gewalt."

MÜNCHEN. „Vertreibungen sind Unrecht - damals wie heute. Wir müssen Vertreibungen weltweit ächten. Denn aus der Erinnerung heraus wächst unsere Verantwortung für Gegenwart und Zukunft. Unsere Geschichte verpflichtet uns, laut ‚Nein‘ zu sagen - gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen jede Form von Unrecht und Gewalt“, das betonte Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle heute bei der Gedenkveranstaltung zum Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in München, an der er in Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer teilnahm.

Der Minister erinnerte in seiner Rede an das Kriegsende vor 70 Jahren: „Die Bilanz des Zweiten Weltkriegs ist einer der Tiefpunkte der Menschheitsgeschichte: 55 Millionen Tote, das beispiellose Verbrechen an den europäischen Juden, millionenfache Deportation in die Konzentrationslager – dies bleibt für immer Teil der deutschen Geschichte und Auftrag, daraus Lehren für die Zukunft zu ziehen.“ Ludwig Spaenle machte aber auch klar, dass das Kriegsende vor 70 Jahren auch für den Beginn von Flucht und Vertreibung von 12 Millionen Deutschen aus den historischen Ost- und Siedlungsgebieten steht: „Die Vertreibung der Deutschen aus ihrer angestammten Heimat im Osten war und bleibt vor der Geschichte ein großes und schweres Unrecht, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!“ Die deutschen Heimatvertriebenen hätten aber trotz ihres Schicksals mit angepackt für eine bessere Zukunft – für Bayern, für Deutschland, für Europa. „Bayern ist stolz auf den Leistungswillen, die Ideen, die Schaffenskraft der Heimatvertriebenen“, so der Minister. Auch deshalb schaffe der Freistaat mit dem neuen Sudetendeutschen Museum in München einen Ort der Erinnerung und der Begegnung: „Heimat bewahren, Zukunft gestalten: Das ist der Auftrag des neuen Sudetendeutschen Museums. Denn wir wissen: Unsere Zukunft beruht auf Werten und kultureller Identität. Heimat braucht Zusammenhalt und Selbstvertrauen.“

Die bayerische Staatsregierung hatte 2013 beschlossen, einen Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung einzuführen. Der Gedenktag findet seit 2014 jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt.

Henning Gießen, Stellv. Pressesprecher, 089 2186-2024

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