Pressemitteilung Nr. 299 vom 23.07.2015 Bayerische Kunstförderpreise 2015 für junge Bildende Künstler aus München

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle gibt Preisträger bekannt - Je 6.000 Euro für "herausragende bayerische Nachwuchskünstlerinnen und  -künstler"

Die Bayerischen Kunstförderpreise in der Sparte Bildende Kunst gehen in diesem Jahr an Gabi Blum, Matthias Glas, Philipp Gufler und Andreas Peiffer aus München. Dies gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle heute in München bekannt. „Mit den Bayerischen Kunstförderpreisen zeichnen wir herausragende bayerische Nachwuchskünstlerinnen und  -künstler aus“, betonte der Minister. „Der Preis ist zugleich Anerkennung für ihr bisheriges künstlerisches Wirken wie auch Ansporn für ihr künftiges Schaffen“, so Spaenle weiter. Die Preise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert.

Junge Künstler aus München

Die 1979 geborene Künstlerin Gabi Blum erschafft Räume – reale und imaginäre. Mit Sensibilität und einem feinen Gespür für theatralische Momente richtet sie, so die Jury, gleichsam hypnotisch wirkende Installationen ein, die betrachtet und nicht selten auch betreten werden dürfen. In diesen suggestiven Räumen agieren Figuren, die von der Künstlerin selbst oder anderen Personen verkörpert werden. Manchmal sind es auch die Betrachter selbst, die in die installative Situation einbezogen sind und die Grenze zwischen Zuschauer und Akteur aufheben. Gleichzeitig erschafft Gabi Blum auch Denk- und Assoziationsräume mittels Zitaten aus dem kollektiven Bilderfundus unserer westlich geprägten Pop- und Medienkultur.

Matthias Glas, 1986 geboren, überzeugte bereits während seiner Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste München in Ausstellungsprojekten mit seinem Mut zum Experiment, in dem das eventuelle Scheitern und der Zufall Bestandteile seines gestalterischen Schaffens sind. Sein Werkprozess ist geprägt von der Aneignung von künstlerischen Ausdruckmitteln wie Zeichnung, Video, Fotografie, Performances und bildhauerischen Materialien. Die Jury hebt hervor, dass seine Arbeiten von der Reflexion der erlebten Außenwelt und der inneren existentiellen Erlebniswelt geprägt seien. Glas schaffe ein Werk, das aus einem Dickicht von Verweisen, gezielten Irritationen und Verfremdungen lebt und dabei den Weg einer Infragestellung anbietet. Seine Arbeiten lebten im stetigen Wandel und führten in die Vielschichtigkeit von Empfindungen, Spannungen und Erfahrungen.

Im Zentrum des konzeptuellen Schaffens von Philipp Gufler, geb. 1989, steht die Erkenntnis, dass es unmöglich ist, die Identität eines Menschen zu standardisieren oder zu klassifizieren. Guflers ebenso kühl-analytisch wie poetisch-zart anmutende Werke artikulieren sich in unterschiedlichsten Medien, Materialien und Techniken. Er stellt Videos, Performances und Installationen her, arbeitet mit Malerei, Collagen und Siebdrucken, mit Papier, Stoff, Glas, Metall oder Epoxitharz. Die Jury betont, dass Gufler mit Bild- und Textzitaten operiert, die kulturelle Verhaltensweisen und Ausdrucksformen deutlich werden lassen. Nicht selten greife er auf die Kunstgeschichte zurück, die er neu einbettet und, ohne sie zu vereinnahmen, phantasievoll umdeutet. Mit formaler Präzision, großer Leichtigkeit und Offenheit gelinge es Philipp Gufler in seinen Arbeiten, jeden autoritären Betrachtungsmodus aufzulösen.

Bei den Arbeiten des 1982 geborenen Künstlers Andreas Peiffer geht es um Masse, um die Dynamiken von Größe, Materialität und Gewicht, die sich zwischen Objekt, Raum und Betrachter entfalten. Die meist ortspezifischen Plastiken hinterfragen und dekonstruieren den Ausstellungsraum mittels Beton, Stahl sowie Techniken des Baugewerbes: Wände werden von Apparaturen langsam durchsägt, wuchtige Motoren von Stahlseilen gebändigt, massive Treppenelemente schweben im Raum. Peiffers Interesse gelte, so die Jury, dem Moment des Kontrollverlustes, in dem sich die Situation verselbständigt und der Ausgang, auch in Bezug auf die formale Umsetzung, nicht mehr vollständig kontrollierbar ist.

Bayerischer Kunstförderpreis

Der Bayerische Kunstförderpreis wird jährlich in den vier Sparten „Bildende Kunst“, „Darstellende Kunst“, „Musik und Tanz“ sowie „Literatur“ vergeben. Die Preisträger müssen in Bayern leben, hier ihren Schaffensmittelpunkt haben und dürfen höchstens 40 Jahre alt sein. Voraussetzung ist zudem, dass sie über eine außergewöhnliche künstlerische Begabung verfügen und durch herausragende Leistungen hervorgetreten sind. Die Preise werden vom Bayerischen Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag von Fachjurys vergeben. Die feierliche Verleihung der Preise erfolgt am 11. November durch Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle in der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Auf Wunsch vermitteln wir für Ihre Berichterstattung gerne den Kontakt zu den Preisträgern.


hg. Kathrin Gallitz, Stellv. Pressesprecherin, 089 2186-2108
 

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